Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Minikamera mit Köpfchen

21.08.2012
Reißende Stromschnellen, tiefe Schlammlöcher oder hohe Hürden - bei den Outdoor-Wettkämpfen der Olympischen Spiele gingen die Athleten bis an ihre Grenzen.

Mit Bildern allein lässt sich das kaum festhalten. Daher haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS eine intelligente Kamera entwickelt, die zusätzliche Metadaten wie Beschleunigung, Temperatur oder GPS-Position gleich mitliefert. Zu sehen ist INCA vom 7. bis 11. September auf der Messe IBC in Amsterdam (Halle 8, Stand B80).


Die intelligente Kamera INCA ist klein, robust und liefert Bilder in HD-Qualität samt Zusatzinformationen wie Beschleunigung, Temperatur oder Puls. © Fraunhofer IIS

Es sind nur noch wenige Meter bis zum Ziel. Der Mountainbiker springt über den letzten Hügel, nimmt die letzte Kurve, dicht gefolgt von seinen Konkurrenten. In solchen Momenten will man nicht nur zuschauen, sondern sich ganz in die Situation, in den Sportler hineinversetzen. Wie beschleunigt er auf der Zielgeraden, wie rast sein Puls, wie fühlt er sich? Diese Informationen könnten die Zuschauer schon bald in Echtzeit direkt zu den Bildern erhalten. Denn mit der von Fraunhofer-Wissenschaftlern in Erlangen entwickelten Intelligenten Camera INCA sind künftig völlig neue Einsatzbereiche und Blickwinkel möglich.

INCA liefert nicht nur Bilder in HD-Broadcasting-Qualität, sie ist auch mit unterschiedlichsten Sensoren ausgestattet, die Auskunft über GPS-Position, Beschleunigung, Temperatur oder Luftdruck geben. Zudem lässt sich die Kamera problemlos via Bluetooth oder WLAN mit externen ­Systemen verbinden: etwa einem Brustgurt zur Aufzeichnung der Herzfrequenz oder einer Gesichtserkennungssoftware, die ganz neue Perspektiven eröffnen kann. So können die Zuschauer vielleicht sogar einen kleinen Blick in das Gefühlsleben der Sportler erhaschen. Möglich ist zudem die Kombination mit Objekt- und Stimmerkennungssystemen.

Für alle Eventualitäten gewappnet

Trotz ihrer geringen Größe von 2x2x8 cm eignet sich die Miniaturkamera aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit und dem geringen Stromverbrauch sehr gut für professionelle Film- und TV-Produktionen. Vor allem in Extremsituationen, denn INCA widersteht Sand und Staub, trotzt Kälte und Schutt und ist gut als Helmkamera einsetzbar. Mögliche Einsatzbereiche sind nicht nur Sport- und Eventübertragungen, sondern genauso Tier- oder Naturfilme sowie Expeditionen, wo solche Zusatzdaten wertvolle Informationen liefern können. Die Kamera analysiert die Daten und erlaubt dem Benutzer auf diese Weise während des Filmens mehr über seine Umgebung zu erfahren und festzuhalten.

Da das Kamerasystem auf dem Betriebssystem Android basiert, lässt es sich flexibel und einfach durch das Aufspielen einer App an die jeweiligen Anforderungen anpassen. INCA besitzt genügend Rechenleistung, um auch anspruchsvolle Algorithmen auszuführen: So können Objektivfehler entzerrt und HD-Videos in Echtzeit komprimiert werden.

Diese Punkte stellten die Wissenschaftler bei der Entwicklung vor große Herausforderungen, wie Gruppenleiter Wolfgang Thieme vom Fraunhofer IIS schildert: »Der Knackpunkt war, die riesige Funktionsvielfalt auf engstem Raum unterzubringen. Möglich ist das durch einen so genannten OMAP-Prozessor (Open Multimedia Applications Platform). Als Herzstück der Kamera ist dieser vergleichbar mit einem Hauptprozessor (CPU) wie er in jedem PC zu finden ist. Der Unterschied ist, dass auf dem OMAP zusätzliche Funktionsblöcke für die unterschiedlichen Aufgaben integriert sind. Ohne diese Blöcke könnte das System weder HD-Videobilder aufnehmen noch sie in Echtzeit verarbeiten und ausgeben. Die schwierigste Aufgabe war, diese Blöcke zu programmieren und bei der Datenverarbeitung zu nutzen.«

Noch ist die smarte Kamera nicht auf dem Markt, doch Interessierte können sie bereits auf der Messe IBC in Amsterdam vom 7. bis 11. September 2012 am Fraunhofer-Stand B80 in Halle 8 ausprobieren.

Wolfgang Thieme | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/august/minikamera-mit-koepfchen.html

Weitere Berichte zu: B80 Beschleunigung Blöcke Echtzeit Einsatzbereiche GPS-Position IBC IIS IncA Köpfchen Minikamera Temperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften