Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von bösartigen Apps, verräterischen Stromzählern und sicherer Software-Entwicklung

16.10.2012
Alle Bereiche des täglichen Lebens werden zunehmend vernetzt. Angreifer finden in Computersystemen immer häufiger Sicherheitslücken und können so Bürger, Unternehmen und Staaten bedrohen.
Seit 2011 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung daher drei nationale Kompetenzzentren für IT-Sicherheit. Sie sind angesiedelt an der Technischen Universität Darmstadt, der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und am Karlsruher Institut für Technologie und erforschen diverse Fragen zur IT-Sicherheit. Erste Ergebnisse präsentieren sie vom 16. bis 18. Oktober auf der IT-Security-Messe „it-sa“ in Nürnberg.

Private E-Mails und geschäftliche Unterlagen sind nicht mehr auf dem eigenen Rechner abgespeichert, sondern bei einem Anbieter im World Wide Web. Die aktuellen Verbrauchsdaten des intelligenten Stromzählers finden sich dort ebenfalls, damit man sie bequem mit dem internetfähigen Telefon abrufen kann und zum Beispiel die Waschmaschine zum richtigen Zeitpunkt preisgünstig laufen lässt. Diese fortschreitende Vernetzung weckt nicht nur die Begierde von Datendieben und digitalen Vandalen, sondern wirft auch Fragen auf, die neben der Technologie auch die Gesetzgebung und die Gesellschaft betreffen. Mit diesen setzen sich die drei Kompetenzzentren für IT-Sicherheit auseinander, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2011 mit insgesamt rund 17 Millionen Euro über vier Jahre hinweg fördert. Erste Ergebnisse und Ansätze sind nun auf der IT-Security-Messe in Nürnberg zu sehen.

Gegenspionage auf dem Smartphone (Halle 12, Stand 666)

Das „Center for IT-Security, Privacy and Accountability“ (CISPA) an der Universität des Saarlandes präsentiert einen Ansatz, der bösartige Mini-Programme auf Smartphones entlarvt. Die dazu entwickelte und ebenfalls gezeigte App namens „Appguard“ analysiert, auf welche Daten und Dienste die installierten Miniprogramme zugreifen und zeigt dies dem Anwender an. Dieser kann bei verdächtigem Verhalten der jeweiligen App deren Rechte und Zugriffe einschränken.

Wenn der intelligente Stromzähler plaudert (Halle 12, Stand 668)

Kann der intelligente Stromzähler missbraucht werden, um die Privatsphäre von Bewohnern auszuspähen? Dieser Frage geht das Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) am Karlsruher Institut für Technologie nach. Anhand einer prototypischen Wohnung, deren Haushaltgeräte und Energieversorgung komplett über das Internet gesteuert werden, identifizieren sie mögliche Gefahren und stellen Gegenmaßnahmen vor.

Werkzeug für sichere Software-Entwicklung (Halle 12, Stand 213)

Das European Center for Security and Privacy by Design (ECSPRIDE), an dem sich neben der Technischen Universität Darmstadt auch das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie beteiligt, setzt auf Fehlervermeidung statt auf das Suchen von Programmierfehlern. Das am Fraunhofer SIT entwickelte „Operational Threat Analysis Tool“ (OTA-Tool) unterstützt Entwickler ohne großes Sicherheits-Knowhow bereits in der Design-Phase. Das Werkzeug gibt Handlungsempfehlungen für typische Problemfelder der Software-Entwicklung. Zusätzlich lassen sich mit dem OTA-Tool auch sicherheitsrelevante Aktivitäten dokumentieren.

Weitere Informationen:
Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA)
http://www.cispa-security.de
Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL)
http://www.kastel.kit.edu
European Center for Security and Privacy by Design (EC SPRIDE)
http://www.ec-spride.de

Fragen beantworten:
Professor Dr. Michael Backes
Direktor des CISPA
Tel. +49 681 302-3259
E-Mail: backes@cispa.uni-saarland.de

Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Sprecher von KASTEL
Tel. +49 721 608-44205
E-Mail: info@iks.kit.edu

Professor Dr. Michael Waidner
Leitung EC SPRIDE
Tel. +49 6151 869-282
E-Mail: michael.waidner@sit.fraunhofer.de

Redaktion:
Gordon Bolduan
Forschungskommunikation CISPA
Tel. +49 681 302-70741
E-Mail: bolduan@mmci.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Saar - Uni - Presseteam | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://www.cispa-security.de/
http://www.kastel.kit.edu/
http://www.ec-spride.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen
08.12.2016 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Mobile Learning und intelligente Contentlösungen im Fokus
08.12.2016 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie