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China: Wenn das Wasser knapp wird

14.09.2005


Die Wasserwirtschaft Chinas steht vor großen Herausforderungen, um eine Versorgung der gesamten Bevölkerung zu sichern. Die Ressourcenverteilung im Reich der Mitte ist nämlich keineswegs gleich, sondern höchst unterschiedlich. In den nördlichen Landesteilen stehen fast 47 Mio. Menschen weniger als zehn bis 15 Liter Trinkwasser täglich zur Verfügung. Die wirtschaftlichen Chancen der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung sind Thema der Messe IFAT-China, die vom 27. bis 30. Juni in Shanghai über die Bühne gehen wird. Gefragt sind im Reich der Mitte, wer Wissen und Investitionsbereitschaft zur Verbesserung der Wasserproblematik mitbringt. Messeveranstalter sind die Messe München MMI und das Shanghai New international Expo Centre.


In den großen Städten der Mangelregion sind derzeit Versorgungsengpässe wie etwa Unterbrechung der Wasserzufuhr an der Tagesordnung. Gesetze verpflichten zum Beispiel Hotelbetreiber moderner Tourismusanlagen dazu, so genanntes Grauwasser für die Toilettenspülung zu recyclen. Die Nachfrage nach Technologien in diesem Sektor sind dementsprechend groß. Im Hochsommer diesen Jahres hatte der stellvertretende Bauminister Qiu Baoxing davor gewarnt, dass auf mehr als 100 der insgesamt 660 Städte eine extreme Wasserknappheit zukommen wird. In den Städten steigt nämlich der Wasserverbrauch rapide an: Im Vergleich verbraucht ein chinesischer Landbewohner 89 Liter Wasser pro Tag, während ein Städter auf 227 Liter kommt. In industriellen Ballungszentren beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch bis zu 600 Liter im Tag.

Die Städte verfügen bereits über zentrale Wasserversorgungssysteme, am Land wird das Trinkwasser vielfach noch aus Brunnen geschöpft. 60 Prozent der Landbevölkerung ist auf solche selbst angelegte, eigene Brunnen angewiesen, 17 Prozent schöpft Wasser aus gemeinschaftlichen Brunnenanlagen. Die geltenden gesetzlichen Anforderungen der Wassergüte sind im Vergleich zu den Städten deutlich geringer.


Die Trinkwasserversorgung erfolgt im gesamten Land zu 75 Prozent aus Grundwasser, überwiegend mittels flacher und gegen Verschmutzung kaum geschützter Schöpfbrunnen. Ein Viertel der Bevölkerung bezieht Trinkwasser aus den Flüssen, deren Wasserqualität zunehmend schlechter wird. Ursachen sind Abwässer aus Haushalten und der Industrie sowie Düngemittel und Pestizide aus der Landwirtschaft. Der Bau von Kläranlagen hat in der Zwischenzeit höchste Priorität. Derzeit verfügen mehr als 60 Prozent der Städte über keine Kläranlagen. Das Bauministerium will bis 2010 den Anteil der geklärten Abwässer auf 40 Prozent erhöhen und stellt dafür 30 Mrd. Dollar als Investionsmittel zur Verfügung. Gesucht werden auch hier internationale Partner.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifat-china.com

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