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Studiengang Musikinstrumentenbau auf der Internationalen Handwerksmesse München

08.03.2002


Der Studiengang Musikinstrumentenbau im Hochschulteil Markneukirchen der Westsächsischen Hochschule Zwickau nimmt an der diesjährigen Sonderschau "Exempla 2002 - Die Welt der Hölzer" der 54. Internationalen Handwerksmesse München vom
14. - 20. März 2002 teil.

Gezeigt werden auf einem eigenen Ausstellungsstand Diplom- und Projektarbeiten des Studienganges aus den letzten Jahren. Für den Ausstellungskatalog hat Prof. Dr. Andreas Michel einen Beitrag zum Thema "Musikinstrumentenbau als
Hochschulstudium" verfasst. Prof. Eberhard Meinel hält auf der Messe einen Vortrag zum Thema "Der Werkstoff Holz und seine akustischen Qualitäten".

Exponate

Die auf der Exempla 2002 vorgestellten Streich- und Zupfinstrumente entstanden als Projekte oder Diplomarbeiten. Es sind Nachbauten historischer Vorbilder, die heute in den berühmten Musikinstrumenten-Museen, hauptsächlich dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und dem Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig, aufbewahrt werden: Viole da gamba von Ernst Busch (Nürnberg 1644) und
Johann Christian Hoffmann (Leipzig 1731), Gitarren von René Lacote (Paris um 1825) oder Johann Wilhelm Bindernagel (Gotha 1805), ein Englisch Violet nach Johann Paul Schorn (Salzburg 1714). Allen diesen Meistern ist gemeinsam, dass
sie es verstanden, aus der "Materie" Holz ein lebendiges, ausgewogen gestaltetes und klangschönes Instrument zu schaffen. Als Ergebnis der Auseinandersetzung mit diesen Zeugnissen ihrer berühmten Berufskollegen entstanden Nachbauten für die historische Aufführungspraxis, die über ihre kunsthandwerkliche Qualität hinaus die Vielfalt und Weite des Programms genauso wie die ideellen Zielsetzungen des Studienganges Musikinstrumentenbau in Markneukirchen dokumentieren.

Beitrag für den Ausstellungskatalog "Musikinstrumentenbau als Hochschulstudium" von Prof. Dr. Andreas Michel

Mit dem Studiengang Musikinstrumentenbau bietet die Westsächsische Hochschule Zwickau (FH) seit mehr als einem Jahrzehnt qualifizierten Musikinstrumentenbauern die Möglichkeit, sich nach Berufsausbildung und ersten
praktischen Erfahrungen intensiv sowohl mit wissenschaftlich -theoretischen als auch mit praktischen Fragen ihres Faches auseinanderzusetzen. Das Studium integriert kunsthand- werkliche, musikwissenschaftliche, kultur- und
kunsthistorische, akustisch-technische, materialkundliche und designorientierte Fächer zu einem Konzept, das sich den komplexen Anforderungen des Musikinstrumentenbaus stellt. Studienziel ist die Vermittlung von theoretischen
und praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten, die zum Entwurf und Bau von hochwertigen, künstlerisch gestalteten Musikinstrumenten befähigen. Neben der Fertigung zeitgemäßer Musikinstrumente stehen Forschungen zu akustisch- physikalischen Problemen genauso im Mittelpunkt wie Beiträge zur Geschichte der Musikinstrumente und ihrer Erbauer.

Messevortrag "Der Werkstoff Holz und seine akustischen Qualitäten" von Prof. Eberhard Meinel

Naturgemäß werden bei der Herstellung von hochwertigen Musikinstrumenten immer die Fragen des wichtigsten Rohstoffes berührt, wobei sich diese sehr stark auf
traditionelle Hölzer orientieren, was sicher auch in Zukunft so bleiben wird. Dennoch ergeben sich in diesem Zusammenhang grundsätzliche Probleme, die zugleich als Forschungs- schwerpunkte des Studienganges gesehen werden können: a)
Die Suche nach alternativen Materialien, einschließlich von Kunststoffen oder Verbundstoffen mit Holz, die über bessere oder mindestens gleichwertige Eigenschaften wie die traditionellen Materialien verfügen, weil diese nur noch
begrenzt verfügbar sind (Tropenhölzer, Pernambouk u.ä.) oder gar auf dem Index stehen; b) Verfahren zur Materialbehandlung mit dem Ziel, die Eigenschaften,
insbesondere die akustischen, zu verbessern sowie die Verwendung von scheinbarminderwertigeren und somit preiswerteren Klanghölzern zu ermöglichen.
Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Akustik ist dabei grundsätzlich auf die ständige Vertiefung der Erkenntnisse über die akustisch und klanglich relevanten Eigenschaften der Hölzer, das Alterungsverhalten, vor allem im Zusammenhang mit historischen Instrumenten, sowie die Zusammenhänge zwischen Materialeigenschaften, Bauweise und Klang bemüht.

Der Studiengang Musikinstrumentenbau in Markneukirchen als Teil des Fachbereiches Angewandte Kunst Schneeberg bietet den Studenten die Spezialisierungen Streichinstrumentenbau, Zupfinstrumentenbau und Bogenbau. Das Studium dauert
4 Jahre (8 Semester) und führt zum Abschluss Diplom-Designer(in)(FH).

Dr. Detlef Solondz | idw

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