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Elektrochemie: Großes Potenzial für die Zukunft

18.05.2006


Spezialisten in Deutschland fehlen



Auf der Achema, dem Internationalen Ausstellungskongress für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie, stellt sich das Fraunhofer-Netzwerk Elektrochemie heute, Donnerstag, erstmals vor. Elektrochemische Verfahren sind in Energie- und Oberflächentechnik, Sensorik, Analytik oder Life Sciences im Einsatz und werden beinahe in allen Industriebranchen angewendet. Für die Zukunft haben elektrochemische Anwendungen ein großes Potenzial. "Dennoch fehlen in Deutschland gut ausgebildete Elektrochemie-Fachkräfte, obwohl erheblicher Forschungsbedarf besteht", so Michael Krausa, vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie Bereich Angewandte Elektrochemie, im Gespräch mit pressetext. Die Teilnahme an der Achema stelle einen ersten Schritt dar, um die Bedeutung der Elektrochemie wieder zu stärken, so Krausa.



Es fehle besonders an präzise ausgebildeten Elektrochemikern im Bereich der Batterien, Elektrokatalyse, Sensorik und der galvanischen Industrie. Viele Lehrstühle wie in Düsseldorf, Dresden, Karlsruhe und Oldenburg werden einfach nicht wieder besetzt, erläutert Krausa weiter. Ein Beispiel für den dadurch auch entstehenden Kompetenzschwund sind Batterien und Akkus. Sie werden in Asien produziert und nicht mehr in Deutschland. Doch gerade dieser Markt wächst durch die erhöhte Nachfrage nach Camcordern, MP3-Playern und Handys. Deutschland könne dem Preisdruck der asiatischen Produzenten in dieser Branche nicht standhalten, aber es habe eine Chance bei der Produktion von qualitativen und zuverlässigen Spezialbatterien wie beispielsweise für die Medizin-Branche, erklärt Krausa.

Batterien weisen, im Vergleich zu den heute am stärksten propagierten elektrochemischen Systemen Brennstoffzellen, vor allem Vorteile in der hohen Leistungsdichte, beim Einsparen von Energie auf kleinen Raum und der Abgabe von hohen Leistungen, die zum Beispiel für Akkubohrer oder -schleifgeräte und Hybridfahrzeuge notwendig sind. Elektrochemische Verfahren finden derzeit Anwendung im Korrosionsschutz von Metallen, bei Sensorsystemen zur Blutzuckermessung, in Starterbatterien, als Elektronik in Türöffnern, Tauchlack-Lackierung oder Brennstoffzellen. Auch die optischen Anwendungen wie beispielsweise felxible selbstabdunkelnde Materialien, die auf Scheiben aufgebracht werden können, sind ein riesiger Zukunftsmarkt elektrochemischer Produkte. Momentan testen die Forscher, wie sich die Stromlieferanten weiter verbessern lassen. Sie testen neue Elektrolyte, die auch bei Hitze nicht verdampfen, Akkus nicht aufblähen und zerstören. Ebenfalls geforscht wird an neuen Elektrodenmaterialien. Weitere Einsatzgebiete für künftige Hochenergie-Akkus sehe Krausa in medizinischen Sensoren auch für die mobile Patientenbeobachtung oder beispielsweise Prothesen.

Ines Gerasch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.achema.de
http://www.ict.fraunhofer.de

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