Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektrisch leitende Plastikfolien für flexible Touch-Display-Sensoren und Solarzellen

19.05.2011
LOPE-C – 28. - 30. Juni 2011 – Frankfurt

Die magisch einfache, intuitive Berührungssteuerung im Bildschirm mobiler Datengeräte ist eine innovative Technologie mit exponentiellem Marktwachstum. Dazu entstehen derzeit neue, großflächig in den Bildschirm integrierte kapazitive Touch-Sensoren. Sie sind transparent, biegsam und flexibel, denn sie basieren auf organischen Folien, die mit fast unsichtbaren metallischen Gitternetzen in Mikrometer-Dimensionen beschichtet sind. Die neuesten Entwicklungen zeigt die LOPE-C 2011 in Frankfurt.


Transparente Folie mit metallischer Beschichtung für flexible Touch-Sensoren
Quelle: PolyIC


Transparente leitfähige Folien ermöglichen interaktive Touchscreens
Source: Mit freundlicher Genehmigung von Apple

Bildschirme mit Touch

Großflächig in den Bildschirm integrierte Touch-Sensoren anstelle der traditionellen mechanischen Tasten und Schalter zählen heute zu den selbstverständlichen Komfort-Erwartungen beim Umgang mit Smartphones und Tablet-PCs. Kurzes Antippen oder auch nur Annähern der Fingerspitze genügt zum Aufrufen der gewünschten Aktion oder Weiterblättern im Menü.

Dass sich hinter dieser geradezu magisch intuitiven Berührungssteuerung abstrakter Algorithmen eine komplexe und forschungsintensive Technologie verbirgt, die sich derzeit stürmisch weiterentwickelt, ist den meisten Nutzern, die sich an der navigatorischen Eleganz ihrer Geräte erfreuen, sicherlich weniger gut bekannt. Hinter den Bedienoberflächen mit dem smarten Touch steckt eine neue Art der Mikroelektronik - so dünn und flexibel, dass sie satt und glatt auf jede noch so runde oder scharfe Geräte-Oberfläche oder ins Cockpit modern gestylter Autos passt.

Denn die organische Elektronik basiert nicht auf dem spröden Siliziumchips der heutigen Prozessor- und Speicherbausteine. Sondern auf Halbleitern aus Kunststoff, die sich per Massendruck einfach und kostengünstig fertigen lassen. Leitfähige Polymere (wie PEDOT) werden von Großfirmen wie Heraeus Clevios oder Agfa bereits tonnenweise produziert: als zuverlässige Antistatik-Beschichtung, für OLED- oder Elektrolumineszenz-Displays und in der organischen Photovoltaik (OPV). Seit PEDOT eine Leitfähigkeit von 1000 S/cm erreicht hat, ist das Interesse am Einsatz für transparente Elektroden sprunghaft gestiegen. Erste Navigations-Geräte und Mobiltelefone mit PEDOT-Touch-Sensoren erobern derzeit die Märkte.

Wachstumsmarkt organische Elektronik

Insgesamt ist die organische und gedruckte Elektronik ist eines der großen Wachstumsfelder zukünftiger Hightech-Industrien. Da ist Europa, dank breiter Grundlagen- und Anwendungsforschung, bestens aufgestellt. Die jährliche Ausstellung und Konferenz LOPE-C (Large Area, Organic and Printed Electronics Convention), vom 28. bis 30. Juni 2011 auf dem Frankfurter Messegelände, zeigt als weltweiter Treffpunkt der Forscher, Entwickler, Hersteller und Anwender die Fortschritte bei organischen Displays (OLED), organischer Photovoltaik (OPV), gedruckten Funketiketten (RFIDTags) für Smart Packaging von Waren in integrierten Lieferketten, funktionalisierten Textilien und vielen anderen futuristischen Anwendungen.

Der weltweite Industrieverband OE-A (Organic and Printed Electronics Association) als Träger der LOPE-C rechnet damit, dass die organische und gedruckte Elektronik einen Milliarden-Markt eröffnet, mit dem langfristigen Potenzial, die klassische Elektronik mit neuen Anwendungen zu ergänzen.

Kunststoffe mit leitfähiger Oberfläche

Ein stark expandierendes Teilgebiet der organischen Elektronik ist die transparente Oberflächenbeschichtung von Kunststoffen mit fein-partikularen, elektrisch leitenden Materialien wie Silber, leitfähigen Polymeren, oder auch (bisher experimentell) extrem dünnen Lagen von Kohlenstoff-Nanoröhren.

Hier gibt es einen spannenden neuen Ansatz: die Strukturierung leitfähiger Schichten als regelmäßige metallische Gitternetze aus Silber oder Kupfer in Mikrometer-Dimensionen. Derartig feine "Grids" sind für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar, also durchsichtig. Aber sie bilden großflächige, Elektroden für kapazitive oder resistive Touch-Sensoren und Displays.

Vor allem der Markt für Touch-Sensoren expandiert dynamisch. Er wird sich 2011, so schätzt der koreanische Marktforscher Displaybank, von knapp 6 Mrd. Dollar auf mehr als 10 Mrd. Dollar beinahe verdoppeln. Bis 2014 wird die Hälfte aller mobilen Datengeräte standardmäßig Touch-Funktionen bieten.

Die neuen funktionalen Beschichtungen transparenter Folien mit metallisch leitenden Gitterstrukturen und leitfähigen polymeren Beschichtungen sind eine gefragte Alternative zu den bisher verfügbaren ITO- (Indium Tin Oxide) Beschichtungen. Denn die Indium-Zinn-Oxid-Beschichtungen sind recht spröde. Sie eignen sich am besten für Glassubstrate, also weniger gut für Folien-Touch-Sensoren und künftige leichte, flexible Displays. Auch die Verarbeitung von Indium-Zinn-Oxid ist nicht ganz einfach. Überdies befürchten einige Marktbeobachter Versorgungsengpässe beim Indium, sagt Dr. Stephan Kirchmeyer von Heraeus Clevios, dem führenden Hersteller leitfähiger Polymere.

Anwenderspezifisches Layout

Der applikative Vorteil der Plastikfolien mit elektrisch leitfähigem Gittermuster für Touch-Sensoren und organische Displays besteht im individuellen Layout und der spezifischen Struktur der Beschichtung. Auch lässt sich ihre Leitfähigkeit genau auf die Anwendung abstimmen und gleich in die Folienherstellung einbinden. Sogar Anwendungen als unsichtbare Scheibenheizung für Fahrzeuge sind denkbar.

Die Vielzahl der an der Entwicklung beteiligten Firmen zeigt, dass die organische Elektronik spezifisch auf die Anforderungen der Anwender eingeht, sagt Dr. Wolfgang Clemens von PolyIC: "Mit den leitfähigen Beschichtungen werden wir dem aktuellen Marktbedarf gerecht. Es gibt kein Innehalten. Die Industrie fährt mit Full-Speed voraus. Auch die langfristigen Ziele verfolgen wir energisch weiter."

Bei den leitfähigen Polymeren gibt es in der Ätzung der Strukturen ähnliche Fortschritte. Bislang waren sie in Polymerschichten durch geringe Farbunterschiede sichtbar. Eine von Heraeus Clevios entwickelte Ätz-Technologie deaktiviert das leitfähige Polymer, statt es zu entfernen. Damit entstehen vollkommen unsichtbare leitfähige Strukturen - für kapazitive Touch-Sensoren eine wichtige Voraussetzung.

Auf dem weltweiten Branchentreff LOPE-C 2011, vom 28. bis 30. Juni im Forum der Messe Frankfurt, werden die neuen leitfähigen Folien für Touch-Displays breiten Raum einnehmen. Im Ausstellungsteil werden sie in Form kommerzieller Produkte präsent sein, während sie im Konferenzteil als Stand der Entwicklung und der aktuellen Markttrends abgehandelt werden.

Alle Infos rund um die LOPE-C sowie Registrierungsmöglichkeiten unter www.lope-c.com

Einblicke in die faszinierende Welt der organischen und gedruckten Elektronik zeigt der neue OE-A Film ‘Printed Electronics - Ready to Go!’

http://www.vdma-webbox.tv/deutsch/filmdatenbank/printed-electronics-ready-to-go.html

Über LOPE-C
LOPE-C (Large-area, Organic & Printed Electronics Convention) ist die weltweit führende, von der Industrie getragene jährliche Konferenz und Ausstellung der organischen und gedruckten Elektronik. LOPE-C präsentiert die wirtschaftlichen Trends und den breiten wissenschaftlichen Fortschritt in allen Themenfeldern und fokussiert im Ausstellungsteil auf die Produktion und Applikationen. Sie wird gemeinsam organisiert von der Organic and Printed Electronics Association (OE-A) und der Mesago Messe Frankfurt GmbH.
Über OE-A
Die OE-A wurde 2004 als Arbeitsgemeinschaft im VDMA gegründet. Die OE-A ist die weltweit führende Interessenvertretung der organischen und gedruckten Elektronik und repräsentiert die gesamte Wertschöpfungskette der Industrie. Mit mehr als 170 Mitgliedsfirmen in Europa, Nordamerika, Asien und Australien deckt sie die gesamte industrielle Wertschöpfungskette ab. (www.oe-a.org)
Über Mesago Messe Frankfurt
Mesago, 1982 gegründet mit Sitz in Stuttgart, zählt zu den Vorreitern unter den Anbietern von internationalen Special-Interest-Messen, -Kongressen und -Seminaren. Das Unternehmen gehört zum internationalen Netzwerk der Messe Frankfurt, agiert messeplatzunabhängig und zeichnet pro Jahr mit rund 60 Mitarbeitern für Messen und Kongresse mit insgesamt über 2.500 Ausstellern und 100.000 Fachbesuchern verantwortlich (www.mesago.de).
Presse-Informationen:
Mesago Messe Frankfurt GmbH
Kontakt: Frau Astrid Wille
Tel.: +49 711 61946-26
Fax: +49 711 61946-93
E-mail: astrid.wille@mesago.com
Internet: www.mesago.de
Für Anfragen bezüglich OE-A:
Dr. Klaus Hecker, Managing Director
OE-A (Organic and Printed Electronics Association)
Eine Arbeitsgemeinschaft im VDMA
Tel.: +49 69 66 03-13 36
E-mail: klaus.hecker@vdma.org
Autor:
Werner Schulz
Tel.: +49 (0) 30 81 05 89 59
press@lope-c.com

Werner Schulz | Mesago Messe Frankfurt GmbH
Weitere Informationen:
http://www.mesago.de
http://www.lope-c.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht AERO 2017: Neuartiger elektrischer Antrieb für ökoeffizientes Fliegen mit Motorsegler
31.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten