Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Green Technologies der Hamburger TU auf der Messe ACHEMA

18.06.2012
Sechs Institute der Verfahrenstechnik am Stand B 66 der Halle 9

Mit Schrott im Gepäck fährt Professorin Kerstin Kuchta von der TU Hamburg-Harburg zur weltgrößten Messe für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie, der ACHEMA. In Frankfurt/Main zeigt die Hamburger Wissenschaftlerin vom 18. bis 22 Juni innovative Recycling-Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Bestandteile aus Computern, Handys, Elektromotoren.

Green Technologies aus Hamburg präsentieren auch sechs weitere TU-Forscher mit wegweisenden Verfahren für eine erdölunabhängige industrielle Produktion. Umweltschutztechnik ist gute Tradition an der TU Hamburg, die heute ganz im Zeichen des Klimaschutzes forscht.

In Frankfurt präsentieren sich sechs Institute der Verfahrenstechnik. „Wir wollen Flagge zeigen,“ sagt Professor Andreas Liese. Der Leiter des Instituts für Technische Biokatalyse gehört zum interdisziplinären Hamburger Forscher-Team, das an repräsentativer Stelle auf der Messe in der Halle 9 im zweiten Stock am Stand B66 vor allem auch neue Kontakte aufbauen, Kooperationen pflegen, Studierende für die TUHH begeistern und nicht zuletzt ihre Alumnis aus aller Welt dort begrüßen wird.

Liese sowie Kollege Michael Schlüter werden am Stand einen so genannten Blasensäulenreaktor zeigen, dessen Optimierung dazu führen kann, die Emission in der chemischen Industrie zu reduzieren und gleichzeitig den Ertrag zu erhöhen. Bis 2020 soll in dieser Branche, die zu den ressourcenintensivsten zählt, einerseits die Energieeffizienz verdoppelt und andererseits der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden. Ziel der beiden TUHH-Forscher im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsverbundes ist die Optimierung chemischer Prozesse in Blasensäulenreaktoren durch die Entwicklung verlässlicher skalenübergreifender Rechenmodelle sowie von Messtechniken und Messapparaten. „Außer unseren grundlagenorientierten Kompetenzen nutzen wir auch die Expertise unserer Partner auf diesem Gebiet sowie das Know-how der Unternehmen in den Bereichen der Mess- und Apparatetechnik“, sagt Professor Schlüter, Leiter des Instituts für Mehrphasenströmungen.

Wie als Alternative zu auf Erdöl basierenden Substanzen aus Biomasse Wertstoffe für die Chemieindustrie in einer so genannten Extraktionsanlage unter extrem hohen Druck (bis 300 bar) gewonnen werden können, zeigt die Wissenschaftlerin Prof. Dr.-Ing. Irina Smirnova. Anders als die Verfahrenstechnikerin setzt ihr Kollege, der Biotechnologe Prof. Dr. rer. nat. An-Ping Zeng, Bakterien für diesen Umwandlungsprozess ein. Er zeigt dies den Messebesuchern in einer „Biofabrik“ in Form unter anderem einer nachgebauten Zelle. Smirnova wird außerdem mit ihrer Forschung über ein Isoliermaterial, dem schon heute die Zukunft gehört, vertreten sein: den Aerogelen. Die transparenten Platten aus Kieselerde sind federleicht und isolieren so gut, dass sie ohne Schaden zu nehmen sogar direkt über eine offene Flamme gelegt werden können. Inzwischen werden Aerogele auch unter Zusatz von Biomasse hergestellt.

Biogas gehört die Zukunft. Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt zeigt, wie dieser Stoff aus Mikroalgen gewonnen werden kann, während sein Kollege, Prof. Dr.-Ing. Stefan Heinrich, dafür die Pyrolyse als Verfahren einsetzt. Er ist Experte für Wirbelschicht und wird auf der Messe dieses Verfahren vorstellen, das unter anderem zur Kohleverbrennung ohne Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre genutzt werden kann. Zudem werden mit der Wirbelschicht-Sprühgranulation aus flüssigen Rohstoffen neuartige maßgeschneiderte Partikel hergestellt, die als Katalysatoren, Düngemittel oder Wirkstoffgranulate in der chemischen, pharmazeutischen, Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie breite Anwendung finden. Ein neues Forschungsprojekt widmet sich der Verbesserung der Nutzbarkeit von Lithium-Ionen-Akkus, die ihre geforderten Speichereigenschaften erst durch die richtige Partikelstruktur erhalten.

Für Rückfragen:

TU Hamburg-Harburg
Pressestelle
Jutta Katharina Werner
Tel.: 040-42878-4321
E-Mail: j.werner@tuhh.de

Jutta Katharina Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuhh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen
08.12.2016 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Mobile Learning und intelligente Contentlösungen im Fokus
08.12.2016 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie