Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderung Demenz in der Pflege

24.08.2011
Rund 1,3 Millionen an Demenz erkrankte Menschen leben in Deutschland.

Sofern es keinen Durchbruch bei Vorbeugung oder Therapie gibt, könnten 2030 rund 2 Millionen und 2050 bis zu 2,6 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen sein so der "Demenz-Report" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung (2011).

Aktuelle Betreuungskonzepte stehen deshalb im Mittelpunkt des Thementages "Versorgung von Menschen mit Demenz" am 28. September 2011 im Rahmen des Managementkongresses der PFLEGE + HOMECARE LEIPZIG. Partner ist die Alzheimer Gesellschaft Sachsen.

"Die Zahl der pflegebedürftigen Patienten mit Demenz wächst. Zugleich verringern sich die Pflegemöglichkeiten innerhalb der Familien, und professionelles Pflegepersonal kann dies nicht auffangen", umreißt Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, das Problem. Gerade in den von Abwanderung geprägten strukturschwachen Regionen wie weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, den Randgebieten Brandenburgs sowie abseits größerer Städte in Sachsen-Anhalt und Sachsen beschleunige sich diese Entwicklung - eine Folge des demografischen Wandels, denn die Krankheit trifft vor allem Ältere. So liege laut "Demenz-Report" die östlichste Ecke Deutschlands mit geschätzten 2.190 Erkrankten je 100.000 Einwohner weit über dem deutschen Durchschnitt von etwas über 1.600 Fällen.

Erweiterte Versorgungs- und Betreuungskonzepte nötig

Speziell die Krankenhäuser müssten sich auf die Versorgung älterer Patienten mit Demenz vorbereiten. "Der Freistaat Bayern ist Vorreiter, in Zusammenarbeit mit den Alzheimer Gesellschaften in Bayern werden dort an sieben Standorten unter anderem Krankenhausmitarbeiter in einem Modellprojekt geschult. Auch in Niedersachsen gibt es eine ähnliche Initiative", berichtet Sabine Jansen.

Zudem steige in den kommenden Jahren die Zahl allein lebender Demenzkranker. "Damit sie so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben und am sozialen Leben teilnehmen können, brauchen wir neue Konzepte", so Jansen. In Leipzig werde zum Beispiel die Arbeit von Mehrgenerationenhäusern vorgestellt, deren Tagesangebote wie Kurse, Yoga oder Tanzgruppen sich Menschen mit Demenz zunehmend öffnen. "Das Mehrgenerationenhaus Norden in Niedersachsen bezieht bei Begegnungstagen von Altenheimen und Kindertagesstätten Menschen mit Demenz ein. Die Radebeuler Einrichtung veranstaltete in diesem Jahr ein Sommerfest mit Alpakas, denn an Demenz Erkrankte reagieren positiv auf den Kontakt mit Tieren", nennt Jansen Beispiele.

Wesentlich für eine individuellere Versorgung sei ein besseres Zusammenspiel von professioneller Pflege und ehrenamtlicher Betreuung: "Dazu gibt es erste Ansätze, von der Kurzschulung von Laienhelfern bis zur ehrenamtlichen Arbeit, in der würdevollen Sterbebegleitung." Ein positives Beispiel sei das 2011 etablierte Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein, welches mit finanzieller Hilfe der Landesregierung vorhandene Angebote sowie fachlichen Austausch bündelt.

Regionale Ungleichheiten beseitigen

Die Beseitigung der Unterschiede bei den in Ost und West gezahlten Pflegesätzen mahnt Knut Bräunlich an, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Sachsen und Geschäftsführer Sozialservice gGmbH der Stadt Rochlitz: "Zwischen stationären Einrichtungen in Sachsen und Baden-Württemberg betragen diese zum Beispiel bis zu 800 Euro monatlich pro Pflegestufe und Fall." Damit würden die Rahmenbedingungen in den heute schon strukturschwachen Regionen zusätzlich verschlechtert. Ein großes Manko liege beispielsweise im nicht altersgerechten Wohnungsbau.

Knut Bräunlich wird am 28. September in Leipzig den ebenfalls neuen "Demenzatlas 2011" für Sachsen vorstellen.

Hintergrund: PFLEGE + HOMECARE LEIPZIG 2011

Die Fachmesse ist die einzige Fachveranstaltung in Deutschland, die alle Kernbereiche der professionellen Pflege, Betreuung und Homecare-Versorgung gleichwertig anspricht. Mit der Kombination aus Fachmesse und Kongress bietet die PFLEGE + HOMECARE LEIPZIG für Management und Fachpersonal den wichtigsten Branchentreff im Herbst. Der begleitende Kongress gehört zu den größten Fortbildungsveranstaltungen des Gesundheitswesens in Deutschland.

2.100 Kongressteilnehmer nutzten 2009 das Angebot von mehr als 100 Veranstaltungen mit 250 Referenten. 311 Produktanbieter, Dienstleister sowie Verbände und Institute präsentierten sich in der Fachausstellung.

Pressekontakt:
Leipziger Messe GmbH
Maren Lesche, Pressereferentin
Tel: +49 (0)341 678 8188
Fax: +49 (0)341 678 168188
Email:m.lesche@leipziger-messe.de

Maren Lesche | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.leipziger-messe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA
22.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Mehr Sicherheit für Flugzeuge
22.02.2017 | FernUniversität in Hagen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften