Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Selbstheilungskräfte und Neues aus dem Umweltrecht. Das UFZ auf der Umweltfachmesse TerraTec in Leipzig

03.03.2005


"Forschen für die Umwelt - Ressource Wasser" unter diesem Motto ist das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) auf der Fachmesse TerraTec 2005 in Leipzig präsent. In Halle 2 auf Stand G33 präsentieren die Forscher vom 8. bis zum 11. März neue Verfahren zur Wassersanierung und informieren über aktuelle Entwicklungen im Umweltrecht.
Natürliche Verfahren zur Grundwassersanierung

... mehr zu:
»Grundwasser »Schadstoff »TerraTec »UFZ


Im Grunde ist die Situation wie bei einem Schornstein: Der Qualm zieht immer weiter und verdünnt sich dabei. So ist das auch beim Grundwasser." Dr. Holger Weiß ist ein Freund von anschaulichen Vergleichen. Der Geologe leitet beim Umweltforschungszentrum das Department Grundwassersanierung und hat gute Gründe für diesen Vergleich: ?Kontaminierten Boden können Sie abbaggern. Mit Grundwasser geht das nicht so einfach. Wasser bleibt nicht starr an einem Ort, sondern bewegt sich weiter." Das bedeutet: Der verseuchte Grundwasserbereich wandert im Untergrund und erfordert deshalb sehr umfangreiche Erkundungen und mitunter auch Gegenmaßnahmen. Müssen verunreinigte Wasseradern saniert werden, dann erfolgt das heute meist so: Das Wasser wird aus dem Boden gepumpt, dann gereinigt und anschließend wieder zurückgeführt. Ein teures Verfahren, das außerdem keinen hundertprozentigen Erfolg garantiert. Deshalb suchen die Forscher vom UFZ nach alternativen Sanierungsmethoden und sind dabei auf einen natürlichen Ansatz gekommen. Die Natur kann einige Schadstoffe auch selbst abbauen. Diesen Prozess nennen die Wissenschaftler ?Natural Attenuation". Sie untersuchen jetzt, unter welchen Bedingungen Mikroorganismen sich von den Schadstoffen ernähren und diese somit abbauen.

Die natürlichen Abbauprozesse verlaufen relativ langsam. Deshalb suchen die UFZ-Forscher nach Möglichkeiten, die Prozesse zu beschleunigen. Eine Variante dabei ist das Einbringen von gasförmigem Sauerstoff in den Boden. Die Mikroorganismen werden angeregt, bekommen mehr Appetit und ?verspeisen" entsprechend mehr Schadstoffe. Getestet wird dieses Verfahren jetzt in Leuna, um Rückstände aus der Benzinproduktion im Grundwasser abzubauen. ?Wichtig ist vor allem, die Bodenverhältnisse sowie die Wege von Wasser und Gas gut zu kennen" beschreibt Dr. Detlef Lazik vom UFZ-Department Hydrogeologie die Hauptprobleme der Grundwassersanierung. Trotzdem setzt er große Hoffnung auf dieses neue Verfahren. Schließlich ist die gesteuerte Injektion von Sauerstoff oder Luft in den Boden eine preiswerte Lösung für Altlastengebiete wie Leuna.

Aktuelle Trends im Umweltrecht

Flächenrecycling

Obwohl die Bevölkerung in Ostdeutschland abnimmt, steigt zugleich der Flächenbedarf. Immer mehr Flächen werden bebaut. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sieht vor, die Neuinanspruchnahme an Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Um nicht weiter neue Flächen auf der "grünen Wiese" zu versiegeln, wird die Nutzung von innerstädtischen Brachflächen an Bedeutung gewinnen müssen. Flächenkreislaufwirtschaft lautet die Aufgabe. Nicht nur Rohstoffe, wie Papier oder Altglas, müssen im Kreislauf geführt werden, sondern auch Flächen. In Großbritannien ist bereits jetzt vorgeschrieben, dass 60 Prozent aller Siedlungsneubauten auf Altflächen erfolgen müssen.

Vortrag "Ansätze und Probleme einer stadtregionalen Flächenkreislaufwirtschaft zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme" von Prof. Wolfgang Köck. 10. März 2005, 10:00-11:00 Uhr, Halle 2 / Forum A am Stand F40

Neues Chemikalienrecht

Seit Jahren sind sich die Experten darüber einig, dass die Chemikalienkontrolle in der EU ineffektiv ist und deshalb einer grundlegenden Reform bedarf. Ein entsprechender Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission liegt seit eineinhalb Jahren vor und soll nun in das Gesetzgebungsverfahren gehen. Unter dem Namen "REACH" (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) wird ein einheitliches Registrierungssystem für Alt- und Neustoffe zur Risikoermittlung und Risikobewertung angestrebt. Das betrifft die Stoffproduzenten und Stoffimporteure, die künftig auch einem Zulassungsverfahren für besonders besorgniserregende Stoffe unterliegen werden.

Die durch die Reform betroffene chemische Industrie fürchtet zu große Belastungen für die Branche und hofft deshalb auf umfangreiche Änderungen. Umweltschützern geht die Reform dagegen noch nicht weit genug. Sie kritisieren insbesondere die Erleichterungen im Bereich der Neustoffkontrolle und befürchten eine Schwächung der Rolle des Staates, da die Risikobewertung künftig durch die Produzenten selbst erfolgen soll.

Vortrag "Probleme und Perspektiven der Reform der europäischen Chemikalienregulierung" von Prof. Wolfgang Köck/Katharina Kern
11. März 2005, 10:00-11:30 Uhr, Halle 2 / Forum B am Stand D31

weitere Themen am UFZ-Stand G33 in Halle 2:

  • Analytische Messverfahren - Photoionisationsdetektor misst organische Verunreinigungen
  • EU-Projekt MODELKEY - Gewässermonitoring
  • Horizontalfilter - Hygienisierung von Abwasser
  • Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserbehandlung

Weitere Informationen über:

UFZ-Pressestelle, Doris Böhme
Telefon: 0341 / 235 - 2278
Email: presse@ufz.de

Doris Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de
http://www.deklim.de -

Weitere Berichte zu: Grundwasser Schadstoff TerraTec UFZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie