Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektrotaxi „EVA“ für tropische Megacities - Präsentation auf der Tokyo Motor Show

21.11.2013
Mit EVA präsentiert TUM CREATE auf der 43. Tokyo Motor Show ein Elektrotaxi für den Einsatz in tropischen Großstädten.

Das Konzept besticht durch ein neu entwickeltes Schnellladesystem, das die Batterie in 15 Minuten wieder auflädt, eine Reichweite von 200 Kilometern und einer individuellen Klimatisierung.


EVA, das TUM CREATE-Elektrotaxi für tropische Megacities. Bild: TUM CREATE

TUM CREATE ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Technischen Universität München (TUM) mit der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur. Als erste Universität weltweit präsentiert die TUM damit Elektrofahrzeugkonzepte für unterschiedliche Klimazonen.

Ein neu entwickeltes Schnellladesystem lädt die Batterien des TUM CREATE-Elektrotaxis für tropische Megacitys in nur 15 Minuten wieder auf. Das Fahrzeug erreicht eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Vom 22. November bis 1. Dezember präsentieren die Wissenschaftler ihr Projekt mit dem Codenamen EVA auf der Tokyo Motor Show (Tokyo Big Sight West Hall 4, Stand 8). Mit der neuen Schnellladung kann der Taxifahrer die Batterien seines Taxis in typischen Fahrpausen wieder auffüllen. Schlüssel dazu ist eine hoch wirksame Kühlung der Akkumulatoren während des Ladevorgangs.

Eine besondere Herausforderung tropischer Regionen sind die hohen Anforderungen an die Fahrzeugklimatisierung. Im Projekt EVA realisierten die Wissenschaftler eine Reihe von Systemen, die in ihrem Zusammenwirken dem Fahrgast bei minimalem Energieverbrauch einen hohen Komfort bieten. Wesentlich ist die für jede Person einzeln regelbare Klimatisierung, die nicht den gesamten Raum kühlt sondern ein individuell angenehmes Klima herstellt. Dazu gehören eine Kühlung im Kopfbereich und eine Sitzbelüftung. Klimatisierung und Entertainment-System können mit einem handelsüblichen Smartphone bedient werden.

Im Mix der verschiedenen Verkehrsmittel leisten E-Taxis einen besonderen Beitrag dazu, Kohlendioxid-Emissionen zu verringern. „Während Taxis weniger als drei Prozent der Fahrzeuge in Singapur ausmachen, legen sie 15 Prozent der gefahren Strecken zurück“, erklärt Forschungsleiter Dr. Daniel Gleyzes. „Im typischen Zweischichtbetrieb fährt ein Taxi pro Tag über 500 km.“

Anders als bei Konzepten wie dem „MUTE“, dem für nordeuropäische Privatnutzer entwickelten Elektrofahrzeug der TUM (IAA Frankfurt, 2011), steht bei EVA eine robuste professionelle Nutzung mit hohen täglichen Laufleistungen im Vordergrund. Trotz des Einsatzes gewichtsparender Materialien, wie etwa einer Fahrgastzelle aus carbonfaserverstärktem Kunststoff, wiegt das Fahrzeug mit Batterien rund 1500 Kilogramm.

Als Technologieplattform zeigt EVA innovative Entwicklungen aus der interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen des Forschungsprojekts TUM CREATE, einem gemeinsamen Forschungsprogramm der Technischen Universität München (TUM) und der Nanyang Technological University (NTU). Finanziert wird das Vorhaben von der National Research Foundation (NRF) der Republik Singapur. Mit EVA stellt erstmals in der 59-jährigen Geschichte von Asiens wichtigster Automobilmesse eine Organisation aus Singapur ein eigenes Fahrzeug vor.

„Dieses einzigartige Elektro-Taxi für tropische Megacities, entwickelt und gebaut von zwei führenden Universitäten, unterstreicht unsere Präsenz in Asien“, sagt TUM-Präsident Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann. „Der TUM-Standort Singapur, vor elf Jahren begründet, hat derzeit 380 Studierende, während über 100 junge Ingenieure und Naturwissenschaftler der TUM unter dem Dach von TUM CREATE dort an Themen zur Elektromobilität forschen. Unsere Internationalität hat damit eine völlig neue Dimension erreicht“.

EVA ist ein wichtiger Baustein der Forschung zur Elektromobilität an der Technischen Universität München. Schon 2011 erzielte die TUM mit der Präsentation des vor allem für Privatanwender gedachten Elektrofahrzeugs „MUTE“ auf der internationalen Automobilausstellung in Frankfurt internationale Aufmerksamkeit. Ein weiteres Projekt der Elektromobilitätsforschung an der TUM ist der Innotruck, ein diesel-elektrisch angetriebener Lastkraftwagen. Er dient als Versuchsträger für Forschungsarbeiten rund um die Verbesserung der Effizienz LKW sowie die Vernetzung von LKW und Elektromobilität. In einem weiteren Projekt von TUM CREATE entstand im Frühjahr das Elektro-Zweirad VOI. Dieses wurde vor allem für den Einsatz im Kurzstreckenverkehr konzipiert. Die Elektromobilitätsforschung ist Teil des Forschungsschwerpunkts TUM.Energy der Munich School of Engineering.

Weitere Informationen:

http://www.eva-taxi.sg
Website des Projekts EVA (Englisch)
http://goo.gl/Z5MNaE
Bildmaterial zu EVA
http://www.tum-create.edu.sg/
TUM CREATE-Website (Englisch)
http://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/kurz/article/30689/
Projekt VOI (2013)
http://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/kurz/article/31189/
Projekt Innotruck (2012)
http://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/kurz/article/31187/
Projekt „MUTE“ (2011)

Dr. Ulrich Marsch | Technische Universität München
Weitere Informationen:
http://www.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie