Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues CAM-System für effizientes Laserauftragschweißen

14.11.2012
Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT ist ein offline Programmiersystem für das Laserauftragschweißen entwickelt worden.

Das Programm LaCam3D versetzt Prozessentwickler und Anwender in die Lage, auch für komplexe Schweißaufgaben mit nicht Standard-Schweißstrategien zeitnah Werkzeugbahnen zu erzeugen.


Digitalisierung der Werkstückoberfläche mit dem integrierten Laserlinienscanner.

Bildquelle: Fraunhofer ILT


Die Software LaCam3D bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Programmierung der Schweißbahnen. Im Bild wird aus der Berandungslinie des Schweißbereichs (blau) und der Startlinie (rot) eine äquidistante Linienschar auf der Freiformfläche abgeleitet.

Bildquelle: Fraunhofer ILT

Die Bahnen können in einer Simulation auf Kollision geprüft und als Maschinencode ausgegeben werden. LACam3D wird erstmals auf der EuroMold vom 27.-30. November 2012 in Frankfurt auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand, Halle 11- C66a, vorgestellt.

Das Laserauftragschweißen (LA) zeichnet sich im Vergleich zu konventionellen Verfahren durch einen geringen Wärmeeintrag und Verzug aus. Dies, die hohe Prozessgenauigkeit und das Potential zur Automatisierung haben dazu geführt, dass das LA zunehmend an Bedeutung als Reparatur- bzw. generatives Verfahren in der Industrie gewonnen hat.

Bahnplanung

Für den generativen Aufbau eines Bauteils mit LA wird das CAD Modell des Bauteils in Aufbaurichtung in Lagen zerlegt. Diese werden dann je nach Strategiewahl mit äquidistanten Werkzeugbahnen oder parallelen Bahnen, die auf die Lagenfläche projiziert werden, ausgefüllt. Bei der Reparatur von betriebsbeanspruchten Bauteilen wird von der Istgeometrie mit einem Laserlinienscanner zunächst eine Punktewolke aufgenommen und aus dieser über Reverse Engineering ein Flächenmodell erstellt. Über einen best fit der Istgeometrie an das CAD Modell des Bauteils wird das Defektvolumen bestimmt und dieses mit LA aufgebaut.

Funktionalitäten

Für die Schweißstrategie stellt LaCam3D Funktionalitäten zur Verfügung, mit der die Schweißreihenfolge und Schweißrichtung einzelner Bahnen modifiziert und die Laserleistung und Verfahrgeschwindigkeit wegabhängig auf den einzelnen Werkzeugbahnen festgelegt werden können. Der Anwender kann beim Ausfüllen der Lagen mit Werkzeugbahnen zwischen äquidistanten Bahnen und parallelen Bahnen, die auf die Lagenfläche projiziert werden, wählen. Die Bahnen werden an der Berandungslinie für den Defektbereich automatisch getrimmt. Bei der Bahnplanung wird für die abschließende spanende Nachbearbeitung ein Übermaß eingepflegt.
Für die Bahnplanung bei der generativen Fertigung von Turbinenbauteilen steht ein eigens dazu entwickeltes Modul zur Verfügung. Aufgrund seiner modularen Struktur kann das Programm nach Bedarf für die verschiedensten Anwendungen durch weitere Module ergänzt werden.

Kollisionsprüfung

LaCam3D ist mit einem Simulationstool ausgestattet, mit dem vorab die geplante Bearbeitung auf Kollision zwischen Laserbearbeitungskopf und Bauteil geprüft werden kann. Die Erstellung des Maschinencodes wird mit einem für die verschiedenen Anlagen hinterlegten Postprozessor umgesetzt.
Modularität

LaCam3D ist als CAM Modul für LA von seinen Funktionalitäten so ausgelegt, dass der Prozessentwickler und Anwender auch für komplexe Schweißaufgaben mit nicht Standard-Schweißstrategien zeitnah Schweißbahnen erzeugen kann. Der modulare Aufbau des Programms gestattet die Integration weiterer Anwender spezifischer Schweißstrategien. Zurzeit existiert am Fraunhofer ILT in Aachen ein Prototyp des CAM Programms, das seit circa zwei Jahren von den Mitarbeitern für das LA intensiv genutzt und kontinuierlich weiter entwickelt wird.

Ansprechpartner

Dr. Norbert Pirch
Kompetenzfeld Generative Verfahren und funktionale Schichten
Telefon +49 241 8906-636
norbert.pirch@ilt.fraunhofer.de

Dipl.-Phys. John Flemmer
Gruppe Polieren
Telefon +49 241 8906-137
john.flemmer@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen
Telefon +49 241 8906-0
Telefax +49 241 8906-121

Axel Bauer | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ilt.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Sensor + Test 2015: Hochleistungs-Magnetsensoren günstig herstellen
01.04.2015 | Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS

nachricht Medtec 2015: Neuartiger Gewebeersatz aus Hightech-Fasern
01.04.2015 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Tankstellen könnten den Luftverkehr revolutionieren

Langstreckenflugzeuge sollen künftig mit wenig Treibstoff starten und erst in 10 000 Metern Höhe vollgetankt werden. Auf diese Weise liesse sich rund 20 Prozent Kerosin einsparen. In einem europäischen Forschungsprojekt hat die ZHAW zusammen mit Partnerinstitutionen aus fünf Ländern ein solches Konzept für die Luftfahrt entwickelt.

In Sachen Energieeffizienz ist bei Flugzeugen noch viel Luft nach oben: Denn auch modernste Langstreckenflugzeuge wie der Airbus A380 oder die Boeing 787 sind...

Im Focus: Aktuelle Maßnahmen gegen Mikroplastik

Worst Case: Sonntagnachmittag, erste Radtour bei schönem Wetter. Ein Autofahrer rast vorbei und wirft seine PET-Getränkeflasche achtlos in den Graben. Das Material der Flasche wurde aus Rohöl hergestellt und wird einige hundert Jahre benötigen, bis es zersetzt ist. Vollständig abgebaut wird es nie, zurück bleiben winzige Teilchen ­ das sogenannte Mikroplastik. Fraunhofer UMSICHT begegnet den kleinen Kunststoffpartikeln in zwei aktuellen Maßnahmen.

Die »Initiative Mikroplastik« möchte durch die Initiierung von Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben die Mengen und Sorten an Mikroplastik in der Umwelt...

Im Focus: Smarte Fassaden mit Energiespareffekt

Gläserne Bürobauten gehören zu den großen Energiefressern. Sie müssen aufwändig klimatisiert werden. Ein von Fraunhofer-Forschern und Designern entwickeltes Fassadenelement für Glasfronten soll den Energieverbrauch senken. Dazu nutzt es die Wärmenergie der Sonne. Ein Demonstrator ist auf der Hannover Messe zu sehen.

Fast 40 Prozent beträgt der Anteil von Gebäuden am gesamten Energieverbrauch in Deutschland. Das Heizen, Kühlen und Lüften von Wohnhäusern, Büroimmobilien und...

Im Focus: Lizard activity levels can help scientists predict environmental change

Research study provides new tools to assess warming temperatures

Spring is here and ectotherms, or animals dependent on external sources to raise their body temperature, are becoming more active. Recent studies have shown...

Im Focus: Der Werkstoff macht’s: Nichtoxidkeramik eröffnet neue Perspektiven für den Chemie- und Anlagenbau

Herausragende chemische, thermische und tribologische Eigenschaften prädestinieren siliziuminfiltriertes Siliziumcarbid für die Produktion großvolumiger keramischer Bauteile.

Ein neuartiges Verfahren überwindet nun verfahrenstechnischen Grenzen konventioneller Formgebungsmethoden. Dadurch können  Komponenten mit großen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Holzbau mit Bestand - Thema der Norddeutschen Holzbautagung 2015

01.04.2015 | Veranstaltungen

Training für LNG-Anwender aus dem maritimen und nichtmaritimen Bereich

01.04.2015 | Veranstaltungen

Wie lässt sich Nachhaltigkeit messen und bewerten?

01.04.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegende Tankstellen könnten den Luftverkehr revolutionieren

01.04.2015 | Energie und Elektrotechnik

Biogas und Ökostrom: TU Wien präsentiert Energiespeicherkonzept

01.04.2015 | HANNOVER MESSE

Sensor + Test 2015: Hochleistungs-Magnetsensoren günstig herstellen

01.04.2015 | Messenachrichten