Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerker in eingebetteten Systemen

22.02.2010
Informationstechniker und Informatiker der Technischen Universität Chemnitz präsentieren vom 2. bis zum 4. März 2010 Forschungsarbeiten auf der Fachmesse "embedded world" in Nürnberg

Im Automobil, in der Datentechnik und Telekommunikation, in der Industrie- und Konsumelektronik, in der Militär- und Luftfahrttechnik - überall sind so genannte eingebettete Systeme im Einsatz, in denen ein Computer in eine technische Umgebung eingebunden ist.

Die "embedded world" ist nach Angaben der Messe Nürnberg die weltweit größte Fachmesse ihrer Art und Treffpunkt der internationalen Embedded-Community. Die drei Professuren Kommunikationsnetze, Schaltkreis- und Systementwurf sowie Technische Informatik der TU Chemnitz präsentieren hier vom 2. bis zum 4. März 2010 ihre Forschung zum Thema eingebettete Systeme auf dem mitteldeutschen Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Halle 11, Stand 11-128).

Drahtloser Datenaustausch zwischen Sensoren und Aktoren

Wenn Daten per Funk ausgetauscht werden, kann es zu Störungen kommen - etwa dazu, dass die Übertragungszeit variiert oder Datenpakete verloren gehen. Bei Regelkreisen, in denen Sensoren zur Messwerterfassung und Aktoren drahtlos kommunizieren, kann das teilweise gravierende Auswirkungen auf die Regelgüte haben. Derartige Regelkreise findet man in Umgebungen, in denen eine Datenübertragung über Kabel sehr schwierig oder nicht möglich ist, zum Beispiel bei beweglichen Bauteilen oder ferngesteuerten mobilen Robotern.

Wissenschaftler der Professur Kommunikationsnetze um Prof. Dr. Thomas Bauschert betreiben Grundlagenforschung, um die Regelungstechnik und die kabellose Netzwerktechnik optimal aufeinander abzustimmen und damit Stabilität und Robustheit der Systeme zu gewährleisten. "Die drahtlosen Networked Control Systems NCS sind flexibler und preisgünstiger, aber im Prinzip auch robuster, da sie Ausfälle von Sensoren besser ausgleichen können", so Claudia Zschoppe, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Kommunikationsnetze. "Im Rahmen unserer NCS-Forschungsarbeiten verwenden wir den so genannten Hardware-in-the-Loop-Ansatz", sagt Zschoppe und erklärt: "Wir koppeln echte Bauteile mit Simulations-Software. Das heißt, die Datenübertragung wird mittels Hardware realisiert, aber die Regelungsaufgabe wird am Rechner simuliert." Dadurch können die Forscher ohne hohen Kostenaufwand vielfältige regelungstechnische Problemstellungen untersuchen. Auf der "embedded world" stellen die TU-Wissenschaftler eine NCS-Experimentalplattform vor.

Standardisierte Schnittstellen für Sensoren

Im Projekt "Generalisierte Plattform zur Sensordatenverarbeitung (GPSV)" unterstützen die Wissenschaftler der Professur Schaltkreis- und Systementwurf um Prof. Dr. Ulrich Heinkel lokale kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowohl bei der Entwicklung von Steuerplattformen als auch bei der Erweiterung von Sensoren um neue Schnittstellen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer zentralen, kompakten, flexiblen Verarbeitungseinheit zur Speicherung von Sensordaten sowie einer Lösung zur Anbindung verschiedener Sensoren an diese Plattform. Die Anbindung erfolgt dabei über standardisierte Schnittstellen, um die Erweiterbarkeit der Plattform zu erhöhen. Im Rahmen des Projekts werden aktuelle Fragestellungen der KMU bearbeitet. Die Kompetenzen der Forschergruppe konzentrieren sich auf die drahtlose Sensorkommunikation und Lokalisierung, den Entwurf digitaler Schaltungen, das Embedded Software Design und die Simulation von Sensornetzen mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz. In Nürnberg stellen die Wissenschaftler zwei Demonstratoren der zentralen Plattform vor, deren Software trotz verschiedener Basishardware durch den selben Entwurfsablauf und mit den gleichen Tools erstellt werden kann. Das Projekt wird im Rahmen der Initiative "Unternehmen Region" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,1 Millionen Euro gefördert.

RFID geht neue Wege

Dass Satelliten Autos über Straßen und Fußgänger durch Städte führen, ist Stand der Technik. Sobald man jedoch in Gebäude kommt, wo der Kontakt zum Satelliten abreißt, stoßen diese Systeme an ihre Grenzen. Wer dennoch auf kürzestem Weg in einem unbekannten Gebäude sein Ziel finden will und zusätzlich individuelle Infos oder aktuelle Nachrichten wünscht, benötigt Hilfe. Ein an der Professur Technische Informatik entwickeltes interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem kann diese Nutzer künftig unterstützen. Diese Indoor-Navigation, die die TU-Forscher auf der Fachmesse mit einem Demonstrator präsentieren, basiert ausschließlich auf der RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie. "Im Gebäude werden RFID-Tore an Schlüsselpositionen installiert, mit deren Hilfe Besucher oder Objekte nicht nur berührungslos identifiziert, sondern ihnen auch orts- und personenabhängige Informationen angeboten werden können. Herkömmliche, kostengünstige RFID-Tags reichen dazu als Ausstattung völlig aus. Kombiniert mit berührungsempfindlichen Displays entsteht so ein intelligentes und interaktives Gebäudeleit- und Infotainmentsystem", erklärt Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Hardt. "Auch mobile Endgeräte der Nutzer wie Handys oder Smartphones können inzwischen in das System integriert werden und bieten zusätzlichen Komfort", ergänzt Matthias Vodel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Technische Informatik.

Weitere Informationen erteilen
an der Professur Kommunikationsnetze Claudia Zschoppe, Telefon 0371 531-37289, E-Mail claudia.zschoppe@etit.tu-chemnitz.de,
an der Professur Schaltkreis- und Systementwurf Daniel Kriesten, Telefon 0371 531-33058, E-Mail sse@infotech.tu-chemnitz.de,

an der Professur Technische Informatik Matthias Vodel, Telefon 0371 531-36499, E-Mail vodel@informatik.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Starker Auftritt von dormakaba auf der Messe Security Essen 2016
11.10.2016 | Kaba GmbH

nachricht Solarkollektoren aus Ultrahochleistungsbeton verbinden Energieeffizienz und Ästhetik
16.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik