Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Echolot - Eine bionische Struktur für die BUGA 2011

26.11.2010
Experimenteller Pavillon der Fachhochschule Koblenz wird zum Erlebnis für alle Sinne

Inspiriert von der Natur, umgesetzt von Bauexperten der Fachhochschule Koblenz: Der Echolot-Pavillon ist eine Experimentalkonstruktion aus Holz, die auf dem Gelände der BUGA 2011 in Koblenz errichtet wird. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wie Prinzipien der Bionik u.a. in der Architektur aufgegriffen und umgesetzt werden.


Visualisierung des Echolot-Pavillons

Die Entstehungsgeschichte
Mit den Baumaßnahmen zur BUGA 2011 in Koblenz musste notgedrungen in den Lebensraum der heimischen Fledermäuse eingegriffen werden. In der Stadt wurde dies zum öffentlich und heiß diskutierten Thema, und es war übereinstimmend oberstes Ziel, diesen Eingriff möglichst behutsam zu gestalten.

Dieses Thema griffen Studierende des Fachbereichs Bauwesen der FH Koblenz als Entwurfsgrundlage auf für einen eigenen Pavillon der Fachhochschule im Ausstellungsbereich „Vielfalt des Lebens — Lernen von der Natur“.

Die Echo-Ortungsrufe der Fledermäuse sind für den Menschen nicht wahrnehmbar, können aber mit relativ einfachen technischen Mitteln hörbar gemacht werden. Die Ortungsrufe des „Abendseglers“ (einer heimischen Fledermausart) wurden mit Hilfe einer Musik-Bearbeitungssoftware als Oszillogramm dargestellt. Daraus wurde der Grundriss für den Echolot-Pavillon abgeleitet.

Die Realisierung
Mit digitalen Methoden wurde aus diesem Grundriss eine doppellagige Hänge-Stützform berechnet, die mit einem Maschenraster belegt wurde, welches ebenfalls bionischen Prinzipien folgt: räumlich stabile Dreieck- und Sechseckraster treten in der Natur ebenfalls sehr häufig auf (Bienenwaben, Kieselalgen, Blütenformen etc.).

Die Konstruktion des Pavillons wird aus Latten aus Douglasie, einem heimischen und sehr witterungsbeständigem Material, zusammengeschraubt. Ein- und Ausgänge gibt es am Kopf und am Ende des Bauwerks. Die Flächen zwischen den Latten bleiben offen.

Auf dem Boden des Pavillons wird das Oszillogramm der Ortungsrufe der Fledermaus mit Leuchtstreifen abgebildet und über Lautsprecher werden die hörbar gemachten Ortungsrufe ausgesendet. Durch Bewegungsmelder gesteuert, aktivieren die BUGA-Besucher sowohl die Leuchtstreifen als auch die Aussendung der akustischen Signale. Damit wird der Echolot-Pavillon zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Bionik, eine Kombination der Begriffe Biologie und Technik, ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, in der Bio- und Naturwissenschaftler, Ingenieure, aber auch Architekten und Designer zusammenarbeiten, um Lösungen und Phänomene der (belebten) Natur in innovative Technik oder Produkte umzusetzen. So arbeiten verschiedene Wissenschaftsdisziplinen der Fachhochschule Koblenz gemeinsam an der Realisierung des Echolot-Pavillons. Während Planung und Entwurf sowie Projektierung der Struktur von Master-Studierenden des Fachbereichs Bauwesen unter Federführung von Prof. Dr.- Ing. Manfred Feyerabend und Prof. Dr.-Ing. Markus Holzbach umgesetzt werden, wird die Planung der erforderlichen elektronischen Steuerung in einer disziplinübergreifenden Zusammenarbeit der Fachbereiche Mathematik und Technik sowie Ingenieurwesen (Elektrotechnik) unter Federführung von Prof. Dr. Jens Bongartz erfolgen.

Die Förderer
Das „Echolot“ wird im Rahmen der Initiative „Holzbau-Cluster Rheinland-Pfalz“ vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium bis zur Hälfte der Gesamtkosten des Projekts gefördert. Die Mittel dafür stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ der Europäischen Union. Der Förderkreis der Fachhochschule Koblenz will das Projekt ebenfalls unterstützen. Weitere Sponsoren sind willkommen. Darüber hinaus ist die FH zur endgültigen Finanzierung des Projekts auf Spenden angewiesen. Dazu wird die Hochschule eine Spendenkampagne unter dem Motto „Ihre Mäuse bringen Fledermäuse!“ starten.
Preisverleihung
Bei der Verleihung der Hochschulpreise 2010 durch die Bauwirtschaftsverbände Rheinland-Pfalz wurden am 26. November die jeweils besten Abschlussarbeiten der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen der rheinland-pfälzischen Hochschulen ausgezeichnet. Das Echolot-Projekt erhielt den diesjährigen Holzbaupreis für Studierende in Rheinland-Pfalz (Sommerrock-Holzbaupreis, benannt nach dem Auslober des Preises, Adam Sommerrock aus Kaiserslautern).

Petra Gras | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-koblenz.de/Echolot-Eine-Bionische-Struk.3791.0.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht OLED auf hauchdünnem Edelstahl
21.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Die Chancen der Digitalisierung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement: vitaliberty auf der Zukunft Personal 2017
19.09.2017 | vitaliberty GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie