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Großbauteile mit Industrieroboter automatisch entgraten

20.04.2012
Attraktiv vor allem für Mittelständler: Interaktives Programmiersystem für wirtschaftlichen Einsatz bei geringen Stückzahlen und hoher Variantenvielfalt

Moderne Industrieroboter sind vielseitig einsetzbar. IPA-Ingenieure haben ein Programmiersystem entwickelt, um handelsübliche Industrieroboter zum automatischen Entgraten von Großbauteilen einzusetzen.


Dank seiner innovativen interaktiven Benutzereingabe stellt sich das System ohne großen Programmieraufwand schnell und flexibel auf wech - selnde Aufgaben ein und ist deshalb auch bei geringen Losgrößen, häufig modifizierten Bauteilen und in der Investitionsgüterproduktion wirtschaftlich einsetzbar.

»Der Roboter erhält grobe Vorgaben und erledigt die Feinarbeit selbst – das macht unser Programmiersystem gerade für den Mittelstand besonders attraktiv«, betont Thomas Dietz, Gruppenleiter in der Abteilung Robotersysteme am Fraunhofer IPA. Die Roboterzelle, die Thomas Dietz und sein Team auf der diesjährigen Automatica in München präsentieren, besteht aus einem mit einer marktüblichen Bearbeitungsspindel ausgestatteten und auf eine CNC-Werkzeugmaschinensteuerung umgerüsteten Industrieroboter, der interaktiv mit einem menschlichen Werker zusammenarbeitet.

»Wenn die Datenblätter bekannt sind, kann dafür im Prinzip jeder Roboter eingesetzt werden«, erläutert Dietz. Am Automatica-Stand des Fraunhofer IPA demonstriert ein Roboter mit über zwei Metern Reichweite und 100 kg Traglast die Möglichkeiten des neuartigen Programmiersystems. Grundprinzip ist, dass der Roboter sich auf der Grundlage der CAD-Daten und der ma nuellen Eingaben des Werkers die erforderlichen Informationen selbst beschafft und das Bearbeitungsprogramm eigenständig erstellt, um den Programmieraufwand praxisgerecht zu minimieren.

»Der Benutzer teilt dem Roboter über ein CAD-Modell die ungefähre Position des Bauteils mit und legt die Einmessstrategie fest, der Roboter erstellt ein Messprogramm, misst das Bauteil ein und erstellt ein passendes Bearbeitungspro gramm«, erklärt Thomas Dietz den typischen Arbeitsablauf. Auf diese Weise lässt sich die Erfahrung des Arbeiters, wie ein Bauteil zu bearbeiten ist, direkt am Roboter mit 3-D-Fertigungsdaten kombinieren.

Im Mittelstand sieht Thomas Dietz die wichtigste Zielgruppe für das Programmiersystem, das unter dem Dach des EU-Programms »SMErobotics« zur Förderung neuer Automa tisierungslösungen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) entwickelt worden ist.

Mehr auf der Automatica – 5. Internationale Fachmesse für Automation und Mechatronik 22. bis 25. Mai 2012

Neue Messe München Halle B3 | Stand B3-331

Axel Storz | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

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