Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EUROMOLD: Software hilft bei Roboterprogrammierung

15.11.2007
Die Herstellung und Reparatur von Präzisionswerkzeugen ist hochkomplex und aufwändig. Auf der Messe EUROMOLD vom 5. bis 8. Dezember in Frankfurt zeigen Fraunhofer-Wissenschaftler aus Dresden ein Diodenlaser-Robotersystem zum Präzisions-Auftragsschweißen, das sich schnell programmieren lässt und den gesamten Prozess vorab offline simulieren kann.

"Filigrane Teile sind die hohe Kunst des Spritzgusses. Wenn ein Spritzgusswerkzeug - etwa für die Herstellung der Lokomotive einer Modelleisenbahn - repariert werden muss, bietet sich das Laserstrahl-Auftragsschweißen an", sagt Dr.-Ing. Steffen Nowotny vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden.

Das Verfahren hat sich in der industriellen Praxis nicht nur für die Reparatur beschädigter Werkzeuge etabliert, sondern auch für das schnelle Umsetzen von Designänderungen oder das Auftragen von Oberflächenschutz- und Funktionsschichten. "Die Formen für die Bauteile sind aus Stahl oder Aluminium. Wenn die Lok einen anderen Schornstein braucht, wird das neue Design per Laserauftragsschweißen auf die alte Form aufgetragen.

Auch Umformwerkzeuge - etwa für das Tiefziehen von Automobil-Karosserieblechen - lassen sich damit schnell verändern. Außerdem können Verschleißschutzschichten aufgebracht werden", erläutert der Experte. Da in der Fertigung heute immer häufiger Roboteranlagen zum Einsatz kommen, haben Nowotny und sein Team jetzt ein Diodenlaser-Robotersystem zum Präzisions-Auftragsschweißen für die Fertigung und Reparatur von Werkzeugen mit dem erweiterten CAD/CAM-Programmpaket DCAM ausgestattet. Die Software eignet sich für die Programmierung von 3- und 5-Achs-CNC-Anlagen sowie für Roboteranlagen mit simultanem Dreh-/Schwenktisch und zusätzlicher Linearachse. Auf der EUROMOLD stellen die Wissenschaftler die Maschine und die neuen Software in Halle 8 am Stand L113 vor.

Mit dem neuen Softwarepaket lässt sich der gesamte Fertigungsprozess vorab offline simulieren. "Bisher ist zum Beispiel die Kollisionskontrolle - ob der Roboter beim Führen des Laserstrahls und beim Auftragsschweißen anstößt oder nicht - sehr aufwändig", weiß Nowotny. "Durch die integrierte Robotersimulation gelingt es uns, vorab offline die Bewegungsabläufe sichtbar zu machen und Fehler im Produktionsprozess aufzuspüren. Kollisionen oder Fertigungsfehler werden so von vorneherein ausgeschlossen. Außerdem verkürzt sich die Vorbereitung von Auftragsschweißprozessen erheblich, die Anlagentechnik kann voll ausgenützt werden."

Eine weitere Neuheit im Prozess ist das Laser-Modul zum Auftragsschweißen mit hoher Produktivität. "Die neue Breitstrahldüse aus unserer COAXn-Familie bietet, kombiniert mit einem 6kW-Diodenlaser, eine für die Lasertechnik außerordentlich hohe Beschichtungsleistung. Der präzise rechteckig geformte Pulverstrahl ist variabel, gewährleistet Pulvernutzungsgrade von über 90 Prozent und trägt das Schweißgut breit und besonders gleichmäßig auf - angepasst an das Leistungsdichteprofil des Laserstrahls. Damit können wir erstmals in die Region des Plasma-Auftragschweißens vordringen", freut sich der Experte, "wobei aber die typischen Vorteile der Lasertechnologie erhalten bleiben. Es gelingt uns zum einen bei Umform- und Schneidwerkzeugen verschleißbeständige Hartmetalle auftragzuschweißen und zum anderen anspruchsvolle kupferhaltige Lagermetalle bei gleitend beanspruchten Komponenten von Verbrennungsmotoren und Hydraulikpumpen schonend auftragzulöten."

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2007/11/Presseinformation15112007.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht SYSTEMS INTEGRATION 2018 in der Schweiz thematisiert Bausteine für die industrielle Digitalisierung
20.11.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht IHP präsentiert sich auf der productronica 2017
17.11.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie