Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Siemens-Studie zur Biotrocknung: Endprodukt lässt sich als Dünger oder Brennstoff einsetzen

13.09.2010
Angeregt durch die Nachfrage der Industrie nach einem vielseitig einsetzbaren und energieeffizient hergestellten Endprodukt aus Biofeststoffen, hat Siemens Water Technologies eine Pilotstudie durchgeführt.

Getestet wurde die mechanische Biotrocknung (Mechanically Enhanced Biodrying, MEB) als neue Anwendung der bestehenden IPS-Kompostierungstechnologie. Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass durch Biotrocknung Endprodukte gewonnen werden können, die sich als Dünger oder Brennstoff wiederverwenden lassen.


Ein IPS-Kompostierungssystem wie dieses kam in der MEB-Pilotstudie von Siemens zum Einsatz. Sie zeigte, dass bei Biofeststoffen eine Feststoffkonzentration von 65 Prozent erzielt werden kann, wenn nur das getrocknete Endprodukt zugegeben wird. Foto: Siemens AG

Bei der Kompostierung mit automatischer Umsetzung konnte – unter Zugabe von bereits kompostiertem Feststoff – eine Feststoffkonzentration von 65 Prozent erreicht werden; der Feuchtigkeitsanteil lag bei 35 Prozent. Gleichzeitig benötigt das Verfahren weniger Energie als gängige, thermische Trocknungsmethoden.

Die Pilotstudie zur mechanischen Biotrocknung ergab, dass sich mit dem IPS-Kompostierungs-system durchgängig eine Trocknung auf 65 Prozent Feststoffanteil realisieren lässt. Erzielt wurde dieses Ergebnis mit einem Beschickungsgemisch aus entwässertem Schlamm (mit mindestens 20 Prozent Feststoff) und wiederverwendetem Kompost aus dem IPS-System (mindestens 60 Prozent Feststoff). Die Feststoffkonzentration des Gemischs lag bei mindestens 40 Prozent.

Der Feststoffanteil beim Endprodukt konnte bei minimaler Beschickung um durchschnittlich etwa ein Prozent, mit automatischer Umsetzung sogar um zwei Prozent täglich gesteigert werden. Im Sommer und Winter durchgeführte Tests untersuchten Variablen wie Umgebungslufttemperatur, Rohmaterialeigenschaft, Rotationsfrequenz, Verweilzeit des Biofeststoffs und Prozessbelüftungszyklen.

Das MEB-Verfahren nutzt die biologischen Eigenschaften der Biofeststoffe, um diese zu erwärmen und so einen Teil der Feuchtigkeit zu verdampfen. Belüftung und Umsetzung der IPS-Anlage verbessern den biologischen Trocknungsprozess zusätzlich. Damit ist das Biotrocknungsverfahren kosteneffektiver und energieeffizienter als die thermische Trocknung. Zudem lassen sich dessen Endprodukte als Dünger oder Rohstoff für die Verbrennung wiederverwenden.

Letzteres macht MEB ebenfalls für Technologien zur Energieumwandlung interessant. Darüber hinaus bietet die Anwendung des MEB-Prinzips auf die Kompostierung von Feststoffen eine Alternative für Anlagenbetreiber, wenn Holzabfälle und andere kohlenstoffreiche Zusätze knapp sind. In weiteren Forschungsarbeiten wird untersucht, ob sich der Prozess auch vor der Vergasung anwenden lässt.

Ein vielseitiges System wie MEB, das sich sowohl für Kompostierung als auch Biotrocknung eignet, bietet für Kläranlagen eine langfristige, flexible Lösung. Einerseits haben einige EU-Länder wie Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Österreich und Slowenien strenge Vorschriften für die landwirtschaftliche Nutzung von Biofeststoffen: Die pro Jahr zulässige Ausbringung von Schwermetallen ist hier stark begrenzt; eine Verbrennung wird daher häufig bevorzugt. Andererseits setzen etwa 38 Prozent der EU-Länder aufbereitete Biofeststoffe in der Landwirtschaft ein, allen voran Frankreich, Irland, Spanien und Großbritannien. Dort gilt die Kompostierung meist als die gesellschaftlich akzeptablere, energieeffizientere und umweltfreundlichere Alternative zur Deponierung oder Verbrennung.

Einsetzbar ist das IPS-System nicht nur für Schlämme aus Kläranlagen: Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und den ländlichen Raum (Department of Environment, Food and Rural Affairs, DEFRA) ließ es kürzlich als „geschlossenen Reaktor“ nach Verordnung (EG) 1774/2002 für die Kompostierung von Speiseabfällen zu. Damit entspricht das System selbst britischen Vorschriften für die Kompostierung. Aufgrund der vesikulären Schweinekrankheit, Maul- und Klauenseuche und anderer Tierinfektionen gelten hier strengere Richtlinien als in den meisten anderen EU-Ländern.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro. http://www.siemens.com/industry

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.

Weitere Informationen und Download unter: http://www.siemens.de/industry-solutions

Stefanie Schiller | Siemens Industry
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/water

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise