Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IWES unterstützt Regionen bei der Energiewende und zeigt Leistungsportfolio auf E-world

05.02.2013
Ein wesentlicher Motor der Energiewende sind die Regionen. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) aus Kassel begleitet die lokalen Akteure - Stadtwerke, Energieversorger, politische Entscheidungsträger und Bürger - auf ihrem Weg zu einer regenerativen Energieversorgung. Wie diese vor Ort geplant und umgesetzt werden kann, demonstrieren Experten des Instituts auf der „E-World 2013“.

„Regionen, die auf der Basis erneuerbarer Energien ihre Strom- und Wärmeversorgung selbst in die Hand nehmen und so die Energiewende mit voran treiben, haben einen Standortvorteil und steigern ihre Wertschöpfung“, erklärt IWES-Institutsleiter Professor Clemens Hoffmann. „Unsere Wissenschaftler unterstützen sie dabei durch individuelle, am Bedarf orientierte und fundierte Analysen und Konzepte“.

Das Leistungsangebot des IWES umfasst ein mehrstufiges Verfahren, dessen Schritte Städte, Kommunen und Landkreise einzeln oder als Komplettpaket in Anspruch nehmen können. An erster Stelle ermitteln die Experten an Hand von geographischen Informationen und Wetterdaten das Potential einer Region zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen und den zukünftig zu erwartenden Strombedarf. Hieraus leiten die Fachleute verschiedene Ausbauszenarien ab.

Danach folgen Betriebssimulationen und Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit, die den Energiemix vor Ort berücksichtigen, den möglichen Speicherbedarf abschätzen und Geschäftsmodelle zur Vermarktung des regenerativen Stroms ausloten. Neben Systemlösungen zur Koppelung von Strom und Wärme entwickelt das IWES schließlich auch die Architektur für virtuelle Kraftwerke.

„Diese Software-Plattformen werden zur entscheidenden Schaltstelle für die dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien“, berichtet Dr. Reinhard Mackensen, am IWES Abteilungsleiter Energieinformatik und Informationssysteme. Virtuelle Kraftwerke steuern anders als konventionelle nicht die Energieversorgung aus einer einzigen Energiequelle, sondern vernetzen, überwachen und koordinieren verschiedene regenerative Energieerzeuger, Energiespeicher und Verbraucher. Sie können Mess- und Zählerdaten in Echtzeit erfassen, automatische Fahrpläne für die Energieversorgung erstellen und an den Energiemärkten mit Strom handeln.

„Schon jetzt gibt es Beispiele, die zeigen, wie ein solches regeneratives Kombikraftwerk und sein Leitstand funktionieren“ erklärt Mackensen mit Blick auf das von der Bundesregierung geförderte E-Energy-Projekt „Regenerative Modellregion Harz“ (RegModHarz). Im Rahmen des Ende 2012 abgeschlossenen Projektes steuerte ein virtuelles Kraftwerk Windparks, Photovoltaik-Anlagen, Biogasanlagen, ein Pumpspeicherkraftwerk und Elektrofahrzeuge als simulierte Speicher sowie 43 mit intelligenten Stromzählern ausgerüstete Haushalte erfolgreich über das Internet.

Als weiteres Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit mit dem regionalen Sektor verweist der IWES-Wissenschaftler auf die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN), ein Zusammenschluss von sechs Stadtwerken, der sich die Rekommunalisierung der Energieversorgung auf die Fahnen geschrieben hat. Die vor diesem Hintergrund gemeinsam mit dem IWES durchgeführte Studie „Energiewende Nordhessen“ belege unter anderem, dass diese Region weitaus mehr Flächen für erneuerbare Energieerzeuger habe als sie für ihre Eigenversorgung brauche. Bei der umfangreichsten untersuchten Ausbauvariante habe sich hier eine Selbstversorgungsquote von 80 Prozent als realisierbar erwiesen. „Beispiele wie SUN demonstrieren einmal mehr, welche Bedeutung den Regionen bei der Verwirklichung der Energiewende zukommt“, betonen Hoffmann und Mackensen.

Software-Tools zur Planung und Umsetzung der dezentralen Energieversorgung in den Regionen und den Demonstrator der im Harz erprobten virtuellen Leitwarte mit verschiedenen Show-Cases zeigt das IWES auf seinem Messestand in Halle 4, Standnummer 4-144.

Fachansprechpartner: Dr.-Ing. Reinhard Mackensen, Abteilungsleiter Energieinformatik und Informationssysteme, E-Mail: reinhard.mackensen@iwes.fraunhofer.de, Telefon +49 561 7294-245

Uwe Krengel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.sun-stadtwerke.de/
http://www.iwes.fraunhofer.de/de/Veranstaltungen-Messen/2013/EWorld2013.html
http://www.iwes.fraunhofer.de/de/projekte/suche/laufende/regmodharz.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften