Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feste Verbindung

06.11.2007
Ärgerlich – schon wieder muss die Brille zum Optiker! Ein neues Verfahren beschert randlosen Brillen ein längeres Leben: Laser verbinden Metallbügel und Kunststoffgläser optimal miteinander. Auf der Messe Productronica stellen Forscher die Technik vor.

Brillenträger kennen das Problem: Man stößt irgendwo an oder zieht ohne Nachzudenken den Pullover über den Kopf – und schon ist es passiert. Vor allem bei randlosen Kunststoffbrillen lockern sich die Metallbügel leicht. Abhilfe verspricht LIFTEC, ein neues, bereits zum Patent angemeldetes Verfahren aus dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen.

Es macht Kunststoff-Metall-Verbindungen – etwa Brillengläser und Bügel – stabiler als bisher. »Mit einem Laser erwärmen wir die Stirnseite des Metallstifts, der den Bügel an den Gläsern befestigt. Die Laserstrahlung durchdringt das transparente Kunststoffglas, ohne es zu beschädigen. Sie trifft auf den Metallstift und erhitzt diesen auf eine Temperatur, die höher ist als die Schmelztemperatur des Kunststoffs.

Der Metallstift strahlt die Wärme ab und schmilzt das umgebende Material. Unter mechanischem Druck wird das metallische Bauteil in den Kunststoff gepresst. Nach dem Abküh-len entsteht eine formschlüssige Verbindung«, erklärt Dipl.-Ing. Jens Holtkamp vom ILT den Prozess. Die Steckverbindung, die den Bügel bisher am Brillenglas befestigt und die an den Verschluss eines Ohrrings erinnert, wird so überflüssig.

... mehr zu:
»Kunststoff »Metall

Um Metall und Kunststoff genügend fest miteinander zu verbinden, kommt es auch auf die Form an: Die Forscher versehen das Metall – etwa den Stift der Brillenfassung – mit einer Verdickung, einer Nut oder einer Bohrung, so verbinden sich Kunststoff und Metall rutschfest miteinander. »Zudem messen wir die Wärme, die der Metallstift abstrahlt, mit einem Pyrometer. So können wir die erforderliche Fügetemperatur je nach Werkstoff exakt regeln. Der Vorteil: Die Komponenten werden nicht überhitzt, es entstehen somit kaum Spannungen«, erläutert der Experte.

Nicht nur Metalle, auch keramische Werkstoffe können durch das neue Verfahren mit Kunststoffen verbunden werden. Ebenso sind Kunststoff-Kunststoff-Verbindungen möglich, sofern eine Komponente einen höheren Schmelzpunkt hat, etwa Epoxidharz oder Teflon. Die Möglichkeiten von LIFTEC sind vielfältig: »Bei den Brillen ergeben sich mit dem neuen Verfahren auch für die Designer völlig neue Möglichkeiten – sie können den Bügel an beliebigen Stellen und auf verschiedene Weisen anbringen«, sagt Holtkamp. »Weitere Anwendungen sind Scharniere in Mobiltelefonen und das Fügen von Kunststofffenstern oder -fassaden mit Metallrahmen, die hochfest und dicht werden.« Auf der Messe Productronica vom 13. bis 16. November in München stellen die Forscher das Verfahren vor (Halle B5, Stand 355).

Jens Holtkamp | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ilt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Kunststoff Metall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht »Lasertechnik Live« auf dem International Laser Technology Congress AKL’18 in Aachen
23.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Empa zeigt «Tankstelle der Zukunft»
23.02.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics