Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lyon organisiert die erste internationale Fachmesse für Servicerobotik

31.03.2011
Der französische Branchenverband für Servicerobotik Syrobo organisierte vom 23. bis 25. März 2011 im Kongresszentrum der Cité Internationale in Lyon die erste Robotik-Messe. Diese führte internationale Experten der Roboterbranche im Rahmen von Konferenzen und Messen zusammen.

Auf der Innorobo gaben etwa 80 Aussteller einen Überblick über den aktuellen Stand der Dienstleistungsrobotik (Erholung, Bildung, Transport, persönliche Betreuung). Bruno Bonnell (Präsident des französischen Branchenverbands) zufolge ist das aktuelle Ziel der Bau von Robotern, die den Komfort des täglichen Lebens verbessern.

Die Europäer seien in diesem Forschungsbereich eher praxisorientiert und streben nicht nach verbesserten Modellen von anthropomorphen Robotern wie beispielsweise in Asien. Nach Angaben des Internationalen Verbands für Robotik lag der Weltmarkt für Serviceroboter im Jahr 2010 bei 3,5 Milliarden Euro (8,7 Millionen Roboter sind weltweit bereits im Einsatz) gegenüber 18 Milliarden Euro für Industrieroboter. Erwartet wird, dass er bis 2020 auf 100 Milliarden Euro ansteigt. "Die Robotik ist heute das, was in den 1990er Jahren das Internet war. Der Sektor wächst sehr schnell und die Anwendungen sind bereits heute sehr zahlreich", so Bruno Bonnell.

Das französische Unternehmen Aldebaran Robotics stellte auf der Messe den humanoiden Spielzeugroboter Nao (56 cm) vor, der direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen zu sein scheint. Er kann Sprache verstehen, Geschichten erzählen, tanzt und ist mit verschiedenen anderen Software-Produkten kompatibel. Das Unternehmen hat bereits über 1.000 Roboter zu einem Preis zwischen 4.000 - 16.000 Dollar verkauft.

Käufer sind in erster Linie Forscher und Universitäten, aber die Designer hoffen, dass er künftig auch zu Bildungszwecken von Firmen, Schulen und Therapeuten erworben wird, um beispielsweise mit autistischen Kindern oder anderen kranken bzw. isolierten Menschen zu interagieren. Mit einem bildschirmförmigen Kopf kann ein weiteres Modell eines Roboters das Erscheinungsbild des abwesenden CEO nachahmen. Mit kleinen Rädern ausgestattet, fährt der Chef-Roboter durch die Büros seiner Mitarbeiter und stellt wichtige Fragen per Video-Konferenz (Tele-Präsenz).

Gefördert von der Regierung ist iRobi bereits in mehr als 2.000 Kindergärten in Südkorea anzutreffen. Der kleine Roboter unterstützt die Lehrer und bringt Kindern zwischen 3-4 Jahren das Lesen und Schreiben bei, erzählt ihnen Geschichten und kann die Kinder zählen. Die Regierung plant die Ausstattung aller Haushalte mit einem solchen Roboter bis 2020.

Der Roboter Corebell ist ein Museumsführer, der interaktive Führungen durch Ausstellungen mit Bildern und Klängen bietet. Mit seiner künstlichen Intelligenz ist er auch in der Lage, den Grad der Sensibilisierung an das jeweilige Publikum anzupassen.

Angesichts des umfassenden Know-hows Deutschlands im Bereich der industriellen Robotik und der erreichten Forschungsergebnisse Frankreichs auf dem Gebiet der Service-Robotik und der neuen Dienstleistungen sind die Grundlagen für eine deutsch-französische Zusammenarbeit sehr vielversprechend.

Sie findet bereits im Deutsch-Französischen Institut für Automation und Robotik (IAR) in Karlsruhe Ausdruck, das gemeinsame Forschungsprojekte und Veranstaltungen, einen integrierten Studiengang, den Austausch von Studenten, Diplomanden und Doktoranden anbietet, und am EU-Programm ESPRIT und PROCOPE beteiligt ist.

Neue Initiativen und Kooperationsprojekte könnten auf dieser Grundlage entwickelt werden.

Nach dem LIMMS (Laboratory for Integrated Micromechatronic Systems), welches im Bereich der Mikround Nanotechnologie tätig ist, hat das CNRS ein zweites französisches Forschungszentrum für Robotik in der Nähe von Versailles aufgebaut. Die Forschungsaktivitäten im Bereich der humanoiden Robotik befinden sich ebenfalls im Aufschwung. Ein französisch-japanisches Laboratorium "Joint Robotics Laboratory" (JRL), 13 das in Japan (Tsukuba) und auch in Frankreich (Toulouse-LAAS und Montpellier-LIRMM) niedergelassen ist, wurde 2004 gegründet. Dieses Laboratorium hat maßgeblich zur Verwirklichung, Verstärkung und Dynamisierung der Gemeinschaft der Roboterforschung in diesem Themenbereich beigetragen.

Durch die Reaktorkatastrophe in Japan, bei der moderne amerikanische Roboter zum Einsatz kommen, wurde der EU deutlich, dass eine erweiterte Kooperation in diesem Bereich strategisch notwendig wäre.

Weitere Informationen:

Innorobo Messe unter: http://www.innorobo.com/ oder innorobo@syrobo.org

Kontakte:

- Catherine SIMON, Ansprechpartnerin bei Syrobo (französischer Branchenverband für Servicerobotik) - 151 rue Montmartre, La Cantine, 75002 PARIS France - Tel: + 33 (0) 6 80 96 48 70 - E-mail: catherine.simon@syrobo.org

- Prof. U. Kiencke, Prof. K. Kroschel, Fr. M. Müller-Klumpp vom deutsch-französischen Institut für Automation und Robotik (I.A.R.) - Teilinstitut Karlsruhe

- Prof. J.-M. Dion, Institut National Polytechnique de Grenoble (INPG) - 46, avenue Félix Viallet, F-38031 Grenoble Cedex

- Philippe Fraisse, Forscher, LIRMM - Tel: +33 4 67 41 85 56 - E-mail: fraisse@lirmm.fr - http://www.lirmm.fr/JNRH

Quellen:

- "Des robots et des hommes", Artikel aus Les Echos - 24/03/2011 http://blogs.lesechos.fr/techosphere/les-robots-debarquent-a-lyon-a5420.html

- "Les robots, les nouveaux amis des humains?", Artikel aus 20minutes - 24/03/2011 http://www.20minutes.fr/article/692802/lyon-les-robots-nouveaux-amis-humains

Redakteur: Charles Collet, charles.collet@diplomatie.gouv.fr

Charles Collet | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Berichte zu: Grenoble Innorobo Laboratorium Roboter Robotic Robotik Servicerobotik Syrobo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue 3D-Kamera revolutioniert Einzelhandel
18.05.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie

Heiße Materialien: Fachartikel zum pyroelektrischen Koeffizienten

23.05.2017 | Physik Astronomie