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Gold oder Kupfer? Neues EU-Label für Referenzmaterialien

10.05.2004


Auf der weltgrößten Analytik-Messe, die vom 11.-14. Mai in München stattfindet, wird ein neues europäisches Markenzeichen für Referenzmaterialien für chemische und biologische Messungen vorgestellt. Mit dem Label für Europäische Referenzmaterialien (ERM®) wird ein qualitätsgesichertes System zur Ermittlung chemischer und biologischer Elemente in Nahrungsmitteln und anderen Erzeugnissen bereitgestellt. Das System unterstützt beispielsweise den Nachweis von Münzfälschungen, die Feststellung des Schwefelgehalts von Kraftstoffen und die Ermittlung genetisch veränderter Organismen (GVO). Das ERM®-Label wird dazu beitragen, das Verbrauchervertrauen in den Bereichen Ernährung, Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz und fairer Handel zu stärken, indem es gewährleistet, dass Messungen in Europa auf zuverlässigen Referenzmaterialien basieren. Die ersten 130 ERM® werden auf der Analytica in München präsentiert.



Durch diese Initiative wird ein Label für Europäische Referenzmaterialien (ERM®) geschaffen, das Eigentum der EU ist und aufgrund hoher Standards weltweit Akzeptanz und Anerkennung findet. ERM® werden über die Zusammenarbeit zwischen führenden Organisationen auf diesem Gebiet auch einen Beitrag zum entstehenden Europäischen Forschungsraum leisten. Das ERM-Label spielt eine zentrale Rolle bei der Ermittlung zertifizierter Referenzmaterialien (ZRM) auf europäischer Ebene. Gemeinsame Anstrengungen bei der Herstellung und Verbreitung von ZRM werden zu einer erheblichen Stärkung des europäischen Marktes führen.

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»ERM »GVO »Referenzmaterialien »ZRM


Neue Chance für Europa

Das ERM®-System wird beispielsweise das Gemeinschaftsrecht in Bezug auf genetisch veränderte Organismen (GVO) festigen. Das Label für Referenzmaterialien unterstützt die Durchsetzung der Rechtsvorschriften der EU zu GVO, die weltweit zu den strengsten gehören. Es wurde eine Reihe von ERM zur Unterstützung der medizinischen und ökologischen Analytik entwickelt, wobei besonderes Gewicht auf die Entwicklung von Referenzmaterialien für Kraftstoffe mit geringem Schwefelgehalt gelegt wurde. Der erlaubte Schwefelgehalt von Kraftstoffen wird durch das Gemeinschaftsrecht systematisch reduziert, um Emissionen in die Umwelt zu vermindern. Die Partnerschaft für ERM® entwickelt in Zusammenarbeit mit der Mineralölindustrie eine Reihe von Materialien zur Unterstützung der Schwefelgehaltsanalyse bei niedrigeren Niveaus; dies kommt der Einhaltung des gemeinschaftlichen Umweltrechts zugute.

Daneben werden verschiedene Metalle und Legierungen als zertifizierte Referenzmaterialien (ZRM) eingeführt. Zwei der neuesten Materialien, welche die Qualitätskriterien als ERM® erfüllen, basieren auf Metalllegierungen, die für die neuen Euromünzen benutzt werden.

Die genaue Einhaltung der Legierungszusammensetzung werden beim Nachweis von Münzfälschungen und bei der Münzidentifizierung in Automaten geprüft. Deshalb sind diese Referenzmaterialien wichtige Hilfsmittel für die Münzhersteller, um die Qualität ihrer Produkte und die Einhaltung der offiziellen Spezifikationen zu sichern.



Drei große europäische Organisationen haben eine europäische Zusammenarbeit neuer Qualität aufgenommen: das Institut für Referenzmaterialien und -messungen (IRMM), welches zur Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission gehört, das britische Laboratory of the Government Chemist (LGC) und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Zertifizierte Referenzmaterialien mit dem neuen Label ERM® werden grenzübergreifend geltenden Richtlinien auf der Grundlage der vom Bureau International des Poids et des Mesures auf internationaler Ebene festgelegten Qualitätskriterien entsprechen. Die Initiative dürfte mit der steigenden Anzahl von Unterzeichnern an Gewicht gewinnen. Die Einbeziehung anderer europäischer Hersteller, die in der Vorbereitung, Zertifizierung und Handhabung von ZRM tätig sind, wird angestrebt.



Strenge Prüfungen der ZRM durch den Technischen Ausschuss für ERM® werden gewährleisten, dass bei den Analyseverfahren ein Höchstmaß an Qualität und Zuverlässigkeit erreicht wird. Absolute Transparenz im Hinblick auf Zertifizierungsgrundsätze und Bewertungsbericht wird Analytikern wertvolle Einsichten verschaffen und so optimalen Nutzen beim Einsatz der Materialien ermöglichen. Klar festgelegte Leitlinien werden die Verwendbarkeit der Materialien für verschiedene analytische Zwecke gewährleisten.

Fabio Fabbi | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.erm-crm.org

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