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Diagnosehilfe bei Speiseröhrenkrebs

08.11.2007
Endoskopie-Aufnahmen auszuwerten, ist oft nicht leicht. Ein neues System zur Bildverarbeitung sucht automatisch ähnliche Aufnahmen samt Diagnosen heraus und gibt Ärzten Anhaltspunkte. Vom 14. bis 17. November 2007 ist das System auf der Messe Medica in Düsseldorf zu sehen (Halle 10, Stand F05).

Das Essen war fantastisch - doch brennende Schmerzen in der Speiseröhre schmälern das Vergnügen: Sodbrennen. Der Grund für dieses unangenehme Gefühl: Der Schließmuskel der Speiseröhre schafft es nicht mehr, die scharfe Magensäure abzuhalten - sie dringt in die Speiseröhre ein. Geschieht dies über Jahre, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann ernste Folgen haben: Die Speiseröhre reagiert auf den Angriff durch die Magensäure oft, indem sie ihre Zellen gegen weniger empfindliche Magenzellen austauscht - Experten sprechen von der "Barrett-Schleimhaut". Sie gilt als Vorstufe zum Krebs.

Um diese gefährlichen Veränderungen zu diagnostizieren, untersucht der Arzt die Speiseröhre mit einem Endoskop. Die Interpretation der Bilder ist jedoch nicht leicht: Handelt es sich um die krankhafte Barrett-Schleimhaut - oder ist die Speiseröhre gesund? Künftig können Mediziner hierbei mit Unterstützung rechnen: Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben dafür das System EndoCAD entwickelt. "Hat der Arzt einen auffälligen Bereich markiert, vergleicht EndoCAD dieses Bild mit Aufnahmen aus einer Datenbank. Anhand von Farbgebung und Strukturmerkmalen sucht es die ähnlichsten Abbildungen heraus", sagt Dr. Christian Münzenmayer, Projektleiter am IIS. "Die Bilder werden automatisch angezeigt, samt dem dazugehörigen bestätigten Befund, und liefern dem Mediziner einen guten Anhaltspunkt für seine Diagnose." Auch bei Endoskopien des Kehlkopfs kann das System erste Anhaltspunkte für die Diagnose geben.

"Besonders leistungsstark ist EndoCAD, da es die markierten Bild-
bereiche sowohl anhand der Struktur als auch der Farben vergleicht. Unser System arbeitet auf den bislang vorliegenden klinischen Daten zuverlässig mit einer Gesamtklassifikationsrate von mehr als 85 Prozent", sagt Münzenmayer. Einen Prototypen stellen die Forscher auf der Messe Medica vom 14. bis 17. November in Düsseldorf vor (Halle 10, Stand F05).

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2007/11/Presseinformation0811200789.jsp

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