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Schwingende Quarze verraten Blutgruppe

06.11.2006
BMBF präsentiert Forschung der Tübinger Transfusionsmedizin auf Medica

Wenn am 14.11. Bundesforschungsministerin Annette Schavan in Düsseldorf die Medica eröffnet, ist die Arbeitsgruppe Biosensorik des Instituts für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin, Universitätsklinikum Tübingen direkt am Messestand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) dabei. Das BMBF stellt auf der Medica von 15. bis 18.11. Innovationen rund um die Gesundheitsforschung vor. Besonders herausragende Forschungsergebnisse werden am eigenen Messestand präsentiert. Gleich zwei Mal ist die Arbeitsgruppe Biosensorik vertreten.

In Halle 3 am Stand des BMBF (E92) zeigen die Tübinger Wissenschaftler eine vollautomatische Forschungs- und Entwicklungsplattform, die mithilfe von Schwingquarzen, wie sie aus der Uhrenindustrie bekannt sind, die Blutgruppe analysiert. Für die Zukunft ist ein Prototyp in Größe eines Mobiltelefons geplant, mit dem vor allem im Notfall sicher und schnell die Blutgruppe bestimmt werden kann. Auch Arztpraxen sind dafür ein geeigneter Einsatzort. 2002 war dieses Projekt als einer der Gewinner aus dem Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik des BMBFs hervorgegangen. Nun wird das Gerät gemeinsam mit Industriepartnern zur Marktreife gebracht.

Diese Forschungs- und Entwicklungsplattform hat in der Labormedizin und Blutanalytik noch weitere Anwendungsmöglichkeiten. "Antikörper, Proteine und Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren können nachgewiesen werden", erklärt Dr. Frank Gehring, Leiter der Biosensorikgruppe, das Potenzial der Schwingquarze.

Auch in der Forschung ist das System einsetzbar. Oberflächen von orthopädischen und zahnmedizinischen Implantaten lassen sich auf ihre Verträglichkeit im Organismus hin untersuchen. Für die Bestimmung der Blutgerinnung außerhalb des Körpers entwickeln die Forscher in Kooperation mit Partnern aus Industrie (Tuttlingen) und Wissenschaft ein neues Sensorsystem. Dieses soll in organunterstützenden medizinischen Apparaten integriert werden. Das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro wird seit dem 1.9.2006 vom BMBF für die nächsten drei Jahre gefördert. Am 15.11. wird es unter dem Themenschwerpunkt "Entwicklung integrierter Mikrosysteme für biotechnologische Anwendungen (bioMST)" ab 13 Uhr im Hallenforum MEDICA VISION öffentlich vorgestellt.
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Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Institut für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin
Dr. Frank Gehring, Dipl.-Physiker
Otfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 16 92, Mobil 0172/7135754, Fax 0 70 71 / 29-44 20,
Frank.Gehring@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

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