Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die digitale Filmrolle

02.09.2010
Das Kino wird immer digitaler – von der Aufnahme, zum Schnitt bis zur Vorführung. Auf der International Broadcasting Convention IBC in Amsterdam zeigen Kinoexperten vom 10. bis 14. September Programme für die einfache, digitale Postproduktion und sichere Archivierung.

In der Filmproduktion für das Kino und in den Lichtspielhäusern verdrängt digitale Technik die Filmrolle deutlich langsamer als in der Fotografie. Noch bis vor wenigen Jahren waren hauptsächlich 35mm-Filmkameras im Einsatz, erst 2008 wurden mehr digitale als analoge Kinokameras verkauft. Die meisten Filme werden nach wie vor analog aufgenommen und anschließend digitalisiert. Die Postproduktion wiederum erfolgt hauptsächlich am Computer und auch die digitale Projektion ist auf dem Vormarsch.

Statt Filmrollen werden also Datenpakete – Digital Cinema Packages, kurz DCPs – an die Kinobetreiber verschickt. Diese Pakete enthalten die Bild- und Tondaten des Films. Informationen, wie die verschiedenen Päckchen miteinander verbunden sind, welche Filmteile in ihnen stecken und in welcher Reihenfolge sie abgespielt werden müssen, wird in Form von Metadaten wie etwa der Abspielliste mitgeliefert.

Die Bearbeitung dieser digitalen Filmrollen erleichert die Postproduktionssoftware easyDCP. Sie wurde am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelt. Mit dem Creator lassen sich DCPs erstellen und verpacken, mit dem Player zur Endkontrolle in Echtzeit auf einem Standard-PC abspielen. Die Versionen Creator+ und Player+ sind die Erweiterungen des Programms, mit denen sich DCPs für 3D-Filme und verschlüsselte DCPs in Kinoauflösung von 2048 und 4096 Bildpunkten erstellen und anzeigen lassen.

»Bei der Entwicklung der easyDCP Werkzeuge haben wir uns darauf konzentriert, die Bedienung möglichst einfach und übersichtlich zu gestalten, so dass sie auch von weniger spezialisierten Bearbeitern benutzt werden können«, sagt Dr. Siegfried Fößel, Abteilungsleiter Bewegtbildtechnologien am IIS. Bisher seien 230 Systeme weltweit lizensiert worden. Hauptsächlich von kleineren Postproduktions- und Produktionsfirmen in Europa. Die Werkzeuge eigenen sich auch für Kinobetreiber, die etwa ihre Eigenwerbung neu gestalten und auf ihren digitalen Kinosystemen zeigen wollen.

Zur Messe in Amsterdam kann der easyDCP Creator+ nun zusätzlich zu .dpx und .tif die Bildformate .png, .jpg und .bmp lesen und verarbeiten. Um den Film vor unerlaubten Raubkopierern zu schützen, lassen sich die Dateien, die die Freischaltschlüssel für den Film enthalten, die Key Delivery Messages KDMs, auch über eine graphische Benutzeroberfläche erstellen. easyDCP Creator und Creator+ sind für Windows- und Mac-Betriebssysteme erhältlich.

Für die Ewigkeit
Die Curator Archive Suite, ebenfalls am IIS entwickelt, soll es Mitarbeiten von Filmarchiven erleichtern, digitale Film-, Bild- und Tondaten in einem DCP-ähnlichen Format zu sichern. Enthalten sind Werkzeuge zum Erstellen, Kontrollieren und Abspielen der digitalen Archivpakete.

»Momentan gibt es eine solche digitale Arbeitsumgebung für die Filmarchivierung noch nicht. Wir bieten auf Basis ISO-standardisierter Codecs ein Einsteigermodell für Archive, die digitales Material archivieren oder Material von Film oder Band digitalisieren wollen«, erklärt Fößel. Die Filme werden dazu in höchstmöglicher Auflösung eingescannt, Bild- und Tondateien komprimiert und zusammen mit den Metadaten in einem digitalen Container archiviert. Soll der Film wieder in einem Kino vorgeführt werden – auch ein Online-Vertrieb ist möglich – lässt sich aus dem Archivformat mit der gleichen Software ein DCP erstellen. In Zukunft soll dies eine Transcoding Engine automatisch erledigen, die auch weitere Distributionsformate anbietet. Die Software ist ab Herbst verfügbar.

Auf der IBC zeigen die Forscher vom 10. bis 14. September in Halle 8, Stand C81 die easyDCP- und die Curator-Archive-Suite im Einsatz.

Testdownload für die easyDCP Werkzeuge unter www.dcinema.fraunhofer.de

Dr. Siegfried Fößel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.dcinema.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/09/digitale-filmrolle-easydcp.jsp

Weitere Berichte zu: Creator+ DCP Filmrolle Filmrollen IBC IIS Kinobetreiber Metadaten Tondaten Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration
25.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht OLED auf hauchdünnem Edelstahl
21.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie