Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Härter als Stahl

11.10.2006
Autos müssen leichter werden, damit der Spritverbrauch sinkt. Die Hersteller verwenden daher zunehmend dünne Bleche aus hochfestem Stahl. Auf der Euroblech 2006, Halle 11, Stand F44, sind extrem harte und präzise geformte Keramikwerkzeuge für die Fertigung zu sehen.

Nur wenige Augenblicke genügen, schon hat der Kotflügel in der Autoschmiede seine schöne runde Form. Kotflügel, Tür, Dach und andere Autoteile entstehen am Fließband durch "Blechumformung": Das Metall läuft von einer gewaltigen Rolle ab und wird über einen dreidimensionalen Stempel in eine entsprechend gestaltete Form, die Matrize, gepresst.

Das schnelle Verfahren, das die Produktion hoher Stückzahlen erlaubt, heißt Tiefziehen. Neuerdings stößt es an seine Grenzen: Bei vielen Blechteilen ersetzt hochfester Stahl die konventionellen Stahlwerkstoffe. Autobauer wollen damit Gewicht einsparen, um den Spritverbrauch zu senken. Mit hochfestem Stahl können sie Bauteile bei gleicher Festigkeit dünnwandiger und damit leichter herstellen.

Doch der hochfeste Stahl erschwert die Umformung. Die Matrize verschleißt bei der hohen Beanspruchung schneller als bei konventionellen Blechwerkstoffen. Das ist teuer, weil die Formen mit hoher Präzision - und damit sehr aufwändig - hergestellt werden müssen. Als Ausweg bietet sich an, den Werkzeugstahl dort, wo besonders hohe Kräfte wirken, durch Hochleistungskeramik zu ersetzen, die sehr viel härter ist als Stahl, kaum verschleißt und eine große Abriebsfestigkeit besitzt. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT hat zusammen mit Partnern aus Forschung und Praxis gezeigt, wie solche "keramische Hochleistungsformeinsätze" hergestellt werden können. Die Ergebnisse des Projekts "KeraForm" liegen jetzt vor.

... mehr zu:
»Kotflügel »Spritverbrauch

Der Vorteil des Werkstoffs, seine große Härte, ist gleichzeitig sein Manko: Hochleistungskeramiken sind so hart, dass sie sich nur mit Diamant bearbeiten lassen. "Die komplexe Geometrie der Formeinsätze ist eine besondere Herausforderung", sagt IPT-Projektkoordinator Andreas Weber. "Hier sind neue Bearbeitungstechnologien nötig." Die Fraunhofer-Crew hat drei herkömmliche Verfahren gefunden, die sich dafür prinzipiell eigenen, und für ihre Zwecke optimiert. Die besten Ergebnisse lieferte dabei das NC-Formschleifen. Dabei fährt ein kleiner, extrem schnell rotierender Schleifstift über die Keramik und bringt sie in die gewünschte Form.

Der Einsatz von keramikverstärkten Umformwerkzeugen lohnt vor allem, wenn große Stückzahlen produziert werden sollen. Die Erfahrungen aus dem Projekt will das Fraunhofer-Team nutzen, um weitere Anwendungsfelder für Hochleistungskeramik zu erschließen.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/10/Mediendienst102006Thema3.jsp

Weitere Berichte zu: Kotflügel Spritverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Infrarotkamera für die Metallindustrie bis 2000 °C
28.04.2017 | Optris GmbH

nachricht ZMP 2017 – Latenzzeitmesseinrichtung für moderne elektronische Zähler
27.04.2017 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie