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Zukunftstechnologie - mit Heizöl betrieben

16.04.2002


Erste ölbetriebene Brennstoffzelle von Aral und Sulzer Hexis

Im Rahmen der Hannover Messe Industrie präsentierten die Unternehmen Aral und Sulzer Hexis zum Messeauftakt die neuesten technischen Entwicklungen auf dem Brennstoffzellenmarkt. Mit der ersten ölbetriebenen Brennstoffzelle zur Erzeugung von Strom und Wärme beschreiten die Bochumer Aral und die in der Schweiz ansässige Sulzer Hexis gemeinsam neue Wege. Die deutsch-schweizerische Kooperation stellt mit der Entwicklung eines heizölbetriebenen Brennstoffzellen-Prototypen für Einfamilienhäuser den rund 6 Millionen deutschen Heizöl-Verbrauchern eine zukunftsgerechte Lösung in Aussicht.

"Heizölkunden werden bei der Entwicklung neuer Technologien nicht vergessen", versichert Dr. Bernd Richter, Geschäftsführer der Aral Wärme Service, Marktführer im deutschen Heizölgeschäft. "Heizöl ist im Gegensatz zu Erdgas ein leitungsungebundener Energieträger und ergänzt daher in idealer Weise die Anwendungsgebiete für Brennstoffzellen".

Die Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgerätetechnik zur Erzeugung von Wärme und Strom in Einfamilienhäusern wird in der Tat derzeit von erdgasgetriebenen Systemen dominiert. Dass dies nicht so bleiben muss und Heizöl als Energieträger eine Zukunft hat, stellt die Entwicklung eines heizölgestützten Brennstoffzellen-Prototypen von Sulzer Hexis unter Beweis. Aral hat die Firma Sulzer Hexis dabei unterstützt und wird für den Betrieb ein spezielles Heizöl bereitstellen.

"Nach der CE-Zertifizierung (1) und der Auslieferung unserer ersten erdgasbetriebenen Vorseriensysteme Ende 2001, freuen wir uns, mit Aral einen kompetenten Entwicklungspartner für die Heizölanwendung im Boot zu haben", erläutert Dr. Harald Raak, Leiter Marketing & Vertrieb von Sulzer Hexis. "Das erste heizölbetriebene Modell wird als Prototyp bis zum Sommer diesen Jahres fertiggestellt sein", so Raak, "und anschließend in eine längere Testphase gehen."

Nach Aussagen von Dr. Bernd Uckermann, Aral Forschung, beschäftigt sich Aral als einziges deutsches Mineralölunternehmen schon seit längerem mit der Möglichkeit, flüssige Kraft- und Brennstoffe - insbesondere Heizöl - der Brennstoffzellentechnologie zugänglich zu machen. "In Sulzer Hexis haben wir dafür einen kompetenten Entwicklungspartner gefunden", so Uckermann. "Mit dem Sulzer Hexis-Prototypen und dem Testlauf werden wir demonstrieren, dass Heizöl ein moderner Energieträger ist".

(1) Das CE-Zertifikat ermöglicht die Inbetriebnahme der Brennstoffzellen-Heizgeräte ohne aufwändige Einzelgenehmigung.

Hintergrundinformationen

Brennstoffzellentechnik:

Brennstoffzellen wandeln die in chemischer Form im Brennstoff gespeicherte Energie direkt in Strom und Wärme um. Der verwendete Brennstoff kann auf diese Weise effizienter genutzt werden als bei der konventionellen Kombination zentraler Elektrizitätswerke mit dezentralen Hausheizungen.

Die weiteren Vorteile der Brennstoffzellentechnik sind:

  • Schadstoffarm
  • Geräuscharm
  • Beitrag zur CO2-Reduktion
  • Hoher elektrischer Wirkungsgrad
  • Hoher Gesamtwirkungsgrad
  • Problemlos in vorhandene Infrastrukturen einzugliedern

Sulzer Hexis AG

Das zum Sulzer-Konzern gehörende schweizer Unternehmen ist seit Ende der 80er Jahre in der Entwicklung und Herstellung von Hochtemperatur-Brennstoffzellen im kleinen Leistungsbereich tätig. Das erdgasbetriebene und CE-zertifizierte Vorseriensystem "HXS 1000 Premiere" wird seit 2001 im Rahmen einer Vorserienphase in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeliefert.

Heizölmarkt/Aral Wärmeservice

Der Heizölmarkt in Deutschland befindet sich in einer schwierigen Phase: ein Wachstum ist nicht mehr zu erreichen, eine rückläufige Tendenz macht sich deutlich bemerkbar. Derzeit werden 32,6 % aller Wohnungen in Deutschland mit Heizöl betrieben. Der Anteil von Erdgas liegt bei 44,50 %. Hauptabnehmer sind dabei mit 88,15 % Haushalte und Kleinverbraucher. Von den zur Zeit 6,4 Mio. Ölheizungen in Deutschland stehen 2,2 Mio. in den nächsten Jahren zur Modernisierung an, so dass dies eine Einsatzmöglichkeit für die heizölbetriebene Brennstoffzelle bieten würde.

Ulrich Winkler | ots

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