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High-Tech-Textilien – nicht nur für Bekleidung

29.04.2015

Textilien werden heute nicht nur für Bekleidung oder Taschen verwendet, sondern auch im technischen Bereich als High-Tech-Materialien eingesetzt. Dafür müssen Textilien hohen Anforderungen entsprechen und verschiedene Funktionen erfüllen. Diesen Themen widmet sich auch das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC und stellt textilintegrierte Sensorik, multifunktionelle Textilbeschichtungen und textiltechnische Verarbeitung von Glas-, Carbon- und Keramikfasern zu Faserpreformen auf der Techtextil der Messe Frankfurt vom 4. bis 7. Mai aus.

Dünne Materialien und neue Sensorik machen es nun möglich, Silicon-Elastomersensoren in Textilien zu integrieren. So können diese in der Medizintechnik, in Sportartikeln oder in Möbel- und Automobilteilen eingesetzt werden, ohne dabei störend auf das Grundmaterial oder den Anwender einzuwirken.


Mit neuer textilintegrierter Drucksensorik, zum Beispiel in Spezialsocken für Diabetiker, lassen sich dreidimensionale Messungen durchführen und bequem auf dem Smartphone darstellen.

Foto: K. Selsam-Geißler für Fraunhofer ISC


Durch die Veredelung mit ORMOCER®en können Textilien mit zusätzlichen funktionalen Eigenschaften versehen werden, sodass sie hydrophob, flammhemmend, antistatisch, antimikrob

Foto: K. Dobberke für Fraunhofer ISC

Beispielsweise lässt sich für Diabetiker mit Spezialsocken eine dreidimensionale Druckmessung durchführen, die den Träger vor unangenehmen und möglicherweise gefährlichen Druckstellen warnt. Mit der Kombination aus Drucksensoren des Fraunhofer ISC, drahtloser Auswertelektronik des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS und Technik des Zentrums für Telematik können die Messwerte auf dem Notebook oder Smartphone visualisiert werden.

Bisher ist eine dreidimensionale Druckmessung mit vergleichbar hoher Sensoranzahl, gutem Tragekomfort und geringen Kosten noch nicht auf dem Markt erhältlich.

Neben den aktiven, sensorischen Funktionen liegt auch die Ausrüstung mit zusätzlichen passiven Funktionen im Trend. Um Textilien mit verschiedenen Eigenschaftsprofilen auszustatten, sind unterschiedliche Veredelungsprozesse nötig. Bisher werden dazu mehrfache Beschichtungen mit unterschiedlichen Beschichtungssystemen eingesetzt und die Auswahl der Eigenschaftsverbesserungen war begrenzt.

Auf der Techtextil stellt das Fraunhofer ISC nun das neue Beschichtungssystem »InnoSolTEX®« vor, das bis zu sechs Funktionen in nur einem Arbeitsschritt miteinander kombinieren kann. Basis für die neue Veredlungslösung »InnoSolTEX®« – eine gemeinsame Entwicklung des Fraunhofer ISC, des Sächsischen Textilforschungsinstituts e.V. (STFI), der T_O_P Oberflächen GmbH sowie der Industriepartner Schneider Textilveredlung GmbH, Alterfil Nähfaden GmbH und ROWO Coating Gesellschaft für Beschichtung mbH – ist die am Fraunhofer ISC entwickelte umweltfreundliche Stoffklasse der ORMOCER®e.

Deren Eigenschaften lassen sich den Anforderungen entsprechend sehr präzise und einfach steuern. So erlaubt das wasserbasierte Beschichtungssystem, Textilien in einem Beschichtungsvorgang mit hydrophoben, flammhemmenden, waschbeständigen, antistatischen, abriebbeständigen sowie antimikrobiellen Eigenschaften auszurüsten. Die Textilindustrie erhält damit ein Veredlungssystem im Baukastenprinzip, das mit bis zu sechs Funktionen in einer Beschichtungslösung vielfältigen Anforderungen gerecht wird und sowohl auf Bahnware als auch auf Fäden appliziert werden kann.

Neben der textilintegrierten Drucksensorik und der Textilveredelung mit ORMOCER®en ist die Verarbeitung von Textilfasern zu zwei- und sogar dreidimensionalen Strukturen durch neue Technologien immer wichtiger geworden. Diese innovativen Produktionsverfahren können auf anorganische Fasern übertragen werden, um neue Anwendungen zu erschließen.

Dafür stellen das Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL und das Anwendungszentrum für Textile Faserkeramiken TFK – beide zugehörig zum Fraunhofer ISC – ihre Projekte und Dienstleistungen zur Entwicklung keramischer Faserverbundstoffe auf der Techtextil vor.

Ihre Arbeit umfasst alle Prozessstufen, von der Faser über verschiedene Bearbeitungsschritte wie Beschichtungen oder Pyrolyse bis hin zum fertigen CMC-Bauteil, sodass sowohl Materialhersteller als auch Materialanwender angesprochen werden. Außerdem untersucht, prüft und verarbeitet das Fraunhofer TFK für unterschiedliche Fragestellungen keramische Fasern und bietet Schulungen und Seminare zu textilen Verarbeitungsmethoden an.

Das Fraunhofer HTL und Anwendungszentrum TFK finden Sie zusammen mit dem Institut für Materialwissenschaften ifm der Hochschule Hof auf dem Stand F23 von Bayern Innovativ in Halle 3.1. Das Frauhofer ISC mit den Themen textilintegrierte Sensorik und Textilbeschichtung finden Sie auf Stand E29 in Halle 6.1.

Weitere Informationen:

http://www.isc.fraunhofer.de
http://www.htl.fraunhofer.de

Marie-Luise Righi | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

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