Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer FEP stellt neuartige Indium-freie transparente, leitfähige Elektroden in Chicago aus

05.04.2011
Auf der Leitmesse zur Vakuumbeschichtung SVC 2011 in Chicago präsentiert das Fraunhofer FEP transparente, leitfähige Schichten auf Basis von Titandioxid

Auf der internationalen Leitmesse SVC (Society of Vacuum Coaters) zeigt das Fraunhofer FEP vom 19.-20. April zum ersten Mal eine großflächige transparente, leitfähige oxidische Schicht (TCO) auf Basis von Titandioxid, welches mit geringen Mengen Niob versetzt ist. Die Schicht ist ähnlich leitfähig und transparent wie andere Indium-freie Materialien, ist aber beständiger gegen Chemikalien und Temperaturen bis 550 °C.


Eine Glasplatte mit einer transparent, leitfähigen Titandioxid-Schicht. © Fraunhofer FEP

Transparente, leitfähige Schichten sind wichtige Komponenten für Flachbildschirme und Solarzellen. Sie haben die Funktion, Strom verlustarm zu leiten. Beispielsweise soll bei einer Solarzelle die aus Sonnenlicht erzeugte Spannung in den Stromkreis überführt werden. Die leitende Beschichtung darf die Solarzelle aber nicht abschatten. Hohe optische Transparenz und elektrische Leitfähigkeit sind somit in erster Linie gefragt.

Das Fraunhofer FEP kann solche Schichten im Industriemaß auf Glas aufbringen. Die sehr guten Eigenschaften von herkömmlichen Indium-Zinn-Oxid-Schichten (ITO) erreichen die Dresdener Forscher mit ihren Schichten zwar noch nicht, dafür kommen sie aber ohne die Ressource Indium aus. Warum dies wichtig ist, erklärt Dr. Torsten Kopte, Leiter des Bereiches »Plasma I« am Fraunhofer FEP: »Indium ist eine immer knapper werdende Ressource, die hauptsächlich in China abgebaut wird. Besonders für europäische Firmen ist es wichtig, sich unabhängig von chinesischen Rohstoffen zu machen.

Wir entwickeln Indium-freie TCO-Materialien, um in der Elektronikindustrie konkurrenzfähig und unabhängig zu bleiben.« Titandioxid, auch im Deckweiß oder der Zahnpasta zu finden, ist im Gegensatz zu Indium reichlich vorhanden. In der Optik ist hochbrechendes Titandioxid ein bewährtes Material und wird in der Beschichtung von Wärmeschutzglas oder für reflexionsmindernde Brillenbeschichtungen verwendet.

Manuela Junghähnel entwickelt am Fraunhofer FEP leitfähige Schichten und ordnet die Forschungsergebnisse ein: »Für Anwendungen, wie zum Beispiel die Lichtauskoppelung bei blauen LEDs, ist unsere Titandioxid-Schicht aufgrund ihres Brechungsindexes bereits sehr gut geeignet. Der hohe Brechungsindex der Schichten kann auch in Solarzellen für eine bessere Lichteinkopplung von Vorteil sein. Wir können aber noch an vielen Stellschrauben drehen, sodass wir die optische Transparenz, den Brechungsindex und die elektrische Leitfähigkeit in einem gewissen Bereich an die jeweilige Anwendung anpassen können. Die Grundlage hierfür ist geschaffen.«

Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf der SVC 2011 in Chicago am Messestand Nr. 1334, und messen Sie den Schichtwiderstand selbst nach.

Annett Arnold | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fep.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften