Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissen auf Wunsch

19.02.2002


Allein mit den Kenntnissen aus Schule, Studium oder Aus-bildung kann man sich schon lange nicht mehr im Arbeitsalltag behaupten. Gefragt ist stetige Weiterbildung - schnell und effektiv aus dem Netz. Auf der CeBIT stellen Fraunhofer-Forscher e-learning-Konzepte vor.

»Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.« Das wusste schon Benjamin Franklin vor mehr als 200 Jahren. Heute gilt diese Feststellung mehr denn je. Doch Wissen ist eine leicht verderbliche Ware. Die Firmen stehen zunehmend vor einem großen Problem: Wie können sie ihre Mitarbeiter sinnvoll und effektiv weiterbilden?

Bisher schicken viele Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Lehrgänge und Seminare. Mehr als 17,38 Milliarden Euro lassen sich nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft die Firmen diese externe Weiterbildung kosten. Eine attraktive und preiswerte Alternative ist Fortbildung via Internet und Intranet: Die Lerninhalte sind schnell aktualisierbar, weltweit verfügbar und können über Text, Bild und Ton vermittelt werden. Das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik ISST in Berlin erarbeitet e-learning-Konzepte. »Wir wollen Arbeit und Lernen miteinander verbinden«, erläutert Dr. Jörg Caumanns, Leiter der Abteilung »Learning Technology« den Ansatz der Wissenschaftler. Statt trockene Lehrbücher zu wälzen, lernen die Teilnehmer, während sie an einem konkreten Projekt arbeiten.

Wie eine solche Fortbildung aussehen kann, zeigt das Konzept Arbeitsplatzorientierte Weiterbildung »APO«. Beispiel: Ein Mitarbeiter eines IT-Unternehmens möchte sich zum Netzwerkadministrator weiterbilden - eine zeitintensive Fortbildung. Die Firma kann die IT-Fachkraft jedoch nicht so lange entbehren. Anstelle eines externen Kurses nimmt der Mitarbeiter nun an APO teil. »Getreu dem Motto >Learning by doing< bearbeitet er ein konkretes Projekt, das alle benötigten Lerninhalte umfasst«, erklärt Dr. Jörg Caumanns vom

ISST das Konzept. Unterstützt wird der Mitarbeiter dabei vom APO-Pilot, einer Anwendungssoftware, mit deren Hilfe Lern- und Informationsmaterialien abgerufen werden können. Der besondere Clou: Die Qualifizierung lässt sich in den normalen Arbeitsablauf integrieren.

Das Konzept wird bereits in der Praxis erprobt. Bei der Deutschen Telekom AG qualifizieren sich gerade 15 Mitarbeiter zum Netzwerkadministrator. Für diese erste Piloteinführung des APO-Konzepts haben die Deutsche Telekom AG und das ISST den Weiterbildungs-Innovations-Preis 2001 gewonnen. (Dieser vom Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB ausgelobte Preis dient der Förderung der beruflichen Weiterbildung und der Präsentation innovativer Entwicklungen. Insgesamt wurden 216 Bewerbungen eingereicht.)

Besonders hohe Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung werden in der Informationstechnik gestellt. Nirgends erfolgt der technologische Wandel schneller. Um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, müssen sich die Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden. Dazu benötigen sie adäquate und aktuelle Lernmaterialien: Informationen über neue Technologien müssen kurzfristig bereitgestellt, die Materialien schnell und ohne großen Arbeitsaufwand an die jeweiligen Aufgaben angepasst und die Inhalte kontinuierlich aktualisiert werden. Kurz: Es wird »Teachware on demand« gebraucht. Gemeinsam mit ihren Kollegen von den Fraunhofer-Instituten für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI und für Experimentelles Software-Engineering IESE arbeiten Forscher des ISST mit Unterstützung der Deutschen Telekom AG und dem Hessischen Telemedia Technologie Kompetenz-Center an einer solchen computergestützten Aus- und Weiterbildung für die IT-Branche.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Projekt werden Werkzeuge zur Erstellung modularer Lern-einheiten - auch Fragmente genannt - entwickelt. »Jedes Fragment ist eine in sich abgeschlossene Einheit«, erläutert Caumanns. Ein kurzer Text, eine Abbildung, eine Audio- oder Videosequenz vermittelt den Lerninhalt. Was die einzelnen Module beinhalten, ist in den dazugehörigen Metadaten erfasst. So können die elektronischen, multimedialen Lerninhalte aus einem Pool von Modulen dynamisch für jede Anforderung zusammengestellt werden. Der Kursleiter oder Lehrer wählt einfach aus, welche Fragmente er für seinen Kurs benötigt.

Auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 11, Stand A10, A14 können sich Messebesucher über die aktuellen e-learning-Konzepte informieren.

Ein neues IT-Weiterbildungssystem stellen die ISST-Forscher auch am 5. und 6. März auf dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF veranstalteten Fachkongress »IT-Weiterbildung mit System« vor. Im Bündnis für Arbeit haben das BMBF und die Sozialpartner ein neues System entworfen, das in der Informations- und Kommunikationswirtschaft die Weichen für eine aktive Personalentwicklung und eine zukunftsorientierte Qualifizierung stellt.

Dr. Jörg Caumanns | Presseinformation

Weitere Berichte zu: BMBF Caumanns

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Laser World of Photonics 2017: Abhörsicher kommunizieren mit verschränkten Photonen
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht EMO 2017: Smarte Lösungen für Produktionsoptimierung und Sägetechnologie
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften