Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kontaminationen und Kohle im Schnelldurchlauf - UFZ mit Umwelttechnologien auf der TerraTec

28.01.2013
Ein Verfahren, mit dem energieeffizient Biokohle aus feuchter Biomasse hergestellt werden kann, ist eines von mehreren Technologien, die das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) auf TerraTec 2013 vorstellt. Unter dem Motto „Nachhaltige Lösungen für die Umwelt“ findet die Fachmesse vom 29. bis 31. Januar in Leipzig statt.

Mit Hilfe der sogenannten Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln. Die Biokohle liefert Energie und eröffnet neue Möglichkeiten, Kohlenstoff zu binden und im Boden zu speichern.


Die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii) vermehrt sich in einigen Seen mit großer Geschwindigkeit. Wissenschaftler des UFZ entwickeln verschiedene Verfahren, mit denen man die Inhaltsstoffe dieser Pflanze sinnvoll nutzen kann. Foto: André Künzelmann, UFZ


Mit Hilfe der Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ist es möglich, auch feuchte Biomasse wie Klärschlämme, Abfälle aus Biotonnen oder Rückstände aus der Biogaserzeugung in Biokohle umzuwandeln. Foto und Bildmontage: Dr. Barbara Weiner, UFZ

Der thermochemische Prozess, bei dem die in der Natur mehrere Millionen Jahre dauernde Entstehung von Braunkohle auf wenige Stunden im Reaktor zusammenschrumpft, wurde bereits 1913 entdeckt, erlebte aber in den letzten Jahren eine Renaissance. Am UFZ wird das Verfahren zurzeit optimiert und seine Anwendbarkeit zum Entfernen von Schadstoffen untersucht. Ein erstes Patent für die HTC im Tiefschachtreaktor gekoppelt mit einer nasschemischen Oxidation hat das Europäische Patentamt bereits erteilt.

Erstmals auf der TerraTec stellt das UFZ auch ein Verfahren vor, das mit Hilfe eines Radonsensors Mineralölkontaminationen im Boden aufspüren und damit die Altlastensanierung erleichtern kann. Es basiert auf einem natürlich vorkommenden Isotop des Elementes Radon. 222Rn86 dient dabei als Indikator zur Detektion von Mineralölen in der ungesättigten Bodenzone.

Fortschritte erhoffen sich die UFZ-Forscher auch von einem weiteren Verfahren: Eine sehr präzise Messung der Wärme, die Mikroorganismen produzieren, soll künftig ultraschnelle hygienische Wasseruntersuchungen ermöglichen. Mittels Kalorimeter kann so Trink- oder Mineralwasser untersucht werden. Ein Ansatz, der besonders dort von Interesse ist, wo hohe Hygienestandards eingehalten werden müssen, wie zum Beispiel in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie.

Wie bei der letzten TerraTec wird das UFZ auch wieder Direct-Push-Technologien zur Erkundung des oberflächennahen Untergrundes sowie verschiedenste Anwendungen für Radiowellen vorstellen. Innovative Anwendungen stehen auch bei der Nutzung der invasiven Schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nutallii) im Mittelpunkt, für die zwei UFZ-Forscher im November 2012 mit dem dritten Preis beim "Leipziger Ideenwettbewerb für Existenzgründer - LIFE" ausgezeichnet worden sind.

Ergänzt wird die Präsenz auf der Messe durch einen Vortrag auf dem Innovationsforum über TERENO, einem bundesweiten Netzwerk zur Erdbeobachtung, welches die die ökologischen und sozialen Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene langfristig katalogisiert.

Tilo Arnhold

UFZ auf der TerraTec 2013:
Halle 4, Stand G43/F42
Vortrag: „TERENO - Ein langfristiges Beobachtungsnetzwerk für die terrestrische Umweltforschung in Deutschland“ von Dr. Steffen Zacharias (UFZ) am Mittwoch, 30.01.2013, 09:30 - 10:00 Uhr, in Messehalle 4 (Innovationsforum Umwelt + Energie)
Weitere Informationen:
Dr. Susanne Ebitsch, Wissens- und Technologietransfer
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1033
http://www.ufz.de/index.php?de=30251
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0341-235-1635
http://www.ufz.de/index.php?de=640
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 1000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

http://www.ufz.de/

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit über 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

http://www.helmholtz.d

Tilo Arnhold | UFZ News
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de/
http://www.ufz.de/index.php?de=31282
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA
22.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Mehr Sicherheit für Flugzeuge
22.02.2017 | FernUniversität in Hagen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie