Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Doppelauftritt bei internationaler Messe für BIBA-Forschungsprojekt zur Vermeidung von Güterverkehr

04.05.2009
Zwei Einladungen: Bremer Wissenschaftler präsentieren ihr Projekt "INWEST" während der Messe "Transport Logistik" / System wird Gütertransport mithilfe moderner Technik optimieren können

Gleich zwei Einladungen hatten die Wissenschaftler des BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH an der Universität Bremen bekommen, um ihr Projekt "INWEST" während der "Transport Logistic" zu präsentieren.

Nun werden sie ihre Forschungen zur "intelligenten Steuerung von Wechselbrücken" bei der internationalen Fachmesse für Logistik, Telematik und Verkehr in München sowohl am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) als auch am Stand der DHL vorstellen.

"Transport Logistic", 12.-15. Mai, München
DHL (Halle A5 Stand 201/302) und BMWi (Halle B2 Stand 517/618)
Vortrag am DHL-Hauptstand: 13. Mai, 17-17:30 Uhr (Halle A5, Stand 201/302)
Das BMWi zeigt auf seinem Stand ausgewählte Projekte aus dem Forschungsschwerpunk "Intelligente Logistik" und "Innovative Seehafentechnologien II" (ISETEC II). Innerhalb dieses Förderprogramms wird auch das Bremer Vorhaben unterstützt. Projektträger ist der TÜV Rheinland in Köln, und an dem Projekt beteiligt sind neben dem BIBA als Projektleiter auch die Micromata GmbH (Kassel) und die OHB Teledata GmbH (Bremen) sowie als Anwendungspartnerinnen die Deutsche Post AG (Bonn) sowie die DHL Solutions GmbH (Essen). Auch für die DHL sind die Bremer Forschungen und ihre ersten Ergebnisse offensichtlich von großem Interesse. Sie präsentiert das Projekt nicht nur auf einem ihrer Messestände, sondern darüber hinaus auch im Rahmen eines Vortrages auf dem DHL-Hauptstand.

INWEST beschäftigt sich damit, wie, wann und wo Wechselbrücken am besten be- und entladen werden und welche optimalen Wege sie nehmen können. Wechselbrücken sind die austauschbaren Ladungsträger, mit denen Güter per Lkw oder Zug transportiert werden können. Am Straßenrand abgestellt sehen sie aus wie kleine Container auf Stelzen. Die Projektergebnisse lassen sich später auch auf andere Ladungsträger für den Gütertransport übertragen.

Was Menschen bei der Organisation zum Beispiel einer Fahrgemeinschaft leisten, soll künftig im Güterverkehr auf Straße und Schiene ein technisches System übernehmen. Das ist der Grundgedanke des Forschungsprojektes INWEST. Die Forscher entwickeln nicht nur das System, sondern sie hauchen ihm auch Intelligenz ein. Mithilfe moderner Kommunikationstechniken und Computerprogramme wird es die vorhandenen Ressourcen in den Ladungsträgern optimal nutzten und die besten Routen finden können. So lassen sich Kosten und Zeit sparen, und die Umwelt wird auch noch geschont, denn durch die Optimierung der Touren wird der Verkehr, also auch der Ausstoß von Kohlendioxid reduziert.

Intelligente Telematik-Einheit ist das Herzstück des Systems und wird erstmals vorgestellt

Herkömmlichen Navigations- und Softwaresystemen fehlt es derzeit noch an der erforderlichen Intelligenz, um diese Aufgabe bewältigen zu können. In dem Projekt werden nun die Software und die Hardware entwickelt, mit der sich eine "Güter-Fahrgemeinschaft" perfekt organisieren lässt. Von Nutzen ist dabei die "Telematik". Das Wort setzt sich zusammen aus "Telekommunikation und Informatik" und bezeichnet die Verknüpfung von beidem. Eines der wichtigsten Elemente in dem System ist eine Telematik-Einheit. Dieser nur 20 mal 10 mal 4 Zentimeter kleine Kasten wirkt eher unscheinbar, aber er hat es in sich. Gemeinsam haben die Projektpartner dieses Modul entwickelt, das in den Laderäumen installiert wird. "Yellow Box" heißt die Telematik-Einheit. Mit einer eigenen Intelligenz versehen arbeitet sie sehr zuverlässig und mit nur minimalem Wartungsaufwand. So ist ein Batteriewechsel höchstens alle zwei Jahre erforderlich.

Die Box ist wesentlich für die Gestaltung der Informations- und Kommunikationsflüsse zuständig, wird entsprechend der Auftragsdaten und Rahmenbedingungen konfiguriert, also jeweils für individuelle Aufgaben und Anforderungen schlau gemacht. Dabei kann sie sogar externe Einflüsse wie die Verkehrslage mit einbeziehen. Sie sammelt und übermittelt Informationen, die für eine den Verkehr reduzierende, logistische Planung erforderlich sind. Dabei nutzen die Forscher die satellitengestützte Ortung das Global Positioning System (GPS).Die Box kann über die im Projekt entwickelte Software mit einem zentralen Rechner kommunizieren, dort Daten abholen und auch Daten senden.

Seit Anfang 2008 läuft das zweijährige Projekt, und nun können die Wissenschaftler bereits mit ersten, handfesten Ergebnissen ihrer Forschungen aufwarten. Während der Messe stellen sie die Software und ihre Benutzeroberflächen vor. "Das ist unter anderem interessant für Tourenplaner. Das System unterstützt zum Beispiel die Disponenten in einer Spedition und liefert ihnen wertvolle Entscheidungshilfen zur Optimierung ihrer Planungen", erklärt Christian Gorldt, der INWEST-Projektleiter am BIBA. "Während der Messe hat die 'Yellow Box' ihren ersten öffentlichen Auftritt", freut er sich. Und schon bald werde sie in DHL-Ladungsträger eingebaut: Anfang Juli solle der große Feldversuch beginnen, ein entscheidender Termin im INWEST-Projekt.

"Ein sehr hoher Nutzwert für die Logistik"

Schon beim Bundesverband Deutscher Postdienstleister (BvDP) hieß es Ende vergangenen Jahres während einer INWEST-Präsentation am BIBA: "Uns interessieren derartige neue Lösungen für die Echtzeitverfolgung von Transportmitteln, denn wir sind stets auch auf der Suche nach Optimierungspotenzialen im Güterverkehr. Sie haben einen sehr hohen Nutzwert für die Logistik." So sieht das auch Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter, Geschäftsführer des BIBA und Leiter des Sonderforschungsbereiches zur Selbststeuerung logistischer Prozesse, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Universität Bremen eingerichtet hat. "INWEST ist ein schönes Beispiel für die Selbststeuerung logistischer Prozesse, und es zeigt deutlich die Potenziale der neuen Technologien sowie die Bedeutung der Forschung für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagt Scholz-Reiter. Mit Entwicklungen wie denen in diesem Projekt ließen sich Effektivität und Effizienz weiter steigern, und zugleich leisteten sie einen Beitrag zum Klimaschutz. "Die Wirtschaftkrise bereitet natürlich auch der Logistikbranche erhebliche Probleme", weiß der renommierte Logistik-Experte. Er sieht Deutschland "als einen der wichtigsten Know-how-Träger auch im Bereich der Logistik" und betont, wie wichtig es sei, auch in Krisenzeiten weiter in die Forschung zu investieren.

Ihre Ansprechpartner:

Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter (Geschäftsführer BIBA)
Telefon: 0421 218-55 76, E-Mail: gen@biba.uni-bremen.de
M. Sc. Christian Gorldt (BIBA, Projektleiter INWEST)
Telefon: 0421 218-55 77 oder 0177 412 44 75, E-Mail: gor@biba.uni-bremen.de
Sabine Nollmann (PR BIBA, kontexta, PR/Wissenschaftskommunikation)
Telefon: 0170 904 11 67, E-Mail: mail@kontexta.de

Sabine Nollmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.biba.uni-bremen.de
http://www.inwest.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"
24.05.2017 | Universität Ulm

nachricht Neue Prozesstechnik ermöglicht Produktivitätssteigerung mit dem Laser
18.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften