Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobile Assistenzsysteme erleichtern das Leben

07.03.2002


eGuide


Mobile Multimedia-Dienste erobern immer schneller die Arbeitsumgebung und Freizeit vieler Menschen, noch bevor UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems) flächendeckend im nächsten Jahr startet. Denn auch die mobilen Kleingeräte wie Handy oder PDA (Personal Digital Assistent), haben sich zu Alleskönnern entwickelt: Mit Hilfe persönlicher elektronischer Assistenten findet der Messegast mühelos den Stand des gesuchten Ausstellers, erhält der Museumsbesucher wichtige Hintergrundinformationen zu Exponaten, kann der Konsument beim Einkauf das günstigste Angebot herausfiltern. Diese und weitere mobile Multimedia-Dienste haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung in Rostock realisiert. Sie zeigen auf der CeBIT 2002 (vom 13. bis 20. März) ein neues tragbares Navigations- und Informationssystem, das ein großes Spektrum unterschiedlicher Anwendungen ermöglicht. Eine weitere Besonderheit: Um situationsgesteuerte Assistenzsysteme zukünftig einfach erstellen und verbreiten zu können, haben die IGD-Wissenschaftler das XyberScout-Konzept entwickelt, das eine einheitliche Plattform für persönliche mobile Informationssysteme bereitstellt. Von den Möglichkeiten der neuen Systeme können sich CeBIT-Besucher am "e-ssist" Exponat auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand (Halle 11, Stand A14) überzeugen.

Mit dem mobilen Informationssystem "eGuide" können sich Besitzer eines Palm-Handheld oder vergleichbaren Taschen-Mobilcomputers leicht im Gewirr einer Messe orientieren. Denn der persönliche, digitale Assistent informiert den Messegast ausführlich zu Ausstellern und Produkten, zeigt Hallenübersichtspläne und bestimmte Standpositionen an. Außerdem kann der Besucher seine individuelle Messetour zusammenstellen und Notizen zu einzelnen Ausstellern eingeben. Speziell für die CeBIT haben die IGD-Forscher ihr System "eGuide" mit den Daten der 59 Exponaten gefüttert, die auf dem großen Fraunhofer-Gemeinschaftsstand zu finden sind. Interessierte können sich ihre persönliche Tour zusammenstellen. Die vom IGD Rostock entwickelten miniaturisierten Infrarot-Sender (IrDA-Beacon® -Transmitter) weisen ihnen den Weg zu ausgewählten Exponaten. Dort erscheinen die gewünschten Hintergrundinformationen auf dem Display. Doch "eGuide" bietet noch weitere Funktionen: Der digitale Führer gibt dem Besucher einen Überblick und detaillierte Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Vorträgen, die im Rahmen einer Messe bzw. Konferenz stattfinden. Mit dessen Hilfe findet er auch den gesuchten Vortragsraum. "Infrarotsender eignen sich hervorragend für die Orientierung in geschlossenen Räumen. Denn nahezu alle handelsüblichen Mobilcomputer sind mit Infrarotempfängern ausgestattet, so dass die Gebäude lediglich mit den entsprechenden Baken und Sensoren bestückt werden müssen", erläutert Martin Giersich, Projektleiter am IGD Rostock. Bislang nutzten etwa 50 000 Anwender "eGuide" und erhoben es damit zum erfolgreichsten mobilen Besucherinformationssystem auf dem europäischen Markt.

Nicht nur beim Messebesuch, sondern auch auf Flughäfen, im Auto oder beim Einkaufsbummel unterstützt der persönliche Assistent seinen Besitzer: Mit dem System "eShop" entwickelten die IGD-Forscher einen mobilen Shopping-Assistenten, der stressfreies Einkaufen garantiert. "eShop"und die neuen Navigationssysteme wurden im Rahmen von "Electronic Assistance e-ssist" entwickelt, einer Initiative des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik VµE, das die Entwicklung mobiler elektronischer Produkte fördert.

Weltweit steigt die Nachfrage nach persönlichen mobile Informationssysteme, nicht zuletzt seitdem IGD-Entwicklungen wie "MOBIS" und "eGuide" zum Standard auf bedeutenden Messen, in großen Museen und auf Konferenzen gehören. Deshalb beschreiten die Rostocker Forscher neue Wege, um solche oder ähnliche Assistenzsysteme zukünftig einfach zu erstellen und zu verbreiten: Sie setzen auf XyberScout, ein Generator-Browser-Konzept, das eine einheitliche Plattform für persönliche mobile Informationssysteme bereitstellt. "Damit lassen sich beliebige mobile Anwendungen für Messen oder den elektronischen Einkauf teilautomatisiert erstellen - auch vom Anbieter selbst," erläutert Martin Giersich. Die Systeme laufen auf allen gängigen Plattformen wie Palm, WindowsCE und W@P, Versionen für Java und EPOC stehen in Kürze zur Verfügung. Das Indoor-Navigationssystem setzt auf Infrarotbaken und DECT, beides weit verbreitete drahtlose Kommunikationskanäle. Die Datenübertragung kann situationsabhängig über unterschiedliche Kanäle erfolgen: von lokalen drahtlosen Netzen (WLAN) über Mobilfunknetze (GSM, HSCD) bis hin zu paketorientierten Netzen (GPRS, später UMTS).

Um der innovativen Technologie auf breiter Basis zum Durchbruch zu verhelfen, machen die Entwickler den Xyberscout-Generator in einer Light-Version im Internet unter der URL www.xyberscout.de der Öffentlichkeit zugänglich. Mit Hilfe des Generators können Anwender ihr individuelles mobiles Besucherinformationssystem für den privaten Gebrauch erzeugen.

Detaillierte Informationen zu den genannten Exponaten erhalten Sie unter der URL:

http://www.rostock.igd.fhg.de/fhg_igd/abteilungen/a3/

CeBIT 2002
Messe Hannover


Gemeinschaftstand der Fraunhofer-Gesellschaft
Halle 11, Stand A 14
Martin Giersich

Fraunhofer IGD Rostock
E-Mail: martin.giersich@rostock.igd.fraunhofer.de

Bernad Lukacin | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht EMAG auf der EMO: Elektrische Antriebssysteme und die „Smart Factory“ stehen im Fokus
05.07.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017
26.06.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten