Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

parts2clean 2013 (22. bis 24. Oktober): Sauberkeit erfordert grat- und spanfreie Teile

25.06.2013
Beispiel Entgraten: Unterschiedliche Verfahren vergleichen auf der parts2clean 2013

Bei der Herstellung oder Bearbeitung von Bauteilen lassen sich Grate und Späne in kaum einem Verfahren vermeiden. Diese unerwünschten und meist scharfkantigen Werkstoffgebilde stellen einerseits eine Verletzungsgefahr dar. Andererseits können die „Fertigungsüberbleibsel“ die Qualität und Funktion der Produkte beeinträchtigen.



Außerdem lassen sich mit grat- und spanbehafteten Teilen die heute geforderten und teilweise sehr strengen Sauberkeitsanforderungen in Branchen wie der Automobilindustrie, Luftfahrt, Medizintechnik, Feinwerktechnik, Elektrotechnik, dem Maschinenbau und vielen weiteren nicht erfüllen. Denn Späne und Grate, die sich bei Kontrollen der technischen Sauberkeit vom Bauteil lösen, führen üblicherweise zu Ergebnissen, die „nicht in Ordnung“ sind.

Es führt daher kein Weg am Entgraten vorbei. Doch mit welchem Verfahren lässt sich diese Aufgabe effizient und prozesssicher durchführen? Und ergeben sich durch die Entgratung spezielle Anforderungen an die Teilereinigung? „Wenn es darum geht, definierte Sauberkeitsanforderungen hinsichtlich partikulären Restschmutzes zu erfüllen, ist die Entgratung der Bauteile eine Grundvoraussetzung“, sagt Olaf Daebler, Abteilungsleiter Oberflächentechnik bei der Deutschen Messe AG. „Deshalb widmet sich die parts2clean in diesem Jahr erstmals auch verstärkt dem Thema Entgraten, unter anderem mit einem Themenpark.“ Die 11. internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung findet vom 22. bis 24. Oktober 2013 in Stuttgart statt. Die Ausstellerliste umfasst bereits mehr als 200 Unternehmen aus 14 Ländern.

Entgraten in unterschiedlichen Facetten

Um Grate zu entfernen, kommen verschiedene klassische Verfahren wie Senken, Fräsen, Schleifen, Gleitschleifen oder Strahlen mit unterschiedlichen Medien zum Einsatz. An Grenzen stoßen diese teilweise manuell ausgeführten Methoden, wenn eine sehr hohe Prozesssicherheit gefordert wird, sehr viele Entgratstellen an einem Bauteil vorhanden sind oder bei innenliegenden Entgratbereichen.

Insbesondere für die letztgenannte Aufgabenstellung haben sich das thermische Entgraten (TEM), elektrochemische Entgraten (ECM), Hochdruckwasserstrahlentgraten (HDW), Strömungsschleifen sowie das chemische Badentgraten zur prozesssicheren Entfernung der unerwünschten Überbleibsel bewährt. Beim TEM erfolgt der Entgratvorgang in einer mit einem Sauerstoff-Brenngasgemisch gefüllten Kammer. Alle am Bauteil befindlichen Grate werden innerhalb weniger Millisekunden gleichzeitig verbrannt und die Gratwurzel versiegelt. Der Prozess erfolgt ohne Werkstoffabtrag an der Baueiloberfläche.

Limitiert ist der Einsatz des Verfahrens einerseits durch die Bauteilgröße, andererseits wenn eine gezielte Kantenverrundung beim Entgraten zu erreichen ist. In diesen Fällen kann das berührungslos arbeitende ECM seine Stärken ausspielen. Damit lassen sich Kanten und Bohrungsverschneidungen an genau definierten Werkstückbereichen präzise bearbeiten. Dafür wird das Bauteil als Anode (positiv) und das Werkzeug als Kathode (negativ) geschaltet, der Ladungstransport erfolgt durch eine Elektrolytlösung.

Die Grate werden durch den Elektronenstrom präzise aufgelöst. Ein weiterer Vorteil dieses auch für die Entfernung von Gieß-, Press- und Schmiedegraten einsetzbaren Verfahrens ist die Möglichkeit, Bauteile gezielt zu bearbeiten. So lassen sich beispielsweise Konturen, Strukturen oder komplette Bohrungen – wobei auch „um die Ecke“ gebohrt werden kann – in das Bauteil einbringen. Beim Hochdruckwasserstrahlen erfolgt die Gratentfernung durch einen Wasserstrahl, der auf einen Druck von bis zu 2.000 bar verdichtet ist.

Vorteil dieses Verfahrens ist das gleichzeitige Entgraten, Entspänen und Reinigen der Werkstücke. Das chemische Badentgraten, das überwiegend für Stahlteile eingesetzt wird, ermöglicht die Behandlung der Bauteile als Schüttgut oder gesetzte Ware. Je nach Konzentration der Säure erfolgt ein Werkstoffabtrag zwischen zwei und vier Mikrometern pro Minute am kompletten Bauteil, wobei es gleichzeitig zu einer Glättung der Oberfläche kommt.

Das Strömungsschleifen, auch Druckfließläppen genannt, erfolgt mit einer pastösen Masse oder einer mit Schleifkörpern versetzten Flüssigkeit (zum Beispiel Öl). Das abrasive Medium wird üblicherweise mehrmals im Werkstück hin und her gepresst. Neben dem Entgrateffekt wird dabei eine Verrundung und Glättung der Oberfläche erzielt. Da die Bauteile für das Entgraten in einer angepassten Vorrichtung platziert werden, ist das Verfahren vergleichsweise aufwändig. Es kommt zur Nachbearbeitung von Werkstücken mit komplex geformten Innen- und Außenkonturen in Branchen wie beispielsweise Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Medizintechnik, Werkzeug- und Formenbau zum Einsatz.

Nach den meisten Entgratverfahren folgt ein Reinigungsprozess. Dabei sind wie etwa nach dem TEM spezielle Anforderungen zu berücksichtigen.

Antworten und Lösungen für wirtschaftliche sowie prozesssichere Entgrat- und Reinigungsprozesse präsentieren die Aussteller der parts2clean 2013. Als international einzige Messe mit ausschließlichem Fokus auf der industriellen Teile- und Oberflächenreinigung bietet die parts2clean mit ihrem dreitägigen Fachforum außerdem umfangreiches Know-how. Die Vorträge zu unterschiedlichen Themen der industriellen Teile- und Oberflächenreinigung, die auch das Thema Entgraten behandeln, werden simultan (deutschenglisch/englischdeutsch) übersetzt.

Weitere Informationen und die vorläufige Ausstellerliste unter www.parts2clean.de.

nsprechpartnerin zu fachlichen Fragen:
Doris Schulz, SCHULZ. PRESSE. TEXT.
Tel.: +49 (0) 711 854085
E-Mail: ds@pressetextschulz.de
Ansprechpartner für Fragen zur Messe:
Onuora Ogbukagu, Deutsche Messe AG
Tel.: +49 (0) 511 89-31059
E-Mail: onuora.ogbukagu@messe.de

Onuora Ogbukagu | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.parts2clean.de
http://www.messe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften