Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ideen zum Sparen von Energie und Ressourcen

30.01.2014
Steigende Energiekosten, zunehmende Ressourcenknappheit und der immer stärker bemerkbare Klimawandel machen Veränderungen auch in industriellen Prozessen notwendig.
Lösungen, die sich diesen Herausforderungen stellen, präsentiert die HANNOVER MESSE - vom 7. bis zum 11. April im Themenfeld Energie und Umwelttechnik. Dazu zählt die Messe IndustrialGreenTec in der Halle 6. Ausstellungsschwerpunkte sind umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien und Produkte, die eine "grüne Produktion" ermöglichen und langfristig Kostenvorteile versprechen.

Im Fokus stehen die Bereiche Luft- und Abwasseraufbereitung, Kreislaufwirtschaft und Rohstoffrecycling sowie umweltschonende Produktionstechnologien.

Ein probates Mittel gegen die wachsenden Belastungen durch Energieaufwendungen ist eine verbesserte Effizienz. Genau hier setzt die LEEN GmbH an, die auf der IndustrialGreenTec ihre Lösungen zu "Lernenden EnergieEffizienz-Netzwerken (LEEN)" demonstriert. In solchen Netzwerken arbeiten mehrere Unternehmen zusammen an dem Ziel, kosteneffektiv Energie zu sparen, indem sie voneinander lernen.

Wesentliche Ansatzpunkte der gemeinsamen Arbeit im Netzwerk sind Verbesserungen in den Querschnittstechnologien wie Druckluft, Kraft-Wärme-Kopplung und elektrische Antriebe. "In 30 wissenschaftlich ausgewerteten Netzwerken in Deutschland wurden 4 000 wirtschaftliche Maßnahmen identifiziert", sagt Dr. Dirk Köwener, Geschäftsführer von LEEN. "Die Auswertungen ergaben, dass die Unternehmen in Netzwerken doppelt so schnell ihre Effizienz steigern wie der industrielle Durchschnitt." Das Unternehmen liefert mit dem Managementsystem das notwendige Handwerkszeug, um den Aufbau und die dauerhafte Arbeit in Netzwerken zu ermöglichen. An diesen sind in der Regel zehn bis 15 Firmen beteiligt, deren Energieausgaben 500 000 Euro und mehr pro Jahr betragen.

Ebenfalls intensiv mit dem Thema Energieeffizienz befasst sich der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der auch auf der IndustrialGreenTec vertreten sein wird. Welche Bedeutung dem Sparen durch mehr Effizienz zukommt, hat Roland Berger bereits 2007 untersucht. Das Beratungsunternehmen kam auf ein globales Marktvolumen von 538 Milliarden Euro, womit dieser Bereich eindeutig noch vor der nachhaltigen Wasserwirtschaft (361 Milliarden Euro), der nachhaltigen Mobilität (200 Milliarden Euro) oder den umweltfreundlichen Energien (155 Milliarden Euro) rangiert.

Nach ZVEI-Berechnungen könnten bei Maschinen und Anlagen der deutschen Industrie - inklusive der kommunalen Produktions- und Entsorgungsunternehmen - bereits heute weitere zehn bis 25 Prozent Energieeinsparungen allein durch anforderungsgerechte Automatisierungstechnologien erreicht werden. Damit ließen sich zusätzlich sieben Milliarden Euro oder auch 43 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente innerhalb eines Jahres einsparen.

Damit nicht länger nur Anschaffungspreise oder Amortisationszeiten betrachtet werden, wie es heute noch in 80 Prozent aller Fälle geschieht, hat der ZVEI ein herstellerneutrales betriebswirtschaftliches Lebenszyklus-Kosten-Berechnungstool (LCE, Lifecycle Cost Evaluation) entwickelt. Mit dessen Hilfe lassen sich verschiedene Varianten etwa bei Anlagenmodernisierungen gegenüberstellen, um die tatsächlich kostengünstigste Lösung zu ermitteln.

Bis zu 75 Prozent Abwärme zurückgewinnen

Ganz in diesem Sinne stellt die Vetter Lufttechnik GmbH hocheffiziente Wärmerückgewinnungsanlagen für die produzierende Industrie her. "Wir bauen sehr kompakte Systeme, die bis zu 75 Prozent der eingesetzten Wärme aus der Abluft von Gebäuden zurückholen", sagt Thomas Vetter, Geschäftsführer der Vetter Lufttechnik. Die Nachrüstung bestehender Zu- und Abluftanlagen gestaltet sich vergleichsweise einfach, da die Steuer- und Hydraulikeinheit komplett geliefert und schnell montiert werden kann.

Die Wärmetauscher werden individuell angepasst; spezielle Ausführungen gibt es für Prozessabluft, hohe Temperaturen und aggressive Abluft. Vetter: "Wir sind zum ersten Mal auf der IndustrialGreenTec und hoffen auf einen intensiven Meinungsaustausch, da es aus unserer Sicht viel Handlungsbedarf zur Nachrüstung in der Industrie gibt."

Ein mindestens ebenso wichtiges Thema verfolgt die EnviroChemie, einer der führenden europäischen Anlagenbauer für die industrielle Abwasserbehandlung. So existieren bereits entsprechende Einrichtungen bei mehreren tausend Kunden weltweit. Mit dem anaeroben Reinigungssystem Biomar hat es EnviroChemie geschafft, aus Industrieabwasser Energie zu gewinnen. "Zudem haben wir ein neues patentiertes membrantechnisch-biologisches Recyclingverfahren für Großwäschereien", sagt Gottlieb Hupfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EnviroChemie. "Dort werden Wasser und auch Wärme zurückgeführt." In Biomar-Anlagen wandeln Anaerobbakterien die organischen Abwasserinhaltsstoffe biologisch in Methangas um. Das aufbereitete Gas kann dann als Ersatz für Heizöl dienen. Bei einer Großmolkerei in Schweden wurde die Abwasserbelastung um 90 Prozent reduziert, täglich werden dort mehr als 1 000 Liter Heizöl eingespart. EnviroChemie arbeitet auch im europäischen Verbundprojekt AquaFit4use mit, das für die energieeffiziente Reinigung selbst kleiner Abwassermengen besonders kompakte biologische Anlagen entwickeln soll.

Aber auch eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft ist beim Ressourcenverbrauch unabdingbar - die Vision einer abfallarmen und energieeffizienten Welt beschreibt das Konzept "Urban Mining". Autos, Gebäude, Maschinen und Anlagen werden nach dieser Idee zu den Rohstoffen von morgen - ganze Städte und Teile der Infrastruktur dienen als Bergwerke der Zukunft. Gerade beim Bauen sind neue Ideen, wie sie auf der IndustrialGreenTec vorgestellt werden, zwingend erforderlich. So verursacht der Gebäudebau 50 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs und 60 Prozent des Abfallaufkommens, von dem bisher nur zehn Prozent ohne Qualitätsverlust recycelt werden - eine Quote, die verbesserungsfähig ist. Auch dieser Bereich gehört zu den vielen spannenden Themen, die Besucher der IndustrialGreenTec in diesem Jahr erwarten dürfen.

HANNOVER MESSE - Get new technology first!

Die weltweit wichtigste Industriemesse wird vom 7. bis 11. April
2014 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2014 vereint sieben Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, IndustrialGreenTec und Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2014 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Die Niederlande sind das Partnerland der HANNOVER MESSE 2014.

Ansprechpartner für die Redaktion:

Onuora Ogbukagu
Tel.: +49 511 89-31059
E-Mail: onuora.ogbukagu@messe.de

Onuora Ogbukagu | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.messe.de
http://www.hannovermesse.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie