Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie aus eingesparten Schrauben bares Geld wird

17.06.2010
Maschinenbauer und Wirtschaftswissenschaftler der TU Chemnitz stellen auf der Sächsischen Industrie- und Technologiemesse SIT vom 23. bis zum 25. Juni 2010 das "Labor für integrierte Produktentwicklung" vor

Wenn ein Produkt gefertigt wird, entstehen mit jeder zusätzlich verwendeten Schraubenart mehr Kosten: für den Aufwand in Konstruktion und Entwicklung, bei der Beschaffung, bei der Lagerung und natürlich bei der Verarbeitung der Schrauben selbst. Häufig würden auch weniger verschiedene Sorten von Schrauben ausreichen.

Solches Optimierungspotenzial aufzuspüren und dadurch Geld einzusparen, hat sich das "Labor für integrierte Produktentwicklung" - kurz IPE-LAB - zur Aufgabe gemacht. Ein interdisziplinäres Team aus Maschinenbauern und Wirtschaftswissenschaftlern der TU Chemnitz hat die nötigen Methoden entwickelt, um Bauteile zu überprüfen, Einsparungsmöglichkeiten aufzudecken, die Ergebnisse in die Industrie zu überführen und dadurch Kosten zu reduzieren - für die Hersteller sowie für deren Kunden. Große Firmen beschäftigen für die Optimierung ihrer Produktentwicklung eigene Abteilungen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können sich diesen Aufwand in der Regel nicht leisten. Sie sind deshalb die Zielgruppe des IPE- LAB. Das Projekt wird finanziert aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen.

"Es ist wichtig, diese Aufgabenstellung interdisziplinär anzugehen. Denn in einem Unternehmen betrifft die Optimierung verschiedene Abteilungen, von der Konstruktion über die Beschaffung bis zur Fertigung - da muss eine gemeinsame Sprache gefunden werden", sagt Dr. Werner Grahl, Koordinator des IPE-LAB. An der TU arbeiten deshalb die Professuren Konstruktionslehre sowie Unternehmensrechnung und Controlling zusammen. Die Maschinenbauer kümmern sich hauptsächlich um die technischen Grundlagen, sie analysieren die vom Kunden vorgelegten Daten und decken Möglichkeiten auf, die Vielfalt der verwendeten Teile und damit die Komplexität der Produkte zu verringern - sie führen den so genannten Potenzialcheck durch. Die Wirtschaftswissenschaftler werten die dabei gewonnenen Daten aus, zeigen die finanziellen Einsparungsmöglichkeiten auf und kümmern sich um das Prozess- und Kostenmanagement. "Darüber hinaus haben wir auch Kontakte mit anderen Professuren, um diese bei speziellen Teilfragen mit ins Boot holen zu können", berichtet Grahl.

Denn bei der Optimierung geht es nicht nur um Schrauben, sondern derzeit um alle Norm- und Kaufteile; an den Methoden für Fertigungsteile und Baugruppen arbeiten die Chemnitzer Forscher, um das Angebotsspektrum kontinuierlich zu erweitern. Das Projekt läuft seit rund einem Jahr, erste Anwender aus der Industrie kamen bisher aus der Chemnitzer Region. "Wir haben den Potenzialcheck beispielsweise für ein Unternehmen durchgeführt, das für KMU Kauf- und Normteile bereitstellt und die Lagerflächenmöglichkeiten optimieren wollte", berichtet Projektmitarbeiter Michael Konarsky.

Die Wissenschaftler präsentieren das "Labor für integrierte Produktentwicklung" auf der Sächsischen Industrie- und Technologiemesse SIT in Chemnitz vom 23. bis zum 25. Juni 2010 am Stand F33. Am 24. Juni laden sie parallel dazu zu einer Vortragsreihe zum Thema "Kostensparen in Wertschöpfungsketten - Strategien, Anregungen, Erfahrungen" ein (von 13 bis 17.45 Uhr im Konferenzraum 5-7, Halle 1 Nord). Neben Mitarbeitern der TU beteiligen sich daran auch Referenten von Industriepartnern aus ganz Deutschland.

Weitere Informationen unter
http://www.tu-chemnitz.de/mb/KL/forschung/ipe-lab.php und bei Dr. Werner Grahl, Telefon 0371 531-37871, E-Mail werner.grahl@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/
http://www.tu-chemnitz.de/mb/KL/forschung/ipe-lab.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Medica 2017 – TU Kaiserslautern präsentiert Fortschritte in der Medizintechnologie
20.10.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben
18.10.2017 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise