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Bürgerbeteiligung auch beim Hochwasserschutz ein Top-Thema

24.08.2011
Experten geben auf der acqua alta Best-Practice-Beispiele
Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau - vom 11. bis 13. Oktober im CCH-Congress Center Hamburg

Rund 62 Prozent der Bevölkerung sehen den Klimawandel als größtes Problem auf der ganzen Welt, das zeigt eine von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Umfrage aus dem Jahr 2008. Viele Menschen sind jedoch der Meinung, dass sie über den Klimawandel und die Möglichkeiten des Klimaschutzes schlecht informiert sind. „Bei Maßnahmen zum Hochwasserschutz spielt die Akzeptanz bei der Bevölkerung eine besonders große Rolle“, so Bernd Düsterdiek, Referatsleiter beim Dezernat Umwelt und Städtebau des Deutschen Städte- und Gemeindebunds in Bonn. „Hier müssen Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung eng zusammenarbeiten. Ziel muss es sein, die Bürger für das Thema zu sensibilisieren“, betont auch Reinhard Vogt, Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrums in Köln. Die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress, greift den hoch aktuellen Punkt Bürgerbeteiligung mit einem eigenen Panel auf. Vom 11. bis 13. Oktober stellen Experten aus dem In- und Ausland im CCH-Congress Center Hamburg neue Entwicklungen und Projekte in den Bereichen Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau vor. Insgesamt sprechen beim dreitägigen Tagungsprogramm rund 70 Referenten aus 10 Nationen. Die Hafenmetropole bietet 2011 als Umwelt-Hauptstadt Europas einen besonderen Rahmen für diese Fachveranstaltung.

Dialog mit Akteuren und Betroffenen erhöht Akzeptanz
In einem hochkarätig besetzten Plenum und dem anschließenden Panel diskutieren Fachleute auf der acqua alta über die Möglichkeiten der optimalen Bürgerbeteiligung bei Projekten zum Hochwasserschutz. „Zwei Drittel der Deutschen leben in Kommunen mit weniger als 100 000 Einwohnern. Insbesondere beim Hochwasserschutz kommt den Städten und Gemeinden eine zentrale Rolle zu. Hierbei müssen nicht nur die konkreten Rahmenbedingungen vor Ort berücksichtigt werden, die Maßnahmen müssen auch Akzeptanz in der Bevölkerung finden.“ so Bernd Düsterdiek vom Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Partner der acqua alta ist. Zu den Diskussionsteilnehmern gehört Hannah Stoddart vom Stakeholder-Forum, England, einer internationalen Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung zur Nachhaltigkeit durch die Einbeziehung von Betroffenen zu verbessern.

Im anschließenden Panel werden konkrete Projekte vorgestellt: Prof. Dr. Wilhelm G. Coldewey vom Institut für Geologie und Paläontologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster berichtet über Aktivitäten einer Bürgerinitiative: In der Ortschaft Buldern in Niedersachsen entstand bei mehreren Überschwemmungen Schaden in Millionenhöhe Allein beim letzten Hochwasser 2004 leisteten rund 600 Freiwillige mehr als 8000 Arbeitsstunden. „Das ist im ländlichen Bereich durchaus keine Besonderheit“, so Coldewey. „In Buldern hat man jedoch als Konsequenz eine Bürgerinitiative gegründet mit dem Ziel, zukünftig die Auswirkungen von Überschwemmungen zu reduzieren.“ Die Bürgerinitiative zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben dem akuten Arbeitseinsatz nach den Hochwasserereignissen umfangreiche Analysen an den Gewässernetzen vorgenommen hat, um Möglichkeiten für den präventiven Hochwasserschutz zu erkunden. Auch bei einer Untersuchung zum Hochwasserrisiko im Einzugsgebiet der Alster in Hamburg und Schleswig-Holstein steht die Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt: „Für die meisten Menschen ist das Überschwemmungsrisiko sehr abstrakt und komplex“, so Prof. Mariele Evers von der Leuphana Universität Lüneburg. „Mit unserem Projekt wollen wir die Bevölkerung aktiv beteiligen. So lassen sich Hochwasserschutzmaßnahmen besser verankern.”

Bewusstsein schaffen durch konkrete Einbeziehung
Petra Mahrenholz vom Umweltbundesamt stellt auf der acqua alta unter anderem die „Tatenbank“ vor – eine Datenbank für Maßnahmen zum Anpassung an den Klimawandel: „Wir haben eine Plattform geschaffen, auf der jeder seine konkreten Maßnahmen eintragen kann, die ihm helfen, mit dem Klimawandel besser klarzukommen – egal, ob es sich um eine Initiative zur Hofbegrünung in Berlin handelt oder um den Bau eines rund 220 Hektar großen Flutpolders zum Hochwasserschutz an der Donau. Wir hoffen, dass viele Interessierte Anregungen durch die eingetragenen Maßnahmen finden.“ Ähnliches möchte auch Reinhard Vogt bewirken: Dem Kölner Experten liegt die Aufklärung und Einbindung der Bevölkerung besonders am Herzen. Mit Hilfe des „Hochwasserpasses“, einem Projekt des HochwasserKompetenzCentrums, sollen Hausbesitzer durch eine Gefährdungsanalyse der eigenen Immobilie für die potentiellen Risiken sensibilisiert werden. „Die in Überschwemmungsgebieten lebenden Menschen haben nur selten ein ausreichendes Bewusstsein für die lokal existierenden Gefahren. Selbst nach massiven Schadensereignissen reduziert sich das Gefährdungsbewusstsein nach wenigen Jahren und bedarf somit stetiger Auffrischung“, betont Vogt.
Weitere Informationen zum Kongress und den weiteren Schwerpunktthemen gibt es im Internet unter www.acqua-alta.de

Die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress, findet vom 11. bis 13. Oktober 2011 im Congress Center Hamburg statt. Mit den Themenschwerpunkten Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau bietet sie allen beteiligten Organisationen, Instituten, kommunalen Spitzenverbänden und Branchen eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien. Auf der Fachmesse in der Ausstellungshalle des CCH präsentieren spezialisierte Unternehmen innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Weitere Informationen: www.acqua-alta.de

Pressekontakt: Gudrun Blickle, Tel.: 040/3569-2442, Fax: -2449, gudrun.blickle@hamburg-messe.de

Gudrun Blickle | Hamburg Messe
Weitere Informationen:
http://www.acqua-alta.de
http://www.hamburg-messe.de

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