Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großes Potenzial für Kunststoff-Elektronik auf der Research & Technology 2013

18.01.2013
Themenstand Organic Electronics in Halle 2

Leuchtende Tapeten und flexible Displays, alternative Photovoltaik und neuartige Batterien, gedruckte Schaltungen und Sensoren, intelligente Etiketten oder Tickets - hinter diesen vielfältigen und innovativen Anwendungen steckt ein gemeinsamer Nenner: die Organische Elektronik.

Dieses noch junge Technologiefeld ermöglicht elektronische Schaltungen mit dem Einsatz von Polymeren oder kleinen organischen Molekülen, die auf Verbindungen aus Kohlenstoff beruhen. Als Aussteller der Research & Technology zeigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulinstitute vom 8. bis 12. April auf dem Themenstand Organic Electronics marktreife Produkte und anwendungsorientierte Lösungsansätze.

Die Themenschwerpunkte reichen von Printed Electronics über OLED-Beleuchtungselemente, Micro-Oled-Displays, Funketiketten/RFID, Energieerzeugung und -speicherung bis hin zu Organischer Photovoltaik.

Im Gegensatz zur anorganischen Silizium-basierten Elektronik stehen bei der Organischen Elektronik leitfähige Kunststoffe auf Trägermaterialien im Fokus. Sie können einerseits Licht absorbieren und in elektrische Energie wandeln, sodass sie als Solarzellen taugen, andererseits unter bestimmten Umständen auch Licht aussenden, was den Einsatz in organischen Leuchtdioden (OLED) ermöglicht. Das Potenzial der Kunststoff-Elektronik ist immens. Experten schätzen, dass damit in 15 Jahren weltweit rund 330 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden.

Entsprechend heftig ist der internationale Wettlauf in Forschung und Entwicklung, aber auch um marktfähige Produkte entbrannt. Auch in Deutschland wurde das neue Gebiet in den letzten Jahren gezielt gefördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Rahmen der Hightech-Strategie in zwei Innovationsallianzen und einem Spitzencluster 200 Millionen Euro Fördergelder eingesetzt, die von der Industrie um zusätzliche 800 Millionen Euro aufgestockt wurden.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Organische Elektronik in zwei Schwerpunkten. Spezifische Programme im Rahmen des siebten Rahmenprogramms hat zudem die Europäische Union aufgelegt. Vor diesem Hintergrund hat Deutschland im Vergleich zur großen Konkurrenz aus den USA und Asien eine durchaus gute Position.

Die führende Stellung Deutschlands in einem der künftigen technologischen Schlüsselfelder erfährt auf der Research & Technology 2013, die internationale Leitmesse für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer im Rahmen der HANNOVER MESSE, besondere Aufmerksamkeit: Die Organische Elektronik erhält einen von Organic Electronics Saxony e.V. (OES) organisierten Themenstand. Der Raum Dresden gilt als eine Hochburg der Organischen Elektronik, dort arbeiten mehr als 1 000 Ingenieure und Wissenschaftler in mehr als 40 Unternehmen und 17 wissenschaftlichen Einrichtungen an diesem Thema.

"Organische Elektronik kann auf fast jede Unterlage aufgebracht werden, also auf Kunststoff- und Metallfolien, auf Kleidung, Pflastern und Papier", erklärt Prof. Karl Leo, Leiter des Instituts für Angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden, einer der Väter der Organischen Elektronik in Deutschland.

Plastikfolien als aufrollbare Solarzellen

Das Gebiet hat deshalb so großes Interesse gefunden, weil es eine Reihe von Vorteilen gegenüber den anorganischen Varianten hat. Viele organische Verbindungen sind intensiv farbig und wechselwirken besonders stark mit Licht. Deshalb sind sie für Leuchtdioden und Solarzellen sehr gut geeignet.

Darüber hinaus sind diese Materialien aus Erdöl oder aus Pflanzen hergestellt und in ihrer Verfügbarkeit praktisch unbegrenzt. Zudem sind sie einerseits kostengünstig herstellbar, andererseits werden nur wenig Materialmengen benötigt und auch der notwendige Energieeinsatz ist gering.

Da nur eine geringe Schichtdicke unterhalb von einem Mikrometer benötigt wird, sind die Bauteile an sich flexibel und biegsam, ähnlich wie eine Plastikfolie. Damit lassen sich unter anderem aufrollbare Solarzellen fertigen. Allerdings muss die Organische Elektronik verkapselt werden, um sie vor Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit zu schützen.

Dies lässt sich beispielsweise mit dem Einschweißen zwischen zwei Plastikfolien oder der Integration in Verbundglas gut realisieren.

Spätestens Ende Dezember 2011 wurde die Organische Elektronik hoffähig: Vor gut einem Jahr erhielt ein Forscherteam aus Dresden für seine Entwicklung, Licht und Energie aus hauchdünnen Molekülschichten zu gewinnen, den Deutschen Zukunftspreis.

"In Halle 2 präsentiert Organic Electonics Saxony e. V. (OES) im Rahmen des Themenparks ,Organische Elektronik' die Ideen, Projekte, Forschungsergebnisse und Produkte seiner Mitglieder. 15 Firmen und 13 Forschungseinrichtungen (www.oes-net.de/de/mitglieder.html) werden dort vertreten sein. Gezeigt werden Materialien, Bauelemente, Anwendungen und Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So können die Besucher OLEDs für Beleuchtung, flexible organische Solarzellen, Sensoren und gedruckte Batterien am Stand begutachten, einzelne Exponate auch in die Hand nehmen und umfangreiches Informationsmaterial zu der Technologie und den Anwendungen erhalten", sagt Oliver Frese, Geschäftsbereichsleiter der Deutschen Messe AG.

Über den OES-Cluster

Der OES-Cluster wurde 2008 in Dresden gegründet und repräsentiert die Interessen der in Europa führenden Firmen und Forschungseinrichtungen. OES unterstützt den Wissensaustausch und bietet eine exzellente Kooperationsplattform, um die Position des Clusters global zu stärken. Für seine Mitglieder akquiriert und koordiniert es Projekte, leitet Seminare und spezielle Schulungen und unterstützt das neue Master-Programm "Organic and Molecular Electronics" der Technischen Universität Dresden. Neben weiteren Aktivitäten und Dienstleistungen vertritt der OES seine Mitglieder aktiv auf Messen - wie beispielsweise auf der Research & Technology

2013 in Hannover.

Über die HANNOVER MESSE

Das weltweit bedeutendste Technologieereignis wird vom 8. bis 12.
April 2013 in Hannover ausgerichtet. Die HANNOVER MESSE 2013 vereint elf Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Motion, Drive & Automation, Energy, Wind, MobiliTec, Digital Factory, ComVac, Industrial Supply, SurfaceTechnology, IndustrialGreenTec und Research & Technology. Die zentralen Themen der HANNOVER MESSE 2013 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien,

Antriebs- und Fluidtechnik, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Russland ist Partnerland der HANNOVER MESSE 2013.

Ansprechpartnerin für die Redaktion:
Silke Gathmann
Tel.: +49 511 89-31614
E-Mail: silke.gathmann@messe.de

Silke Gathmann | Deutsche Messe Hannover
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise