Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Marktpotenziale öffentlicher Geodaten „Die Wirtschaft mitnehmen“

23.07.2014

Die Wirtschaft braucht Geodaten. Daher liegt in öffentlichen Geodaten ein enormes Marktpotenzial. Diese Thesen sind unbestritten. Die Frage ist aber: Wächst die Nachfrage, seit immer mehr Behörden ihre Daten zum Teil frei ins Netz stellen? Auf der Suche nach Antworten. Auch auf der INTERGEO in Berlin ist das Wirtschaftspotenzial öffentlicher Geodaten als Themenslot im Kongressprogramm fest verankert. Freuen Sie sich auf einen intensiven Austausch und fundierte Information am Donnerstag, den 9. Oktober 2014.

Die Stadt Bonn steht in Sachen Open Data noch recht am Anfang, hat sich aber mit dem Ratsbeschluss vom 30. Januar 2014 auf einen klar definierten Weg gemacht. Sven Hense, Projektleiter E-Government und Leiter der Koordinationsstelle Open Data der Stadt Bonn, ist mit dabei:

Er erklärt, dass die Stadtverwaltung konsequent daran arbeite, um das im Mai veröffentliche Open Data Portal inhaltlich weiter auszubauen. Bei einer zuvor geleisteten Umfrage zu den Wunschdatensätzen, die der Öffentlichkeit übergeben werden sollen, lagen Geodaten weit vorne, so Hense. „Die Georeferenzierung war das meist genannte Kriterium der Wunschdatensätze“. 

Erheblicher Run auf die Daten

In der Vermessungsverwaltung Berlin, der gastgebenden Stadt der INTERGEO 2014, ist man in Sachen Open Geodata schon einige Schritte weiter. Die Hauptstadt gilt neben Hamburg und Bremen als der Motor, wenn es darum geht, öffentliche Geodaten unter die Leute zu bringen – für alle zur freien Verwendung und entgeltfrei, wie es im Verwaltungsjargon heißt. Und in dieser Open-Data-Strategie sieht Thomas Luckhardt aus der Senatsverwaltung Berlin die Chance, öffentliche Geodaten nutzbringend auch in die Wirtschaft zu bringen.

„Nachdem wir die Daten im letzten Jahr freigegeben haben, ist ein größerer Run auf die offenen Daten festzustellen“, so der verantwortliche Leiter der Abteilung III – Geoinformation bei der Senatsverwaltung für Umwelt und Stadtentwicklung. Noch hat man nicht exakt ermittelt, wer auf welche Datensätze zugreift. Doch Luckhardt stellt fest, dass die Daten bei weitem stärker genutzt werden als zuvor. „Die Preise und teils schwer durchschaubaren Preismodelle waren definitiv ein Grund in dem Gesamtgefüge, die zuvor zu einer Zurückhaltung bei den Kunden geführt hat“, so Luckhardt. 

Rahmenbedingungen noch nicht optimal

Preise und Preisgefüge, Lizenzen und Lizenzmodelle, Fragen des Datenschutzes, aber auch die Auffindbarkeit öffentlicher Geodaten sind Hürden auf dem Weg von Geodaten in die Wirtschaft. Lars Behrens, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle der Kommission für Geoinformationswirtschaft (GIW-Kommission) kommt zu folgender Feststellung: „Immer mehr Behörden stellen ihr Angebot an Geodaten ins Netz, aber die Nachfrage aus der Wirtschaft lässt noch zu wünschen übrig.“ Stimmt also das eingangs formulierte und so oft postulierte Credo von der Inwertsetzung von Geodaten durch die Wirtschaft vielleicht gar nicht? „Doch, auf jeden Fall“, so Behrens. Die Wirtschaft habe einen enormen Mehrwert durch den Einsatz von Geodaten, aber die Rahmenbedingungen seien noch nicht optimal. Es scheint so, als ob mit der wachsenden Anzahl der Portale behördlicher Geodaten und der anhaltenden Diskussionen um Lizenzmodelle und Datenschutzbestimmungen die Verunsicherung der Unternehmen wachse. 

Doch es gibt auch Positivbeispiele: Zu den von der GIW-Kommission angestoßenen Best-Practice-Projekten zählen Anwendungen in der Waldwirtschaft, im Immobiliensektor, dem Gesundheitswesen oder der Rohstoffwirtschaft. In allen sogenannten Leitprojekten konnte die GIW-Kommission zeigen, dass Geodaten einen hohen Mehrwert für die Wirtschaft liefern können. Wenn sie denn so bereitgestellt werden, dass die Unternehmen mit den Daten arbeiten können. 

Von anderen lernen

Sven Hense von der Koordinationsstelle Open Data in Bonn, hat nun den entscheidenden Vorteil, sich mit anderen Akteuren auszutauschen und Open Data inhaltlich weiterentwickeln zu können. „Wir werden gezielt kooperieren, um bei den Unternehmen der Region die Werbetrommel für das Datenportal zu rühren“, so Hense. Gezielt ansprechen, Bedürfnisse abfragen, Aufmerksamkeit erzeugen und einen Austausch mit Unternehmen in Gang bringen – das sind Schritte, um das Wirtschaftspotenzial der Geodaten auszuschöpfen. Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um das Potenzial der Geodaten zu entfalten, bleibt abzuwarten. „Wir müssen die Wirtschaft mitnehmen, soviel steht fest“, so Hense. 

Den Stand der Diskussion rund um öffentliche Geodaten können Sie live auf der INTERGEO in Berlin erleben. Im Programm enthalten ist eine Keynote der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Brigitte Zypries zum Thema „Marktpotenzial öffentlicher Geodaten“ (Donnerstagvormittag, Raum New York). Eine anschließende Talkrunde der GIW-Kommission wird das Thema weiter vertiefen. Freuen Sie sich auf einen intensiven Austausch und fundierte Informationen auf der INTERGEO in Berlin.

Über die INTERGEO 

Die INTERGEO ist die internationale Leitmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. 16.383 Fachbesucher aus 90 Ländern informierten sich auf der zurückliegenden Kommunikationsplattform bei 516 Unternehmen aus 30 Ländern über die Innovationen der Branche.

Die 20. Auflage der INTERGEO findet vom 7. bis 9. Oktober 2014 in Berlin statt.

Kennen Sie schon die INTERGEO Website? Unter http://www.intergeo.de stehen Ihnen aktuelle Informationen zur Verfügung.

Der DVW e.V. – Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement ist Veranstalter der INTERGEO.

IHR PRESSEKONTAKT:
HINTE GmbH

Stefanie Wegers

Tel. +49 (0)721/9 31 33-760

E-Mail: swegers@hinte-messe.de

Stefanie Wegers | HINTE GmbH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Atomfalle für die Wasserdatierung

28.02.2017 | Geowissenschaften

Zellen passen sich ultraschnell an die Schwerelosigkeit an

28.02.2017 | Medizin Gesundheit

Maus-Stammzellen auf Chip könnten Tierversuche ersetzen

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie