Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenforschung zum Nutzen des Patienten

18.11.2004


Das Innenleben der künstlichen Hand aus dem Forschungszentrum Karlsruhe: Mikrofluidische Aktoren lassen auch komplexe Griffmuster zu.

Foto: Forschungszentrum Karlsruhe


Ein fluidisch angetriebenes Koloskop kann sich durch eigenen Antrieb, vom Arzt über einen Joystick gesteuert, durch den Darm bewegen.
Foto: Forschungszentrum Karlsruhe


Auf der MEDICA 2004 zeigt das Forschungszentrum Karlsruhe medizintechnische Innovationen

... mehr zu:
»Medizintechnik »Radiologie

Auf der internationalen Fachmesse MEDICA, die vom 24. bis 27. November in Düsseldorf stattfindet, ist das Forschungszentrum Karlsruhe gemeinsam mit zwei Partnern, der joimax GmbH und dem Medizintechnik Rhein-Neckar-Dreieck e. V., vertreten. In Halle 14, Stand A36, werden Neuheiten aus der Medizintechnik präsentiert. Das Angebot reicht von einer bionischen Hand-Prothese, einem virtuellen Auge und einem fluidisch angetriebenen Koloskop bis zu einem resorbierbaren OP-Clip. Komplettiert wird der Auftritt des Forschungszentrums von modernen diagnostischen Geräten wie einem Ultraschall-Computertomographen und einem patientenschonenden Assistenzsystem für die Radiologie. Die Hand-Prothese wird am 25. November von Patienten und projektbegleitenden Sanitätshäusern live auf dem Messestand des Forschungszentrums Karlsruhe präsentiert.
Unter dem Motto "Spitzenforschung nutzbar machen" zeigt das Forschungszentrum Karlsruhe in der Halle 14, Stand A36, Innovationen aus dem Bereich der Medizintechnik:

o "Natürliche" Hand-Prothese: Auf den ersten Blick ist die bionische Hand nicht von ihrem biologischen Vorbild zu unterscheiden. Sie kann viele komplexe Griffmuster wie den Pinzetten- oder Zylindergriff ausführen und fühlt sich beim Anfassen dank eines speziellen Oberflächenmaterials natürlich an. Über myoelektrische Sensoren können Muskelsignale aufgenommen und mit speziell entwickelten Algorithmen ausgewertet werden. Mit Hilfe so genannter Mikro-Fluidaktoren werden diese Signale in Bewegungsmuster umgesetzt. Am 25. November wird die Hand-Prothese von Patienten live präsentiert.

o Schmerzfreie Darmspiegelung: Flexible Fluidaktoren können auch im Bereich der Endoskopie erfolgreich eingesetzt werden. Ein fluidisch angetriebenes Koloskop kann sich durch eigenen Antrieb, über einen Joystick vom Arzt gesteuert, durch den Darm bewegen. Aufgrund seiner Flexibilität und Elastizität passt sich das Gerät beim Verschieben den Krümmungen des Darms an. Auf diese Weise lässt sich die Gefahr einer schmerzhaften Schlingenbildung minimieren.

o Resorbierbarer OP-Clip: Der wie ein Tigerzahn aussehende resorbierbare OP-Clip TIGRIP aus Kunststoff kann schneller als jede Naht gesetzt werden und löst sich im Gegensatz zu bisher verwendeten metallischen Klammern innerhalb weniger Monate vollständig im Körper auf. Geplante Anwendungsgebiete sind der Wundverschluss bei konventionellen Operationen und die endoskopische Netzfixation bei Leisten- und Narbenhernien.

o Rechtzeitige Brustkrebserkennung: Der in Entwicklung befindliche Ultraschall-Computertomograph (USCT) könnte einen wichtigen Beitrag zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs bereits vor der Metastasenbildung liefern - damit wäre Brustkrebs in vielen Fällen heilbar. Bei der Diagnose liefert Ultraschall wichtige Informationen über Gewebeveränderungen der Brust. Jedoch sind die konventionellen Ultraschallbilder derzeit noch stark verrauscht. Mit dem USCT lassen sich mit intelligent angeordneten Ultraschallwandler-Arrays 3D-Bilder mit deutlich gesteigerter Auflösung erzeugen. Damit können Tumore schon in einem frühen Stadium erkannt werden.

o Patientenschonender Eingriff: Mit dem Assistenzsystem MIRA (Manipulator für die interventionelle Radiologie) ist es möglich, am Patienten während einer Untersuchung im Röntgen- oder Magnetresonanztomographen zielgenau eine minimal invasive Intervention, wie z. B. Biopsie oder Medikation, durchzuführen. Dies scheiterte bisher an der technischen Machbarkeit. Mit MIRA können nun manuelle oder auch vollautomatische Eingriffe störungsfrei innerhalb der Strahlungs- und Magnetfelder der Tomographen durchgeführt werden.

o Optimale Augen-OP: Das internetbasierte Simulationssystem "Virtuelles Auge für die Refraktive Chirurgie" ermittelt die postoperative Sehqualität bereits im Vorfeld eines Eingriffs. Die Korrektur von Fehlsichtigkeiten erfordert häufig irreversible chirurgische Eingriffe am menschlichen Auge. Die in Folge der Operation eintretende Veränderung des Sehvermögens ist aufgrund des komplexen Augengewebes jedoch nur schwer abzuschätzen. Hier kann das Simulationsmodell zur optimalen Planung der Operation beitragen.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Sabine Fodi | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

Weitere Berichte zu: Medizintechnik Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE