Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Kryobiotechnologie und Kryobanken der Zukunft

07.11.2005


"High Precision Freezer" - Kryoplattform des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik auf der MEDICA 2005 in Halle 10 Stand F 05.



Die Kryobanken der Zukunft sind die konsequente Fortsetzung generationsübergreifend angelegter biologischer Sammlungen, beginnend mit den noch wenig wissenschaftlichen Raritätenkammern des Mittelalters über die Naturkundemuseen bis hin zu den Lebendsammlungen der Zoos und Tierparks. Sie garantieren eine zeitlich nicht mehr limitierte Lebendablage auf der Ebene von Zellsuspensionen und kleinen Gewebeteilen auf engstem Raum.10 000 Zellen eines Säugers oder des Menschen überstehen die Gefrierprozeduren schadlos und beanspruchen, in ein Nährmedium eingebettet, noch nicht einmal einen Kubikmillimeter Lagerraum, d.h. weniger als ein Stecknadelkopf. Alle Lebensprozesse stehen bei der Temperatur des flüssigen Stickstoffs still. Das sich sonst ständig verändernde, fließende Biosystem kann über Tage, Monate, Jahre bis zu Jahrzehnten in einen Festkörper verwandelt und bei Bedarf reaktiviert werden - eine faszinierende, zeitlose, tiefgekühlte Welt des Stillstandes.



Sowohl die industrielle Biotechnologie als auch die patientenorientierte klinische Nutzung der Zellbiologie, mit den gegenwärtig stark in der Entwicklung begriffenen Zelltherapien der regenerativen Medizin, wird ohne eine robuste, effiziente und hochsichere Lagerhaltung nicht möglich sein. Die Fraunhofer-Gesellschaft als Technologievorreiter hat dies gemeinsam mit dem Saarland und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits vor Jahren erkannt und ein nunmehr geschlossenes und weltweit einmaliges Kryotechnologieportfolio entwickelt.

Bestandteile dieser Technologie sind miniaturisierte Zellcontainer, die bei -150 °C die Teilentnahme von Probenmaterial ohne Auftauen der Restprobe erlauben und gekühlt auch in Teilen weltweit verschickt werden können. Hinzu kommen definierte Einfrier- und Auftauapparate (wie der auf der MEDICA ausgestellte "High Precision Freezer") sowie Kryobank-Konzeptionen vom Labormaßstab bis zu großindustrieller Skalierung. Die verschlüsselte doppelte Datenablage, die sowohl in einer zentralen Datenbank als auch fest gekoppelt an die tiefgefrorenen Lebendproben erfolgt, bildet ein wesentliches Element der IBMT-Kryobanktechnologie. Dieses Prinzip und seine technologische Lösung liefern nahezu vollständige Verwechslungssicherheit, wie sie für eine medizinische Nutzung, vor allem bei der autologen und allogenen Zellablage für die Zelltherapien der Zukunft, unabdingbar ist.

Vervollständigt wird die Tieftemperaturtechnologie durch evolutive und adaptive Datenbank- und Kryobanksteuerarchitekturen. Diese neue Methode der Proben- und Datenspeicherung, die zusammen mit dem leistungsstarken Softwarepaket ChameleonLabTM (entwickelt mit der Firma Evotec Technologies, Hamburg) eine sich selbst optimierende Laborautomatisierung erlaubt, ist eines der technologischen Puzzlestücke, die das Fraunhofer IBMT für die zukünftigen Kryobanken der regenerativen Medizin und Biotechnologie entwickelt hat und der Industrie zur Verfügung stellt. Derart übergreifende Komplettlösungen, wie sie in der Forschungs- und Demonstrationskryobank EuroCryo am Fraunhofer IBMT demonstriert werden, sind essentielle technologische und technische Voraussetzungen für den sicheren Betrieb von industriellen Kryobanken.

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Frank Obergrießer
Telefon: 06897 / 9071-90
Fax: 06897 / 9071-99
E-Mail: frank.obergriesser@ibmt.fraunhofer.de

Dipl.-Phys. Uwe Schön
Telefon: 06897 / 9071-70
Fax: 06897 / 9071-99
E-Mail: uwe.schoen@ibmt.fraunhofer.de

Annette Maurer | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurocryo.de
http://www.ibmt.fhg.de/ibmt3kryoforschungsbank_index.html
http://www.ibmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Kryobanken MEDICA Zelltherapien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017
26.06.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie