Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovative Inspektionsmethode für Photovoltaik-Anlagen

17.06.2013
Stuttgarter Forscher auf der Messe Intersolar
Wissenschaftler am Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart haben eine innovative Methode entwickelt, die es erlaubt, mithilfe von Lumineszenz-Bildern Schäden an Photovoltaik-Modulen schnell, vor allem aber erstmalig auch unabhängig von Lichtverhältnissen auf-zudecken. Eine Ausstellung mit Live-Vorführung ist auf der Messe Intersolar in München vom 19. bis 21. Juni in Halle B6 an Stand 512 zu sehen.

Das Solarzentrum Stuttgart, eine Arbeitsgemeinschaft des Instituts für Photovoltaik der Universität Stuttgart und des Steinbeis-Zentrums für Photovoltaik, integriert zusammen mit der HighFinesse GmbH die Tageslichtlumineszenz-Methode in das Messsystem DaySy. Damit lässt sich die Lumineszenz erstmalig auch tagsüber messen.

Foto einer Photovoltaikanlage mit überlagerter DaySy Tageslichtlumineszenz zeigt inaktive Zellbereiche und Risse schwarz; die hellgelben Bereiche sind hingegen unbeschädigt. Universität Stuttgart

Eine Solarzelle generiert aus Licht Strom und umgekehrt aus Strom Licht. Die Solarzelle leuchtet allerdings nur dort, wo sie intakt ist. Diese Elektro-Lumineszenz ist jedoch für das menschliche Auge nicht sichtbar. Im Bild einer für die Solarzellen-Lumineszenz optimierten Kamera verraten die dunklen Stellen, wo Defekte vorliegen.

Bevor neue Photovoltaikmodule die Fabrik verlassen, werden sie standardmäßig auf Defekte überprüft. Allerdings können bereits auf dem Transportweg Schäden in Form von Mikrorissen und Zellbrüchen erzeugt werden. Eine nicht fachgerechte Montage fügt weitere hinzu. Diese Schäden machen sich meist erst nach mehreren Jahren in einer Minderleistung bemerkbar. Ein Austausch stark beschädigter Module ist ratsam, denn er kann die Leistung der Anlage überproportional steigern.

Defekte PV-Module konnten bisher entweder mittels Wärmebildkamera festgestellt werden, dies allerdings erst ab einer solaren Einstrahlung von über 700 W/m², oder aber per Elektrolumineszenz. Letzteres Verfahren war aber nur abends oder nachts erfolgreich, denn tagsüber überlagert die Sonneneinstrahlung die wesentlich schwächere Lumineszenz der Anlagen.

Die Tageslicht-Lumineszenz-Methode DaySy funktioniert nicht nur unabhängig vom Tageslicht, sie kann zudem durch die Kombination aus Elektrolumineszenz- und Photolumineszenz-Messungen die Art des Schadens eindeutig klassifizieren. Nach einer kurzen Messzeit von ca. 30 Sekunden pro Modul ermittelt DaySy die häufigsten Defekte, die bei Photovoltaikanlagen auftreten: gebrochene Zellverbinder, (Mikro-) Risse, inaktive Zellflächen, Verluste durch Serienwiderstände, schlechtes Schwachlichtverhalten sowie potientialinduzierte Degradation (PID).

Auf der Messe Intersolar wird die neue Messmethode an einem ferngesteuerten Quadrocopter vorgeführt.

Weitere Informationen:
Solarzentrum Stuttgart - eine Arbeitsgemeinschaft des Instituts für Photovoltaik der Universität Stuttgart und des Steinbeis Zentrum für Photovoltaik -
Tel. 0711/315 89 433
Dipl. Ing. Liviu Stoicescu, liviu.stoicescu(at)solarzentrum-stuttgart.com
Dr.-Ing. Michael Reuter, michael.reuter(at)solarzentrum-stuttgart.com

Bettina Neumann, Universität Stuttgart, Abteilung Hochschulkommunikation, Tel. 0711 685 82192, E-Mail: bettina.neumann@hkom.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Designvielfalt für OLED-Beleuchtung leicht gemacht
21.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics