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Forschungsergebnisse und Entwicklungen von Geowissenschaftlern aus München und Berlin

08.10.2004


Mit einem gemeinsamen Stand präsentieren sich die Freie Universität (FU) Berlin und die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München auf der diesjährigen "Intergeo 2004" in Stuttgart. Vom 13. bis zum 15. Oktober 2004 stellen fünf Projektgruppen ihre Forschungsergebnisse und neuen geowissenschaftlichen Entwicklungen aus Berlin und München dem Fachpublikum sowie der interessierten Öffentlichkeit vor.



Seit Februar 2004 verbindet die beiden Universitäten eine strategische Partnerschaft, in deren Rahmen sie auch wissenschaftliche Kooperationen ausbauen und vertiefen. Aus diesem Grund präsentieren sie auf der Intergeo erstmals gemeinsam neueste Forschungsergebnisse und Entwicklungen ihrer Geowissenschaftler:

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Seismologie

Der Bereich Seismologie an der LMU München betreut das wissenschaftliche Seismometernetz Bayern, dessen Schwerpunkt die Untersuchung von Schwarmbeben im Südosten Deutschlands und deren Verknüpfung mit atmosphärischen Einflüssen ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung rechnergestützter Verfahren zur Berechnung seismischer Wellenausbreitung in 3D-Medien und von Bruchprozessen. Ein von der LMU koordiniertes EU-Projekt (SPICE) vernetzt die europäischen Ressourcen im Bereich der Computerseismologie mit dem Ziel, moderne Verfahren der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen.

Reservoircharakterisierung

Täglich und in großer Vielfalt treten überall auf der Erde kleine Erdbeben auf, die von uns Menschen nicht wahrgenommen, aber von geophysikalischen Messgeräten registriert werden. Warum diese Mikrobeben auftreten und wodurch sie ausgelöst werden, ist bislang weitestgehend ungeklärt. In mehreren Studien ist die Hypothese aufgestellt worden, dass Fluide einen maßgeblichen Einfluss auf das Auslösen von Mikroerdbeben haben können. Geophysiker forschen seit Jahren intensiv, ob und welche Informationen über das Gestein die Daten der aufgezeichneten Mikrobeben enthalten. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin haben nun eine Methode entwickelt, mit der sie wichtige Parameter aus solchen Daten gewinnen können. Diese benutzen sie, um ein seismisch aktives Gesteinsvolumen besser zu charakterisieren. Das ist besonders in der industriellen Nutzung von Erdöl- und Erdgasspeichern, aber auch für die optimale Ausnutzung von regenerativen Energieträgern von entscheidender Bedeutung.

GLOWA/GTCO

Das Lebenserhaltungssystem der Erde stellt ständig Wasser, Luft, Boden und Vegetation kostenlos zur Verfügung. Klimawandel, demographische Veränderungen und die wirtschaftliche Entwicklung werden die Verfügbarkeit dieser Naturressourcen in den nächsten Jahrzehnten regional und global verändern. Ihre nachhaltige Nutzung kann nur durch neue Ansätze des Umweltmanagements sichergestellt werden. Ziel der Projekte "Globaler Wasserkreislauf" (GLOWA) und "Ground Truth Center Oberbayern" (GTCO) ist es, neue Fernerkundungsverfahren und Entscheidungs-Unterstützungssysteme zu entwickeln. Sie dienen dazu, die regionalen Auswirkungen des globalen Wandels frühzeitiger zu beobachten und die Entscheidungsträger über Modellrechnungen bei der regionalen Problemlösung zu unterstützen.

Stereokamera HRSC

Spektakuläre Bilder vom Mars beeindruckten uns zu Beginn des Jahres. Fotografiert wurde die Oberfläche des roten Planten mit der so genannten "High Resolution Stereo Camera" (HRSC), einem neuartigen digitalen, multispektralen Stereoscanner, der nicht nur bei Weltraummissionen, sondern auch für die luftgestützte Erdfernerkundung und Photogrammetrie verwendet wird. Aus einer Flughöhe von 2.500 Metern liefert das Kamerasystem mit einer Brennweite von 150 Millimetern eine Bodenauflösung von zehn Zentimetern. Für flugzeuggestützte Anwendungen ist das Kamerasystem von Geoinformatikern der Freien Universität Berlin noch einmal modifiziert worden. Es ist mit einer Stabilisierungsplattform, einem hoch genauen Navigationssystem und einer Datenspeicherungseinheit kombiniert worden. Die vollautomatische Prozessierung der Daten liefert Bilder und Geländemodelle mit absoluter photogrammetrischer Genauigkeit im Dezimeterbereich.

Campus-GIS im Internet

Haben Sie schon einmal auf einem Universitätscampus einen Vorlesungsraum gesucht und ihn nicht auf Anhieb gefunden? Das wird jetzt anders: mit dem Campus-GIS im Internet. Im Auftrag der Freien Universität Berlin entwickelt das Berliner Unternehmen LiveMap GmbH eine Web-GIS-Lösung, die einen direkten Zugriff auf die Daten von mehr als 200 Universitätsgebäuden mit ihren 17.000 Räumen ermöglicht. Sämtliche für den Nutzer relevanten Informationen werden in einem interaktiven Stadtplan integriert dargestellt und mit Zusatzmaterial sowie Luftbildern von Berlin versehen. Daraus ergibt sich ein flächendeckendes Informationssystem für das gesamte Berliner Stadtgebiet. Das System ist im Internet frei zugänglich und für jeden nutzbar. Es liefert geografische Informationen zu Gebäuden der Freien Universität Berlin, deren Etagen und einzelnen Räume, die nicht nur für Erstsemester hilfreich sind, sondern auch für außeruniversitäre Gäste.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Freie Universität Berlin: Wieland Weiß, Abt. für Lehre, Forschung und Weiterbildung, Tel.: 030 / 838-73622, E-Mail: messe@zedat.fu-berlin.de
Ludwig-Maximilians-Universität München: Christina Dieckhoff, Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer, Tel.: 089 / 2180-4440, E-Mail: c.dieckhoff@lmu.de

Ilka Seer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de/forschung
http://www.lmu.de/kft

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