Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IFA 2006: Die Branche feiert, die Zuschauer wandern ab!

31.08.2006
Seit zehn Jahren gibt es digitales Fernsehen. Die Industrie feiert dies auf der Internationalen Funkausstellung nach dem olympischen Motto "citius, altius, fortius": Flacher, schneller, besser - und natürlich alles sehr konvergent und hochauflösend. Doch bei den Zuschauern hat die Digitalisierung bislang nur dazu geführt, dass weniger Fernsehen geschaut wird, wie eine neue Studie zeigt. Mehr Angebot, weniger Nutzung - ein Teufelskreis für Rundfunkanbieter, Werbeindustrie und Gerätehersteller?

Für die dritte Befragungswelle des Forschungsprojekts "TV2010" beauftragte der Software-Anbieter Buhl Data Service den Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen, das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik FIT und die Fortbildungsakademie Medien mit der Durchführung einer Studie zur Nutzung digitaler TV-Inhalte. Befragt wurden über 3.000 Haushalte, die bereits mit digitalen Techniken im Wohnzimmer leben. Die Ergebnisse erstaunten selbst die Forscher.

Große Verlierer sind die Rundfunkanbieter und die Werbeindustrie, denn mit fortschreitender Digitalisierung nimmt die TV-Nutzung ab - und nicht etwa zu. Der Zuschauer wird anspruchsvoller und schaut selektiver. Wer einmal gelernt hat durch Internet, DVD-Spieler und Spielkonsole immer und überall auf Information und Unterhaltung zuzugreifen, der weigert sich, die starren Programmschemata der TV-Sender zu akzeptieren. Statt der durchschnittlichen 230 Minuten schauen die Digital-Haushalte nur noch 130 Minuten in die Röhre. Und was in dieser kürzeren Zeit tatsächlich gesehen wird, wird vielfach gezielt geplant und nicht zufällig durch Umschalten erreicht.

Die "Zuschauer-Berieselung" durch Zapping - das vorherrschende Muster seit der Einführung der privaten Rundfunkanbieter Mitte der 80er Jahre - hat ausgedient. "Mit der Digitalisierung hat sich bislang vor allem die Breite des Angebots erhöht", erläutert Dr. Helmut Hauptmeier von der Fortbildungsakademie Medien der Universität Siegen. "Aber bei mehreren Hundert Kanälen ist Zapping kein adäquates Mittel, um der Bilderflut zu begegnen. Die Nutzer digitaler Angebote sind darauf angewiesen, sich einen eigenen Zugang zum Programm zu schaffen - und genau das machen sie auch, indem sie verstärkt EPG und Internet zur Planung einsetzen."

... mehr zu:
»Data »IFA »Rundfunkanbieter

Die dritte Studie der Reihe "TV2010" belegt, dass sich das Nutzungsverhalten der Zuschauer grundlegend ändert: Je mehr Sender verfügbar sind, umso mehr wird deren Rezeption gezielt geplant. Dabei helfen moderne "Tools" wie elektronische Programmführer, die nicht nur Überblick schaffen, sondern dem Anwender eine neue Erlebnisqualität bieten, die über das eigentliche Programm hinaus besteht. Der Nutzer wandelt sich vom passiven Zuschauer zum aktiven "Selector", der bestimmt, welche Inhalte er wann, wo und wie konsumieren möchte.

"Auf Seite der deutschen Programmanbieter sehen wir das immer Gleiche", kritisiert Jan Heß, der als Projektleiter die Untersuchung durchführte. "Mut zu innovativen Formaten wie beispielsweise im britischen Fernsehmarkt ist weitestgehend nicht existent. Davon unabhängig verliert der Sender als Marke im Kontext der Digitalisierung zunehmend an Bedeutung. Wichtig ist nur, ob eine Sendung die individuellen Bedürfnisse befriedigt. Damit zerplatzt der Traum, den viele Werber mit der TV-Digitalisierung verbinden. Auf der anderen Seite sind technische Showcases und Spielereien wie mobiles Fernsehen für die Zuschauer weitestgehend uninteressant. Diese wünschen sich eher geeignete Features um beispielsweise interessante Sendungen einfach vorzuhalten - Stichwort Festplattenrekorder und Personalisierungsfunktionen."

So gewinnen neue Orientierungsformen an Bedeutung, die den Zuschauern helfen, sich ein geeignetes Programm zusammen zu stellen. Personalisierung, Suche, Filterung sind gelernte Hilfestellungen aus dem Internet, die jetzt auf die Selektion des Fernsehprogramms übertragen werden. "Wir sehen uns durch die Untersuchung bestätigt, den elektronischen Programmführer in den Mittelpunkt der Produkt-Suite Sceneo Bonavista zu stellen. Egal ob im Internet, auf dem heimischen Büro-PC oder einem Wohnzimmer-PC: Bonavista ermöglicht den digitalen Zuschauern optimale Selektionshilfen für Programmauswahl und die Aufzeichnung interessanter Sendungen, die zu unattraktiven Zeiten ausgestrahlt werden", fasst Dr. Thomas Becker von Buhl Data Service zusammen.

Die Studie "TV2010 - Mission Complete?" wird nach der IFA öffentlich vorgestellt und steht dann unter http://www.sceneo.tv zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Kontakt:
Thomas Matena
Buhl Data Service GmbH
Am Siebertsweiher 3/5
57290 Neunkirchen
Telefon: +49 (0) 27 35/776-466
matena@buhl-data.com
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon: +49 (0) 22 41/14-22 08

Alex Deeg | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de
http://www.sceneo.tv
http://buhl.de

Weitere Berichte zu: Data IFA Rundfunkanbieter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien
24.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin
24.02.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie