Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezialbeschichtung macht Kunststoffe im Automobil kratzfest und reflexionsarm

20.09.2005




Schott auf der Materialica vom 20. bis 22.09.2005 in München, Halle C1, Stand 530 - Leicht und extrem widerstandsfähig


Leichtgewichtige Kunststoffe liegen im Automobilbau im Trend. In Zeiten konsequenter Gewichtseinsparung zählt jedes Kilogramm, das Polymere weniger auf die Waage bringen als andere Werkstoffe.

Allerdings kann Kunststoff leicht verkratzen, was edle Produkte nicht nur schnell recht alt aussehen lässt, son­dern auch sicherheitsrelevante Auswirkungen haben kann. Vor allem, wenn ein Kunststoffdisplay, das wichtige Informationen anzeigt, unleserlich wird. Noch größer ist das Gefahrenpotenzial durch Spiegelungen auf dem Material, die den Durchblick zum Beispiel auf die Cockpitinformationen behindern. Schott HiCotec hat als Lösung eine Spezialbeschichtung entwickelt, die Kunststoffe besonders kratzfest und reflexionsarm macht.


„Plasma-Verfahren“ erlaubt niedrige Temperaturen

Die Beschichtungs-Experten von Schott HiCotec, einer Division der Schott AG, haben hierfür das PICVD-Verfahren (Plasma Impulse Chemical Vapour Deposition) modifiziert, das für die Glasbeschichtung bereits seit langem weltweit durch die Schott AG patentiert ist. Jetzt können auch die im Automobilbau beliebten Kunststoffe – wie etwa Polycarbonat und Plexiglas – mit fest haftenden, homogenen Schichten versehen werden. Möglich wird dies durch die Besonderheit des Verfahrens: das „gepulste Plasma“ erlaubt haltbare Beschichtungen auch bei niedrigen Temperaturen. Bei diesem Verfahren befindet sich der zu beschichtende Körper in einer Vakuumkammer, in die das gasförmige Beschichtungsmaterial eingeleitet wird. Durch den Energieeintrag in Form von Mikrowellen wird das Plasma in der Kammer gezündet. Dadurch erfolgen eine Zerlegung des Gases und die gewünschte Abscheidung der Oxide auf der Kunststoffoberfläche. Eine zyklische Wiederholung des Vorgangs (Pulsen des Plasmas) führt zu einem mehrlagigen Schichtaufbau auf der Oberfläche des Körpers. Durch das „gepulste“ Plasma-Verfahren wird eine geschlossene und extrem homogene Beschichtung gewährleistet.

Mehrschichtsystem schluckt Reflexe

Ein typisches Multilayersystem für die Displayabdeckung eines Autoradios oder eines Navigationssystems im Auto besteht aus einer polymerartigen Haftvermittlerschicht, einer teilorganischen Antikratzschicht, einer anorganischen Antireflex-Schicht und einer hydrophoben Easy-to-Clean-Schicht.

Als einziges Unternehmen kann Schott alle vier Beschichtungen in einem einzigen Prozessschritt auftragen und damit die Entwicklungskosten deutlich senken. Der Haftvermittler sorgt dafür, dass die nachfolgenden Schichten selbst dann sicher auf dem Display haften, wenn es sich aufgrund von Temperaturschwankungen dehnt oder zusammenzieht. Mit der Antikratzschicht wird das Display fast so widerstandsfähig gegen mechanische Verletzungen, als sei es aus Glas. Die Antireflex-Schicht (AR-Schicht) besteht aus einem ganzen Schichtpaket, bei der sich Lagen aus Siliciumdioxid und Titandioxid in alternierender Folge abwechseln. Der farbliche Restreflex kann auf das Design des Fahrzeugs abgestimmt werden. Wahlweise erscheint die Displayabdeckung dezent bläulichviolett, grünlich oder rötlich. Jede dieser Schichten ist nur Bruchteile eines Mikrometers dünn.

Dieses Mehrschichtsystem bewirkt, dass das einfallende Licht viele Schichtgrenzen passieren muss. An jeder Grenzfläche wird ein Teil des Lichts direkt reflektiert und die reflektierenden Teilstrahlen überlagern sich beim Austritt aus der AR-Schicht. Bei dieser Überlagerung löscht sich das Licht praktisch selber aus. Der Anteil des von der Display-Oberfläche reflektierten Lichts sinkt auf unter ein Prozent des eingestrahlten Lichts. Für den Betrachter ist es kaum mehr zu sehen. Die abschließende Easy-to-Clean-Schicht sorgt dafür, dass die Displayabdeckung einfach zu reinigen ist. Dafür sind keine Reinigungsmittel nötig, ein einfaches Taschentuch genügt.

Die Beschichtungs-Experten von Schott können auch den umgekehrten Effekt erzielen: eine Verspiegelung. Dafür wird die Zusammensetzung der optischen Schichten verändert. Knöpfe, Schalter oder ganze Bedienungseinheiten lassen sich dadurch harmonisch in das Gesamtdesign des Fahrzeuges einpassen. Da es sich um einen optischen Schichtenaufbau und nicht um eine metallische Verspiegelung handelt, sind diese Schichten weiterhin lichtdurchlässig. Hinterleuchtete Symbole auf den Schaltern bleiben in der Dunkelheit sichtbar. Da die Wellenlängen bestimmt werden können, die diese Schicht passieren, kann genau die gewünschte Lichtintensität für ein angenehmes Lichtkonzept im Innenraum erreicht werden. Die Bedienelemente sind optimal zu sehen, ohne dass sie die Konzentration des Fahrers ablenken.

Mit ihrer innovativen Beschichtungstechnik liefern die Experten von Schott die Basis dafür, dass künftig noch mehr Kunststoff im Automobilbau eingesetzt wird und die Produktvielfalt zunimmt.

SCHOTT ist ein internationaler Technologiekonzern, der seine Kernaufgabe in der nachhaltigen Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen sieht. Dafür werden Spezialwerkstoffe, Komponenten und Systeme entwickelt. Schwerpunkte sind die Branchen Hausgeräteindustrie, Optik und Elektronik, Pharmazie und Solarenergie. Der SCHOTT Konzern ist mit Produktions- und Vertriebsstätten in allen wichtigen Märkten kundennah vertreten. Rund 17.200 Mitarbeiter erwirtschaften einen Weltumsatz von 2 Milliarden Euro. Die technologische und wirtschaftliche Kompetenz des Unternehmens ist verbunden mit der gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung.

Im Automotive-Bereich liefern sieben Geschäftsbereiche der SCHOTT AG innovative Systemlösungen an Kunden in der Automobilindustrie. Oberstes Ziel ist, durch intelligente Produkte das Autofahren noch sicherer und komfortabler zu gestalten. Interferenzfilter für Sensortechnik, Glas-Metall-Komponenten für Airbagzünder und Gurtstraffer sowie Lichtwellenleiter aus Glasfasern zum Datentransfer im Automobil sind einige Beispiele der umfangreichen Produktpalette. Weltweit sind mehr als 250 Millionen Fahrzeuge mit Applikationen des Mainzer Glas-Spezialisten ausgestattet.

Ansprechpartner für Rückfragen:
SCHOTT AG
Matthias M. Reinig
Tel.: +49 (0) 61 31/ 66-40 94
Fax: +49 (0) 61 31/ 66-40 41
E-Mail: matthias.reinig@schott.com

TEXT-COM
Brian Patrick Rothwell
Tel.: +49 (0) 6128 853 75-2
Fax: +49 (0) 6128 853 75-9
E-Mail: bprothwell@text-com.de

Matthias M. Reinig | Schott AG
Weitere Informationen:
http://www.schott.com

Weitere Berichte zu: Automobil Beschichtung Displayabdeckung Kunststoff Plasma SCHOTT Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018
22.05.2018 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen
22.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Save the date: Forum European Neuroscience – 07-11 July 2018 in Berlin, Germany

02.05.2018 | Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics