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MEDICA-Kongress goes international

12.10.2009
Erstmals bietet der MEDICA-Kongress in diesem Jahr neben dem deutschen auch einen englischsprachigen Fortbildungsteil an. An drei Halbtagen präsentieren hochkarätige Experten medizinische Hintergründe zu wichtigen Innovationen und Entwicklungen, die auch auf der Messe vertreten sein werden. Die fünf Hauptthemen spannen einen weiten Bogen von der Bildgebung über die Herzchirurgie bis zur Palliativmedizin.

Integrated Diagnostics and Therapy in Oncology

Neue Anwendungen der integrierten Diagnostik und Therapie im Bereich der Onkologie bilden in diesem Jahr den Schwerpunkt des neuen, internationalen Kongressteils. Namhafte Entwickler und Anwender unter Federführung von Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor und Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus, Radiologische Universitätsklinik Heidelberg, werden die Innovationen in diesem Gebiet aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Wie man das Ansprechen auf eine Therapie, etwa bei Tumorpatienten, mit Hilfe der digitalen Bildanalyse in nie dagewesener Qualität überwachen kann, wird Prof. Heinz-Otto Peitgen, Direktor Fraunhofer MEVIS, Bremen, in seinem Vortrag darlegen. Der prominente Mathematiker und Firmengründer gilt weltweit als Vorreiter der Entwicklung von digitalen Bildanalyseverfahren für die medizinische Diagnostik und Therapieplanung. Sie kommen vor allem bei Tumor-, Gefäß-, Lungen- und neurologischen Erkrankungen zum Einsatz. Insbesondere Radiologen und Chirurgen nutzen die Entwicklungen des Mathematikers. Wenn nun auch das Überwachen des Therapieerfolges durch die computerunterstützte Radiologie möglich wird, etwa durch hochaufgelöste, dreidimensionale Darstellungen der Organstrukturen, wird das den Kreis der Anwender noch beträchtlich erweitern.

Wie sehr die Nutzung bildgebender Verfahren die Behandlung von Tumoren revolutioniert hat, wird Prof. Thomas Helmberger, Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Städtischen Klinikum München, darlegen. Der Experte zeigt auf, wie Radiologen heute mit schonenden Verfahren, beispielsweise über Kathetertechniken, Tumorgewebe gezielt zerstören und gerade bei schwierigen Lokalisationen damit bessere Ergebnisse erzielen als die herkömmliche chirurgische Therapie. Die hochpräzise Lokalisation des Tumors durch modernste Bildgebung und der minimal-invasive Zugang ermöglichen eine fokussierte Eliminierung des Tumorgewebes mittels Hitze, Kälte, Radioaktivität, Chemotherapie oder Embolisation bei maximaler Schonung des gesunden Gewebes.

Wie bildgebende Verfahren heute auch in der Prävention genutzt werden, beschreibt Privatdozent Dr. Christoph U. Herborn, Medizinisches PräventionsCentrum Hamburg-Eppendorf. Er wird darstellen, wie die moderne Scannertechnologie in Befundungs- und Diagnose-Assistenzsysteme integriert werden kann. Welche Auswirkungen diese technologische Innovation auf zukünftige Anwendungen hat, etwa bei Ganzkörper-Applikationen oder bei der Integration der Magnetresonanztomographie in Screening-Untersuchungen, verdeutlicht der Experte anhand von Fallbeispielen.

Neue Biomarker für funktionelle Untersuchungen wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) werden, zusammen mit der Integration von klinischen und biologischen Daten, eine individualisierte Medizin ermöglichen, die ganz am Bedürfnis des jeweiligen Patienten ausgerichtet ist. Den Stellenwert solcher neuen Marker im Zusammenhang mit der multimodalen Bildgebung erläutert Professor Ph. Lambin, Direktor der MAASTRO Klinik in Maastricht.

Nicht fehlen darf im Reigen der integrierten neuen Therapieverfahren in der Onkologie natürlich das ganze neue Gebiet der Schwerionenbestrahlung. Wie man hier unter Schonung des gesunden Gewebes selbst Tumoren an schwierigsten Lokalisationen erfolgreich behandelt, etwa im Gehirn, am Auge oder in der Nähe lebenswichtiger Gefäße oder Nerven, wird Prof. Dr. Klaus Herfarth, Abteilung RadioOnkologie und Strahlentherapie, Universitätsklinik Heidelberg, beschreiben. In Heidelberg steht eine der ersten Schwerionenanlagen in Deutschland; die Anwender dort verfügen über die weltweit umfassendsten Erfahrungen in der Forschung und klinischen Entwicklung dieser neuartigen, allerdings sehr aufwendigen Therapieform.

Patient Monitoring

Zentrale Probleme der Überwachung von Patienten im Operationssaal und auf der Intensivstation hat Dr. Martin Brüesch, Leitender Arzt Institut für Anästhesiologie, Zürich, in den Mittelpunkt dieses Seminars gestellt.

Ständiger technischer Alarm lenkt beispielsweise den Anästhesisten vom Patienten ab und verursacht spezifische Risiken. Solche Schnittstellenprobleme zwischen Arzt und Technik im Operationssaal thematisiert Privatdozent Dr. M Schuster, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin. Der Anästhesist wird neue Technologien vorstellen, die den Arbeitsablauf im OP verbessern und gleichzeitig die durch die Technik hervorgerufenen Probleme minimieren können.

Moderne Informationstechnologie lässt sich auch dazu nutzen, um die Überwachung schwerkranker Patienten sicherzustellen. Am Universitätsklinikum Zürich wurde eine der weltweit größten Einheiten zur software-unterstützten Blutgasanalyse am Krankenbett etabliert. Über die Erfahrungen mit dieser hochinnovativen Technik in der Intensivmedizin und die zukünftige Weiterentwicklung berichtet Dr. Christian Falk, Stellvertretender Abteilungsleiter Zentrale Informatik am Universitätsspital Zürich.

New Challenges in Breast Cancer

Moderne Bildgebung ist auch bei der Diagnose von Brustkrebs unverzichtbar, wie dieser Programmteil zeigt, für den Prof. Dr. Rolf Kreienberg, Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V., verantwortlich zeichnet. Zur Abklärung unklarer Befunde in der weiblichen Brust sind Gewebeentnahmen über eine feine Nadel unter Sichtkontrolle mittels Ultraschall heute der Goldstandard. Die Beurteilung der so gewonnenen Gewebeproben unter dem Mikroskop ist auch die Voraussetzung für die Wahl der jeweiligen Therapie. Inzwischen gewinnt neben dieser klassischen histopathologischen Bewertung auch die molekulare Charakterisierung des Tumorgewebes zunehmend an Bedeutung. Anhand der unterschiedlichen Eigenschaften, die das Tumorgewebe im Labor zeigt, im Fachjargon „Expressionsprofil“ genannt, lässt sich die Aggressivität des Tumors recht präzise einschätzen und eine darauf abgestimmte Therapie wählen. Privatdozent Dr. Georg Sauer, Leitender Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik Ulm, wird die klassische Beurteilung von Brust-Biopsien mit der neuen, molekularen Charakterisierung des Gewebes vergleichen.

Neue chirurgische Techniken zur Behandlung von Brustkrebs zielen darauf, die Tumorzellen in der Brust bei gleichzeitiger Erhaltung des gesunden Gewebes gezielt zu zerstören. Über Fortschritte in diesem Bereich berichtet Prof. Dr. med. Thorsten Kühn, Chefarzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Städtische Kliniken Esslingen. Darüber hinaus wird der Experte die aktuellen Möglichkeiten der Rekonstruktion der Brust oder von Teilen der Brust vorstellen.

Future Trends in Cardiac Surgery

Selbst in der Herzchirurgie, die früher nicht ohne große Eröffnung des Brustkorbes auskam, geht der Trend hin zu schonenden, minimal-invasiven Techniken. Die Entwicklung in diesem Bereich verdeutlicht Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, Direktor der Klinik für Herzchirurgie, Herzzentrum Leipzig, Pionier und einer der weltweit erfahrensten Experten in diesem Bereich. Die Evolution der minimal-invasiven Herzoperationen begann in den 90er Jahren mit kleineren Schnitten, schonenderen Zugängen, besseren Herzlungenmaschinen und neuen Techniken zur Rekonstruktion der Herzklappen. Weitere Erfolge sind der engen Zusammenarbeit von Herzchirurgen und Kardiologen zu verdanken, etwa die Operation der Aortenklappe allein über einen Katheter, der durch die Gefäße vom Bein aus bis ins Herz geführt wird.

Herzoperationen auf der Basis endoskopischer oder kathetergesteuerter Zugänge haben zu einem erhöhten Bedarf an Bildgebung, dreidimensionaler Darstellung und Simulation in der Herzchirurgie geführt. Eine wachsende Bedeutung kommt der präoperativen Planung, der Erstellung von Modellen und der Bildunterstützung während des Eingriffs zu. Prof. Volkmar Falk, Direktor des Departments Chirurgie, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Zürich, wird einen Überblick über aktuelle Entwicklungen der modellgestützten Herzchirurgie geben.

Neue Trends in der Entwicklung und Zulassung von Systemen zur Herzkreislaufunterstützung sowie von künstlichen Herzklappen präsentiert Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rode, Direktor am Institut für Angewandte Medizintechnik, Helmholtz Institut, RWTH Aachen. Eine optimierte Integration in das Herzkreislaufsystem des individuellen Patienten, eine verringerte Thomboseneigung und eine erhöhte Haltbarkeit der Systeme stehen dabei im Mittelpunkt der Neuentwicklungen. Außerdem wird Prof. Schmitz-Rode schonendere (minimal-invasive) Methoden der Implantation der Systeme in den menschlichen Körper vorstellen.

Palliative Care

Etwa die Hälfte der Gesundheitskosten eines ganzen Menschenlebens entfallen auf das letzte Lebensjahr. Die meisten Menschen verbringen ihre letzten Monate in einem Krankenhaus, wo man nur selten darauf eingestellt ist, ein Individuum in seiner Sterbephase zu betreuen. Die Fähigkeit zur kompetenten Sterbebegleitung kommt in der klinischen Ausbildung, Lehre und Forschung unseres derzeitigen Medizinsystems nach wie vor zu kurz, kritisiert Professor Stein Husebø, Leiter der Abteilung f. Schmerztherapie und Palliativmedizin, Universitätsklinikum Bergen, Norwegen.

„Mit der rasanten Alterung unserer Gesellschaft steigt der Bedarf an neuen Betreuungskonzepten, die alten Menschen die Würde und Pflege angedeihen lassen, die sie in ihrer finalen Phase verdienen. Auch die letzten Jahre vor dem Tod werden zu einer erfüllten Zeit menschlichen Daseins, wenn Versorgung, Kommunikation und Ethik stimmen“, so Husebø. Welche palliativmedizinische Versorgung alte Menschen brauchen und was Ärzte im Umgang mit Krankheit, Trauer und Liebe von ihren Patienten lernen können, werden die renommierten Palliativmediziner Professor Stein Husebø und Bettina Husebø, MD, PhD, Institut für Gesellschaftsmedizin, Universität Bergen, darlegen.

Programmanforderung und Auskunft:

MEDICA Deutsche Gesellschaft für
Interdisziplinäre Medizin e. V.
Chemnitzer Straße 21
70597 Stuttgart
Tel.: 0711 720712-0
Fax: 0711 720712-29
E-Mail: info@medicacongress.de

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Weitere Informationen:
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