Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MEDICA PreView gab Ausblick auf viele Innovationen

29.09.2005


Die Industrie wird sich zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2005 (Düsseldorf/ 16. - 19. November) in Topform präsentieren. Knapp zwei Monate vor dem Startschuss haben ausgewählte Aussteller im Rahmen der Presseveranstaltung MEDICA PreView im Hotel Steigenberger Hamburg einen Ausblick gegeben, mit welchen Innovationen für Arztpraxis und Klinikum sie im November aufwarten werden.

Aus jedem Angebotsbereich der MEDICA, die das gesamte Spektrum der ambulanten und stationären Versorgung abdeckt, gibt es Spannendes zu berichten. Ein Schwerpunktthema des 37. Weltforums der Medizin (Fachmesse + Kongress) wird ohne Zweifel die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sein, thematisiert durch ein umfangreiches Ausstellerangebot zu der benötigten Soft- und Hardware sowie auch durch die Sonderschau MEDICA MEDIA (Forum der Telemedizin/ Halle 17) mit ihren zahlreichen Expertenvorträgen und Fachdiskussionen.

Wenngleich die "Kick-off"-Veranstaltung zur MEDICA PreView, eine Podiumsdiskussion zum Status-Quo des Kartenprojektes mit Vertretern der Industrie, der Politik und der so genannten Selbstverwaltung (z. B. Krankenkassen, Ärztevertretungen), den Zeitplan der Einführung der Karte in 2006 um eine Verzögerung von ein paar Monaten etwas in Frage gestellt hat, so zeigten sich doch alle Beteiligten zuversichtlich, dass ein zweites "Maut"-Chaos mit technischen Inkompatibilitäten verhindert werden kann. Den Tenor der Podiumsdiskussion brachte Dr. Günter Braun, Leiter Healthcare Solutions der Siemens AG, auf den Punkt: "Um die Integrität des Gesamtsystems zu Gewähr leisten, sind einfach sehr viele Spezifikationen abzuklären. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg. Und wenn erst einmal die Basis der Infrastruktur bei den vielen Beteiligten steht, dann werden wir hinsichtlich der Realisation der einzelnen Ausbaustufen der Karte sehr schnell vorankommen."

Die elektronische Gesundheitskarte soll insgesamt die Behandlungsqualität verbessern und gleichzeitig die Kosten senken. Die Erreichung dieser Ziele wird im Wesentlichen gerade die dritte geplante Ausbaustufe der elektronischen Gesundheitskarte realisieren helfen. In dieser letzten, für den Patienten freiwilligen Anwendungsstufe, soll die Karte den behandelnden Ärzten auch Zugang verschaffen zu einer kompletten elektronischen Patientenakte. Dass die Anbieter der medizinischen IT schon längst in den "Startlöchern" stehen und viele ihrer technischen Entwicklungen bereits zum Abschluss gebracht haben, demonstrierte im Rahmen der MEDICA PreView exemplarisch die InterComponent Ware AG. Das Unternehmen wird zur MEDICA 2005 seine Lösung für die Telematik-Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte vorstellen. Das Lösungspaket integriert neben einer elektronischen Patientenakte auch Arztpraxisverwaltungssysteme sowie Apotheken-Warenwirtschaftssysteme.

Diagnose-Alternative: fast jeder zweite Kathetereingriff überflüssig

Einen weiteren Schwerpunkt der MEDICA PreView bildeten aktuelle Entwicklungen in Bezug auf die medizinische Bildgebung. So thematisierten GE Healthcare und Siemens Medical Solutions jeweils Ultraschall-Innovationen. Dagegen demonstrierte Philips Medical neue Möglichkeiten der Diagnostik mittels strahlenfreier Magnetresonanztomografie zur Vorbeugung von Infarkt- und Schlaganfallerkrankungen. Die zurzeit höchste Magnetfeldstärke von 3.0Tesla ermöglicht dabei eine bislang unvorstellbare Detailgenauigkeit der Gefäße. Prof. Dr. Eckart Fleck, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Deutschen Herzzentrum, wies im Rahmen der MEDICA PreView neben dem medizinischen auch auf den enormen wirtschaftlichen Nutzen der Magnetresonaz-Diagnose hin: "Mehr als jede zweite Linksherzkatheter-Untersuchung dient rein diagnostischen Zwecken. In diesen Fällen wäre die ambulant durchgeführte Kernspintomografie eine sinnvolle Alternative." Im Übrigen könnten viele operativen Eingriffe, zum Beispiel zur Gefäßaufdehnung, durch rechtzeitige Diagnostik vermieden werden.

Auf positive Signale aus dem Herzen setzt unterdessen im wahren Wortsinn die Firma Biotronik. Ihr Thema auf der MEDICA PreView war die neueste Implantategeneration von Herzschrittmachern mit so genannter "Home-Monitoring-Funktion". Konkret geht es darum, dass das Implantat automatisch Herz-EKG-Daten und technische Informationen via Mobilfunk an ein medizinisches Versorgungszentrum überträgt. Der behandelnde Arzt kann dadurch schnell und einfach den Therapieverlauf kontrollieren. Diese Form einer effizienten Fernüberwachung erzeugt beim Patienten ein erhöhtes Sicherheitsgefühl, denn es warnt zugleich auch rechtzeitig bei sich ankündigenden Komplikationen und ermöglicht schnelles Handeln.

Das unblutige Skalpell - hochfokussierte Thermotherapie

Spannende Erkenntnisse im Vorgriff auf die MEDICA 2005 brachten auch die weiteren Vorträge, Produktpräsentationen und Hintergrundgespräche der Hersteller wie zum Beispiel von Arcor (RFID-Technologie als Sicherheitselement in Kliniken) oder von medi Bayreuth (Nordic Walking mit Spezialprothese für Beinamputierte). GE Healthcare wird unterdessen auf der MEDICA 2005 einen lange gehegten Traum von Chirurgen aufgreifen - den unblutigen chirurgischen Eingriff. Möglich wird dies durch die hochfokussierte Thermotherapie in Kombination mit der Magnetresonanztomografie (MRT) zur Kontrolle und Steuerung der Operation. Offene chirurgische Eingriffe werden also durch ein Bild geführtes unblutiges Verfahren ersetzt, welches zurzeit in wenigen ausgewählten Kliniken bereits zur Behandlung von Gebährmutter-Tumoren genutzt wird. Während der Behandlung liegt die Patientin in einer MRT-Röhre bäuchlings auf einem Gelkissen. Gezielt gebündelte Schallwelllen werden nun schmerzfrei direkt auf den Tumor geleitet und entfalten erst dort bei einer Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius ihre hohe zerstörerische Energie. Jeder Behandlungsschritt wird kontinuierlich mit Hilfe von MRT-Bildern überwacht. Der Körper stößt in der Folge das abgestorbene Gewebe ähnlich wie bei Infektionen selbstständig ab. Die Frauen können nach der Behandlung sofort nach Hause gehen. "Biowaffen" gegen Krankheiten

Wesentlicher Bestandteil der MEDICA PreView, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfand, sind neben den Ausstellerpräsentationen auch stets die Vorträge medizinischer Experten. In der diesjährigen "Keynote" zur PreView gab Prof. Dr. Kristian Reich, leitender Oberarzt der Universitäts-Hautklinik Göttingen, einen fesselnden Einblick in seine erfolgreiche Arbeit mit so genannten "Biologics" bei chronischen Entzündungskrankheiten wie zum Beispiel der Schuppenflechte. Konkret handelt es sich bei Biologics um neuartige Medikamentengruppen, die auf molekularer Ebene wirken. Aus lebenden Zellen produzierte, kleine Moleküle realisieren als Antikörper die Blockade der Aktivierung und Auswanderung von Entzündungszellen aus Gefäßen. Zukünftig könnten, so Reich im Rahmen der MEDICA PreView, Biologics auch in der Krebstherapie eine entscheidende Rolle spielen. Erste Antikörper zur Bekämpfung von Krebszellen seien bereits entwickelt (z. B. in Bezug auf Krebs am Lymphsystem).

Innovationen und Unternehmensnachrichten aller über 4.000 an der MEDICA 2005 beteiligten Aussteller können ebenso wie Messe-Informationen und Hintergrund-Presseartikel zu allen Themenbereichen recherchiert werden über das Internet: http://www.medica.de

Martin-Ulf Koch | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.medica.de

Weitere Berichte zu: Gesundheitskarte Healthcare MEDICA PreView

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht OLED auf hauchdünnem Edelstahl
21.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Die Chancen der Digitalisierung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement: vitaliberty auf der Zukunft Personal 2017
19.09.2017 | vitaliberty GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie