Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IFA 2013: Mehr Bewegungsfreiheit beim brillenlosen 3D gucken

30.07.2013
3D im Kino ist für uns alle mittlerweile selbstverständlich. Doch daheim türmen sich die schwarzen Plastikbrillen. Gut, dass für die eigenen vier Wände bereits brillenlose Bildschirme verfügbar sind.

Aber die Technik ist noch nicht ausgereift, wenig verbreitet und die Fernsehgeräte zu teuer. Forscher tüfteln an Lösungen, um das zu ändern: Dank eines neuen Bildverarbeitungsverfahrens können wir uns beim 3D-Fernsehen ohne Brille nun freier im Raum bewegen. Fraunhofer zeigt die Technologie auf der IFA, die vom 6. bis zum 11. September 2013 in Berlin stattfindet.


Ein neues Bildverarbeitungsverfahren rechnet automatisch aus, wo man sich vor dem Fernsehgerät befindet. Der Nutzer kann sich damit auch bei »3D ohne Brille« freier im Raum bewegen. © Fraunhofer HHI

Voraussetzung für »3D ohne Brille« ist ein Fernseher, der Informationen über die exakte Augenposition des Betrachters besitzt. Dazu müssen eingebaute Kameras beide Pupillen kontinuierlich verfolgen. Jedes Auge sieht dadurch ein separates Bild und der 3D-Effekt stellt sich ohne Brille ein.

Doch die Technik hat noch ihre Tücken: Bewegt sich der Nutzer zu schnell oder wechselt er die Position, sieht er häufig verzerrte oder springende Bilder. Die Hersteller geben daher »optimale« Abstände an, die gute Übertragungsqualität gewährleisten sollen. Wer sich heute für »autostereoskopische« Fernsehmodelle, also brillenlose 3D-Modelle, entscheidet, muss nicht nur einen hohen Preis zahlen, sondern auch mit Qualitätseinbußen bei Tiefe und Bildauflösung leben, sobald er die vorgegebene Distanz zum Gerät unter- oder überschreitet.

Bild passt sich Position des Nutzers an

Hilfe kommt nun aus den Laboren des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI in Berlin: Die Forscher haben ein neues Bildverarbeitungs-verfahren entwickelt, dass es ermöglicht, auch bei unterschiedlichen Abständen die volle 3D-Qualität ohne Brille zu genießen. Maximal kann dabei die halbierte beziehungsweise die doppelte Distanz des ursprünglich vorgegebenen Abstands genutzt werden. Der Trick: Die Software kann die Zerrbilder zwar nicht eliminieren, sie verschiebt diese jedoch so, dass der Betrachter immer ein einwandfreies 3D-Bild vor Augen hat.

Auch wenn er sich von der vorgegeben Ausgangsposition weg bewegt. Das gelingt, indem ein mathematischer Algorithmus die einzelnen Sub-Pixel des Bildschirms immer wieder neu berechnet, wenn der Nutzer seine Position verändert. So entstehen Bilder, die zwischen linkem und rechtem Auge »liegen« und zusätzlich als Ansichten zur Verfügung stehen. Der Betrachter kann sich so nicht nur vor und zurück, sondern auch seitlich bewegen, ohne das Zerrbilder entstehen oder die Optik zwischen einzelnen 3D-Ansichten hin und her springt.

»Bisher war dies nur sehr aufwendig auf mechanischem Weg möglich. Das neue digitale Verfahren arbeitet schneller und robuster. Bei der Entwicklung der elektronischen Variante kam uns der technologische Fortschritt bei Bildauflösung und Software zu Gute«, erklärt Klaus Hopf, Gruppenleiter »Mensch-Maschine-Interaktion« am HHI. Die neue Technologie ist für Multiview-3D-Bildschirme optimiert.

Diese Art von Displays ist in der Lage, eine Vielzahl verschiedener Ansichten anzubieten, so dass mehrere Nutzer 3D brillenlos erleben können. Mit dem neuen Verfahren können nun bis zu fünf Personen in einem Abstand von 30 Zentimetern bis zu sechs Metern 3D-Inhalte betrachten, ohne bei der dargestellten Tiefe und Bildauflösung beeinträchtigt zu sein. Durch die gewonnene Bewegungsfreiheit ist es möglich, am Desktop, am Fernseher oder auf Bildschirmen im öffentlichen Raum »autostereoskopische« Bildschirme zu betrachten.

Forscher zeigen Technologie am Fraunhofer-Stand auf der IFA

»Aktuell starten brillenlose Systeme langsam bei Medizin, Forschung oder in der industriellen Anwendung. Die neue Software kann nun auch für deren Einsatz in den eigenen vier Wänden oder für die Werbung neue Impulse geben«, prognostiziert Hopf. Er zeigt das neue Verfahren auf der IFA am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft (IFA TecWatch, Halle 11.1, Stand 21).

Klaus Hopf | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2013/juli/mehr-bewegungsfreiheit-beim-brillenlosen-3d-gucken.html

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz