Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitalfernsehen und mehr direkt aufs Handy

24.08.2005


Handynutzer werden in naher Zukunft Fernseh- und Radioprogramme sowie viele zusätzliche Serviceangebote unterwegs auf ihren Geräten empfangen können. DVB-H macht es möglich: Das Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig präsentiert die neue Technologie vom 2. bis zum 7. September auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin.



Das terrestrische Digitalfernsehen DVB-T ist in weiten Teilen Deutschlands in Betrieb. In allen bisherigen Startregionen traten nur geringfügige Anlaufprobleme auf, die nach wenigen Tagen behoben waren. Der Handel in den Versorgungsgebieten ist über DVB-T entzückt, denn allein im Jahr 2005 werden wohl 1,5 Millionen DVB-T-Empfänger über den Ladentisch gehen. Aber schon "geistern" neue Abkürzungen durch die Hallen der Internationalen Funkausstellung 2005 in Berlin: DVB-H und IP Datacast. Gemeint ist eine Technik, die Handys und ähnliche Taschengeräte mit Radio, Fernsehen und Datenrundfunk versorgt. DVB-H steht für DVB-Handheld und meint einen Ausstrahlungsstandard, der batteriebetriebene Geräte bedient, ohne deren Batterien übermäßig zu belasten. IP Datacast ist die Abkürzung für die Vielfalt der Datenformate, Kommunikationsprotokolle etc., die es braucht, um Dienste über DVB-H möglich zu machen. Internet-Protokoll basierter Datenrundfunk steckt dahinter. Da das Endgerät in vielen Fällen ein Handy sein wird, das in ein Mobilfunknetz eingebucht ist, beschreibt IP Datacast auch die Verknüpfung von DVB-H mit dem Mobilfunk. Zu DVB-T ist DVB-H keine Konkurrenz. Die Bildqualität, die auf einem Taschengerät akzeptabel ist, ist für den Fernseher im Wohnzimmer nämlich ungeeignet. Und das Batteriesparen hat dort auch keine wirkliche Relevanz.



"DVB-H bietet nicht nur Fernsehen", so Prof. Ulrich Reimers, Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig und Schirmherr des Technisch-Wissenschaftlichen Forums der IFA. "Wer möchte schon einen kompletten Tatort auf dem Handy ansehen? In Berlin wird Radio per DVB-H verbreitet, und eine Vielzahl von speziell für die Handynutzer konzipierten Datendiensten ist in Vorbereitung."

Nach Ansicht von Reimers, der in Fachkreisen als "Vater des Digitalen Fernsehens" gilt, wird DVB-H dabei nicht zur Konkurrenz für UMTS. "Gerade die Betreiber von Mobilfunknetzen haben erkannt, dass es Angebote gibt, die man den Handynutzern am Besten per Rundfunk zur Verfügung stellt. Warum sollten die Zuschauer der Spiele der Fußballweltmeisterschaft 2006 jeweils über individuelle UMTS-Verbindungen Videos der Torszenen in Zeitlupe aufrufen, wenn diese viel effektiver über DVB-H gezeigt werden können?"

Am 16. August 2005 haben die Medienanstalten der fünf norddeutschen Länder beschlossen, die Einführung von DVB-H in diesen Ländern voranzutreiben. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sollen DVB-H Services bereitgestellt werden. Wie schon bei der DVB-T-Einführung in Norddeutschland wurde das Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig gebeten, die technische Koordination zu übernehmen.

Wer in Berlin sehen möchte, was DVB-H bietet, ist gut beraten, das Technisch-Wissenschaftliche Forum der IFA in Halle 5.3 zu besuchen. Dort stellt das Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig DVB-H und IP Datacast aus. Nicht nur die Technik, sondern auch Endgeräte und Dienste werden zu besichtigen sein.

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifn.ing.tu-bs.de/

Weitere Berichte zu: DVB-H DVB-T Digitalfernseh Handy Nachrichtentechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Diamantlinsen und Weltraumlaser auf der Photonics West
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht COMPAMED 2017 zeigte neue Fertigungsverfahren für individualisierte Produkte
06.12.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik