Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ostfalia glänzt auf der ECarTec in München

30.10.2009
Von 0 auf 100 in zwei Sekunden

Auf der ECarTec 2009, der ersten Messe für Elektromobilität in München, gab es gleich zwei Highlights der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Zum ersten Mal wurde das Elektro-Rennfahrzeug des RC-Modellbaus, ein interdisziplinäres Projekt der Hochschule, der Öffentlichkeit vorgestellt.



Mit einer elektrischen Leistung von 6 kW bei einem Gewicht von 4 kg erreicht das Fahrzeug Geschwindigkeiten von über 200 km/h. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h schafft das Elektro-Fahrzeug in knapp 2 Sekunden. Nach nur 4 Sekunden Beschleunigung werden 200 km/h erreicht, hierfür reicht eine Fahrstrecke von nur 250 m.

Mit diesen beeindruckenden Daten möchte Martin Kaffka, studentischer Projektleiter des RC-Modellbaus, sich nicht zufrieden geben. Auf der ECarTec wurde offiziell bekanntgegeben, dass es im nächsten Sommersemester einen Versuch unter Aufsicht des Guiness Buch der Rekorde geben wird, den Weltgeschwindigkeitsrekord von 260,36 km/h zu überbieten. Einige Optimierungen am Fahrtenregler und die Batterietechnik sollen Stromstärken über 400A bei einer Nennspannung von 22V ermöglichen.

Erste mobile Anwendung einer Redox-Flow Batterie
Auf der Münchener Messe wurde ebenso die erste mobile Anwendung einer Redox-Flow Batterie gezeigt. Ein Team von Forschern hat unter Leitung von Prof. Dr. Robin Vanhaelst, Fakultät Fahrzeugtechnik der Ostfalia, die vielversprechende Batterietechnik in ein Fahrzeugmodell integriert. Der Redox Flow Stack wurde vom ICT des Fraunhofer Instituts aufgebaut. Die Redox Flow Batterien basieren auf flüssigen Elektrolyten und können einfach an der Steckdose aufgeladen werden wie normale Batterien. „Man könnte sie aber auch an der Tankstelle in wenigen Minuten aufladen“, sagt Vanhaelst: „Der entladene Elektrolyt wird einfach abgepumpt und durch aufgeladene ersetzt.“ Der abgepumpte Elektrolyt kann an der Tankstelle wieder geladen werden, beispielsweise durch ein Windrad oder eine Solaranlage. Das Prinzip von Redox-Flow-Batterien ist nicht neu: Zwei flüssige Elektrolyte, die Metall-Ionen enthalten, strömen durch Elektroden aus porösem Graphitflies, getrennt von einer Membran, die Protonen durchlässt. Bei diesem Ladungsaustausch fließt Strom über die Elektroden, der sich nutzen lässt. Bisher haben die Redox-Flow-Batterien jedoch einen Nachteil: Sie speichern deutlich weniger Energie als Lithium-Ionen-Akkus. Die Reichweite der Autos würde nur etwa ein Viertel betragen, rund 25 Kilometer – der Fahrer müsste also viermal so oft die Batterien nachladen. Auf der ECarTec wurde von Dipl.-Ing. Jens Noack vom Fraunhofer ICT gleich das zweite Highlight der Messe bekanntgegeben: mit einer optimierte Version der Redox Flow Batterie konnten die Reichweite nun auf das Vier- bis Fünffache steigern – damit kommt sie in die Nähe der Lithium-Ionen-Akkus. Laut Vanhaelst ist diese neue Redox Flow Batterie damit eine vielversprechende Zukunftstechnologie, da sie gegenüber Lithium Ionen Batterien auch Vorteile bei den Kosten, der Lebensdauer und Sicherheit bietet.

Den Prototypen dieser neuer Zelle haben die Forscher bereits hergestellt, nun müssen sie mehrere Zellen zu einer Batterie zusammensetzen und diese optimieren.

Evelyn Meyer-Kube | Ostfalia
Weitere Informationen:
http://www.ostfalia.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen
08.12.2016 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Mobile Learning und intelligente Contentlösungen im Fokus
08.12.2016 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie