Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore–Technologie erfordert Spezialschiffe und ausgebildete Fachkräfte

20.09.2010
• WEA-Schleswig-Holstein forciert Ausbildung im Offshorebereich
• Offshore bietet auch Chancen für „alte Technologien“
• Unternehmen begegnen neuen Herausforderungen mit enger Zusammenarbeit

„Folgende Fragen werden in den kommenden fünf Tagen auf der Messe bzgl. Offshore sehr intensiv diskutiert werden:

• Wie können die Offshore-Ausbauziele erreicht werden, die die Bundesregierung definiert hat?

• Wie sehen die internationalen Perspektiven für die Offshore-Technologie aus?

• Wie und wo können die Fachleute national wie international für den Einsatz auf hoher See ausgebildet werden?

• Wie sieht es mit der Netzanbindung aus?“

Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum nutzte die Pressekonferenz auf dem Offshore-Aus-stellungsschiff Greundiek am Vortag der Eröffnung der HUSUM WindEnergy, um die groben Diskussionslinien zu skizzieren, an denen derzeit die Windindustrie arbeitet.

Im Vorfeld der Messe, die bis zum 25. September mehr 30.000 Besucher aus mehr als 70 Ländern ins nordfriesische Husum locken wird und von rd. 970 beschickt wird, sei er immer wieder darauf angesprochen und gefragt worden, ob erkennbar sei, wie viele Unternehmen sich jeweils auf den Offshore-Bereich und wie viele auf den Onshore-Sektor fokussieren. Diesen haben er immer geantwortet, „es gibt eine Tendenz zur Spezialisierung, weil auch immer mehr Anbieter erkennen, dass viele technologische Lösungen, die für den Onshore-Bereich gut nutzbar seien, gar nicht oder nur eingeschränkt offshore einsetzbar sind. Aber genaue Zahlen können wir dies bezüglich natürlich nicht nennen“.

Umfangreiches Lastenheft mit der Bundesregierung erarbeitet
Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems und Vizepräsident der Stiftung Offshore-Windenergie, betonte in seiner Stellungnahme: „Eine der wesentlichen Herausforderungen beim weiteren Ausbau deutscher Offshore-Windparks ist und bleibt die Netzanbindung. Die Netzinfrastruktur muss im Meer wie an Land rechtzeitig ausgebaut und optimiert werden. Dabei muss die Anbindung möglichst kostengünstig in Clustern erfolgen und ein modular ausgebautes Netz in der deutschen Nord- und Ostsee gewährleistet werden“.

„Die Verknüpfung der maritimen Wirtschaft mit der Windindustrie ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Offshore-Windindustrie. Ohne die notwendigen Spezialschiffe für Installation, Wartung und Service und ohne die ausgebildeten Fachkräfte für die Arbeit auf hoher See bleibt die Offshore-Windindustrie in den Kinderschuhen stecken, fuhr Herdan fort. Die Koordination aller Beteiligten durch die Stiftung Offshore-Windenergie trägt erste Früchte. Unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums konnte ein umfassendes Lastenheft für einen erfolgreichen Ausbau der Offshore-Windenergie erstellt werden“, so Herdan.

Sicherheit zentrales Thema bei der Ausbildung
"Die Sicherheit der Servicetechniker im Einsatz ist die zentrale Herausforderung im Offshore Service. Ein großer Teil der Investitionen fließt deshalb in die Ausbildung, Schulungsprogramme und Equipment", erklärte Michael Munder-Oschimek, Geschäftsführer und Direktor Service, AREVA Wind. Die neue AREVA Windplattform ist Teil des Geschäftszweigs AREVA Renewables und produziert am Standort Bremerhaven 5 MW Offshore-Windenergieanlagen und am Standort Stade befindet sich die Rotorblattfertigung.
Werften vor neuen Herausforderungen
Welche Chancen in der Offshore-Technologie auch für alte Technologien liegen, erläuterte Dipl. Ing. Volker Messerschmidt, Bereichsleiter Offshore, SIAG Nordseewerke GmbH. „Auf bisher einmalige Weise entsteht am ehemaligen Werftstandort Europas größtes Produktionswerk für Komponenten für die Offshore-Branche mit einer Freifläche von insgesamt 550.000 m² und einer Produktionsfläche von 75.000 m². Der Umbau von einer renommierten Werft mit über hundertjähriger Tradition zu einem zukunftsfähigen Hochtechnologie-Standort der Zulieferindustrie für die Offshore-Branche ist ein Vorzeigeprojekt für die zukünftige Entwicklung im Bereich der Offshore- Energie, zeigt sich Messerschmidt überzeugt.

„Die SIAG fertigt am Standort in Emden Windkrafttürme, Maschinen- und Generatorträger sowie Transition Pieces und Gründungsstrukturen für Offshore-Windkraftanlagen und Offshore-Umspannplattformen. Durch die Verlängerung der Halle 117 auf eine Hallenlänge von 262 m entsteht eine komplette Serienlinie Turmfertigung unter einer Halle. Komplettiert wird der Geschäftsbereich „Maritime Systeme/Offshore“ durch die SIAG Engineering in Emden. Als Full-Service Anbieter unterstützt die SIAG die komplette Projektentwicklung bis zur Realisierung und darüber hinaus“.

Anspruchsvolle Logistik erfordert Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Die Offshore-Thematik führt ebenso zur intensiven Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, wie Florian Wetzig von der FRS Offshore auf der Greundiek beschrieb. „ Das Flensburger Unternehmen FRS Offshore und WindCat Workboats aus IJmuiden/Niederlande gründen in den kommenden Wochen ein Joint Venture, um künftig gemeinsam Workboats auf dem deutschen Offshore Markt anzubieten. Mit Blick auf die umfangreichen Erfahrungen beider Unternehmen positioniert sich damit ein kompetenter Dienstleiter auf dem wachsenden Markt für Logistik-Dienstleistungen im Bereich Wind Offshore“. Auf der Husum WindEnergy werden sich die beiden Unternehmen erstmals gemeinsam präsentieren.
Schleswig-Holstein goes offshore
Schleswig-Holstein, das Land zwischen den Meeren, ist immer noch Windstandort Nummer 1. Über 7.000 Beschäftigte arbeiten in mehr als 200 Unternehmen insbesondere in der Onshore-Branche. Jahrzehntelange Erfahrung der Akteure können nun auf den Offshore-Sektor adaptiert werden. Sieben Offshore-Parks sind im sogenannten Sylt- und Helgoland-Cluster vor der Küste des Landes genehmigt. Der Baubeginn des ersten Parks wird im nächsten Jahr beginnen. Milliardeninvestitionen besonders vor der Haustür der strukturschwachen Westküste werden in den nächsten Jahren getätigt.

Damit eine maximale regionale Wertschöpfung für Schleswig-Holstein generiert werden kann, hat die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein eine Offshore-Strategie mit 23 Handlungsempfehlungen zur Standortentwicklung formuliert. „Wir gehen davon aus, dass im Service-& Wartungsbereich sowie bei der Großkomponentenproduktion ca. 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen können“, gibt sich Martin Schmidt, Geschäftsführer des windcomm schleswig-holstein e.V. zuversichtlich.

Für Rückfragen:
Klaus Lorenz
Pressesprecher HUSUM WindEnergy
Tel.: +49 (0) 2182-5 78 78-0
E-Mail: lorenz@husumwindenergy.com

Klaus Lorenz | Messe Husum
Weitere Informationen:
http://www.husumwindenergy.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie