Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017

In der deutschen Hauptstadt ist 5G kein ferner Hype. Schon heute werden Technologien für eine intelligente Netzwerkinfrastruktur entwickelt und Testumgebungen installiert, mit denen neue Anwendungen erprobt werden können. Das Fraunhofer-Institut FOKUS präsentiert vom 27. Febr. bis 2. März 2017 auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona die Testumgebung 5G Berlin auf dem Stand von Berlin Partner (Halle 7, Stand L51).

Berlin ist nicht nur eine hippe Partystadt, sondern hat auch technologisch-wissenschaftlich einiges zu bieten: An 85 wissenschaftlichen Instituten wird auf den Gebieten der Informatik und Software-Entwicklung gelehrt und geforscht.¹ 18.500 Studierende waren im Jahr 2015 in IT-bezogenen Studiengängen eingeschrieben.²


Infografik: Lageplan der experimentellen 5G-Infrastruktur in Berlin

Fraunhofer FOKUS

70 Prozent (2,1 Milliarden Euro) des gesamten Risikokapitalvolumens in Deutschland gingen in 2015 an Start-ups in Berlin.³ Dies macht Berlin zu einer idealen Umgebung für die Entwicklung neuer Technologien wie den 5G-Netzstandard. Ab 2020 sollen 5G-Infrastrukturen weltweit neue Bandbreiten und geringe Latenzen bei der Datenübertragung liefern. Integrierte, heterogene Netze werden dann Milliarden von Geräten und Sensoren nahtlos verbinden sowie dynamisch auf Anwendungsanforderungen reagieren.

Fraunhofer FOKUS wird auf dem MWC die Testumgebung 5G Berlin vorstellen. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen und Forschungseinrichtungen lange vor dem kommerziellen Einsatz und dem Abschluss der Standardisierungsprozesse ihre Produkte auf »5G Readiness« erproben und testen, ob sie innerhalb einer 5G-Umgebung reibungslos mit anderen Komponenten zusammenarbeiten.

Prof. Dr. Thomas Magedanz, Leiter des Geschäftsbereichs »Software-based Networks« von Fraunhofer FOKUS, resümiert: »Nach dem anfänglichen 5G-Hype mit einigen überzogenen Anwendungsszenarien, wie dem Operationsroboter am anderen Ende der Welt, der über Kontinentalgrenzen in Echtzeit gesteuert werden soll, hat für Telekommunikationsunternehmen und Forschungseinrichtungen nun die ‚Arbeitsphase‘ begonnen.

Wir arbeiten mit Partnern aus Industrie und Forschung an 5G-Standards, die es Nutzern ermöglichen, bestehende breitbandige mobile und feste Zugangsnetze nahtlos in das hochflexible 5G-Kernnetz zu integrieren. Anwendungen, die diese integrierte Netzwerkplattform nutzen, haben unterschiedliche Anforderungen zum Beispiel hinsichtlich der Latenzzeiten, Datenmenge und Sicherheit.

Durch ein intelligentes Netzwerkdesign mit virtuellen, dynamisch konfigurierbaren Netzwerkdiensten auf einer verteilten Rechenzentrumsinfrastruktur kann gewährleistet werden, dass je nach anwendungsspezifischer Anforderung die Dienstintelligenz und Datenverarbeitung an entsprechenden Stellen im Netz platziert wird und somit die optimal passende Netzinfrastruktur zur Verfügung steht. Dieses Konzept wird als ‚Edge Computing‘ bezeichnet. Wir freuen uns, dass wir mit unseren ‚5G Ready-Werkzeugen‘ Berlin dabei unterstützen können, sich weltweit als führende 5G-Hauptstadt zu positionieren.«

5G Berlin, eine Initiative der Fraunhofer-Institute FOKUS und HHI, ist Partner des Berlin iSquare Programms des Landes Berlin, einer Initiative der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Berlin will als eines der ersten Bundesländer ein 5G Netz unter realen Bedingungen testen und anschließend die Implementierung dieser Infrastruktur in Berlin vorantreiben. Dieses Vorhaben ist Teil der Digitalen Agenda des Landes Berlin.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe initiiert und begleitet deshalb ein 5G Testfeld im öffentlichen Raum unter Beteiligung von in Berlin tätigen Firmen. Zusammen mit Unternehmen, Startups und Organisationen werden Projekte ins Leben gerufen, in denen auf der Basis einer modernen Informations- und Kommunikations-Infrastruktur mit offenen Schnittstellen die Expertise der unterschiedlichen Partner gebündelt wird.

»Die 5G Modellprojekte haben das Ziel, die Grundlage für eine intelligente Stadt nach dem Motto ,Smart Network for Smart City‘ zu schaffen und so die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in einer wachsenden Stadt zu verbessern«, sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. »Bei all den Herausforderungen und Innovationen der digitalen Transformation soll vor allem der Nutzen für die Anwender im Vordergrund stehen – auch wenn dahinter komplexe neue Infrastruktur und Technologien stehen. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ist offen für neue Ideen und Projekte. Ich freue mich darauf, mit den Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen.«

Die Anwendungsfelder von 5G sind vielfältig: Durch 5G wird sich beispielsweise das Video- und Musikstreaming verbessern. Streaming ist bisher nur bei niedrigen Geschwindigkeiten möglich. Schon in einem normalen ICE fällt die Verbindung häufig aus. 5G soll künftig auch die Übertragung in Hochgeschwindigkeitszüge (bis 500 km/ h) und Flugzeuge (bis 1000 km/ h) ermöglichen. Weitere wichtige Anwendungen könnten mobiles Video in autonom fahrenden Autos oder Augmented Reality sein.

Pressekontakte:
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Sven Siebert, Pressesprecher
Telefon: +49 (0) 30 9013 -8451
Sven.Siebert@senweb.berlin.de

Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme
Mitra Motakef-Tratar
Corporate Communications
Telefon: +49 30 3463-7517
mitra.motakef-tratar@fokus.fraunhofer.de


Fraunhofer FOKUS
Fraunhofer FOKUS erforscht die Digitale Vernetzung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Seit 1988 unterstützt es Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Verwaltung in der Gestaltung und Umsetzung des digitalen Wandels.

Dazu bietet Fraunhofer FOKUS Forschungsleistungen von der Anforderungsanalyse über Beratung, Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung bis hin zu Prototypen und Piloten in den Geschäftsbereichen Digital Public Services, Future Applications and Media, Quality Engineering, Smart Mobility, Software-based Networks, Vernetzte Sicherheit, Visual Computing und Analytics an.

Mit rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin und einem jährlichen Budget von 30 Millionen Euro ist Fraunhofer FOKUS das größte IKT-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft. Es erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Budgets aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.


Quellen:

1 Quelle: http://www.businesslocationcenter.de/de/wirtschaftsstandort/branchen-cluster/ikt...

2 Quelle: http://www.berlin.de/projektzukunft/uploads/tx_news/Projekt_Zukunft_Standortfakt...

3 Quelle: http://www.ey.com/de/de/newsroom/news-releases/ey-20160121-rekordsumme-fuer-deut...

Christiane Peters | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht OLED auf hauchdünnem Edelstahl
21.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Die Chancen der Digitalisierung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement: vitaliberty auf der Zukunft Personal 2017
19.09.2017 | vitaliberty GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie